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Trainer Klaus Bienemann und...
... sein spielendes Pendant Julian Lüttmann bilden ein eingespieltes Duo.

Stolzes Mitglied dieser Liga


von Christian Lehmann

(30.11.20) Die sportliche Entwicklung beim TuS Graf Kobbo Tecklenburg zeigte in den vergangenen Jahren steil nach oben. Mit dem Amtsantritt von Trainer Klaus Bienemann im Jahr 2014 begann die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte. Gleich in dessen erster Saison stieg das bis dato ständige Mitglied der B-Liga ins Oberhaus des Fußballkreises Tecklenburg auf. Fünf Jahre später schaffte der frühere Coach der Sportfreunde Lotte und des FC Eintracht Rheine, nun Seite an Seite mit seinem einstigen Spieler Julian Lüttmann, den Sprung in den überkreislichen Fußball. Nach einem Traumstart in der Bezirksliga 12 wurde der Aufsteiger zuletzt in der Tabelle bis auf Platz zwölf durchgereicht. Dennoch sind die Kobbos noch immer im Soll. Dass sie überhaupt in dieser Spielklasse dabei sind, empfindet man am Kahlen Berg als großes Privileg.

"Vor fünf Jahren haben wir noch auf dem schlechtesten Platz im Kreis gegen Schale II gespielt. Inzwischen sind wir ziemlich schick aufgestellt. Was wollen wir mehr?", so Bienemann. "Für mich sind wir gefühlt noch immer ein kleiner Kreisligist", sagt auch der langjährige Fußballobmann Hanno Knippenberg. "Wir sind riesig stolz, in dieser Liga mitspielen zu dürfen." Als der Aufstieg nach dem Corona-bedingten Saisonabbruch feststand, habe er sich schon ein paar Gedanken gemacht, räumt der Funktionär ein. Ausbleibende Derbys, weitere Fahrten - ein wenig Sorge, ob Zuschauer und Sponsoren das Abenteuer Bezirksliga so euphorisch mitgehen würden, war schon vorhanden. Diese Sorgen waren aber unbegründet und spätestens nach dem Traumstart der Kobbos mit zwei Kantersiegen gegen BW Aasee (5:1) und Germania Hauenhorst (4:0) verflogen. Die Derby-Dichte ist bei insgesamt sechs TE-Vertretern in der Liga noch immer hoch, der sportlich deutlich höhere Anspruch ist reizvoll. "Das Umfeld hat sich sehr positiv entwickelt, davon war ich etwas überrascht", räumt Knippenberg ein.

Lüttmann: "Das geht auf Dauer nicht gut"

Davon, dass die Truppe nach dem guten Saisonbeginn keinen weiteren Dreier mehr einfuhr und in den folgenden sechs Partien im Schnitt 2,8 Gegentore kassierte, waren auch die Trainer nicht komplett überrascht. Lüttmann liefert zumindest nachvollziehbare Erklärungs-Ansätze: "Die Aussichten waren schon vor dem ersten Spieltag eigentlich nicht ganz so rosig. Wir hatten große Probleme mit Verletzten und Spielern, die erst spät eingestiegen sind (Die Neuzugänge Christoph Maug oder Arton Balja etwa wurden erst spät verpflichtet, Anm.). Das geht auf Dauer nicht gut. Viele Spieler hatten nicht das Fitness-Level, um über 90 Minuten Power zu machen." Er selbst betont, dass der aktuelle Tabellenplatz nicht seinen Anspruch an die Mannschaft widerspiegelt. 

Die defensive Anfälligkeit macht Lüttmann auch an fehlender Breite im Kader fest. Vorn hat die Mannschaft eine riesige Auswahl an Dribblern, Sprinter und Künstlern zur Verfügung, wenn jedoch hinten mal ein Spieler ausfällt wie etwa Kapitän Yalcin Emekci oder Sechser Jost Knippenberg, werde es schwer. "Ich mache das Problem auch an der Rückwärts-Bewegung der gesamten Mannschaft fest", ergänzt Bienemann. Die hatte ihm speziell beim 3:5 gegen SuS Neuenkirchen am 3. Spieltag, als die Mannschaft schon nach 25 Minuten mit 0:4 zurücklag, überhaupt nicht gefallen. "Da haben wir uns in ein paar Minuten einiges verbaut. So ein Spiel hinterlässt Spuren. Natürlich wollen wir vorne gerne hoch pressen, aber wenn einer oder zwei nicht mitmachen, ist das Ding schnell gegessen."  

Das Thema Fitness haben Bienemann/Lüttmann als größtes Problem der bisherigen Spiele ausgemacht. Ein Beleg dafür, dass die fußballerisch außerordentlich talentierte Truppe in diesem Bereich Nachholbedarf hat, lieferte auch das letzte Spiel vor der Pause. Im Derby gegen Cheruskia Laggenbeck (3:3) führten die Hausherren zur Pause souverän mit 3:1, um die Partie am Ende beinahe noch komplett aus der Hand zu geben. "Einige Jungs haben in der ersten Corona-Pause nix gemacht und sich darauf verlassen, dass sechs Wochen Vorbereitung reichen. Das war nicht gut", erinnert sich Bienemann. Deshalb wird nun nicht gekleckert, sondern geklotzt. Alle Spieler haben in der spielfreien Zeit ein Pflicht-Fitnesspensum an die Hand bekommen, diverse Aufgaben mit Wettkampf-Charakter stehen für die Mannschaft an. "Wir gucken ganz genau hin, wer seine Hausaufgaben erledigt", so Lüttmann. 

Top-Neuzugang: Lukas Schell

Neuzugang Lukas Schell überzeugt

Auf die Tecklenburger Kaderplaner trifft das zu: Fast alle Neuverpflichtungen haben sich als Verstärkungen entpuppt. Besonders positiv entwickelt hat sich Luca Mentrup, der zumeist auf der linken Außenverteidiger-Position eingesetzt wurde. "Wir als Trainer honorieren es, wenn sich jemand in jedem Training voll reinschmeißt und alles gibt. Das ist bei Luca der Fall", lobt Lüttmann. Auch Lucas Hottenträger, der bisher nur zu drei Kurzeinsätzen kam, prophezeien beide Trainer mehr Spielzeit, wenn der Youngster weiter am Ball bleibt. Maug bringt nachweislich Klasse und Qualität mit und unterstrich bereits bei seinen fünf Einsätzen, was er auf dem Kasten hat. "Für das intensive Spiel, das er mag, muss er aber in Vollbesitz seiner Kräfte sein", betont Bienemann. Gleiches gelte für Arton Balja, der im September verpflichtet wurde und die Abwehr-Zentrale der Kobbos nachhaltig stabilisieren soll. 

Definitiv unschuldig an der relativ hohen Anzahl an Gegentoren, da ist man sich in Tecklenburg sicher, ist Schnapper Lukas Schell. Der Neuzugang, der bei Preußen Münster II auch schon in der Westfalenliga aktiv war, ist ein absoluter Gewinn für die Kobbos - nicht nur sportlich, denn Schell stammt gebürtig aus Tecklenburg, wohnt im Ort und fügte sich super-schnell ins Teamgefüge ein. "Seine Verpflichtung war für uns ein großes Glück, er hat herausragende Leistungen gezeigt", lobt Lüttmann.

Aufstiegsheld Meckelholt nicht mehr dabei

Es gab aber nicht nur Gewinner beim "Königstransfer" der Kobbos: Schells Vorgänger zwischen den Pfosten, Sven Meckelholt, zog im Torwart-Zweikampf den Kürzeren und musste mit dem Platz auf der Bank Vorlieb nehmen. Inzwischen hat er - sehr zum Bedauern der Verantwortlichen - den Verein verlassen. "Wir sind Sven sehr dankbar, er war menschlich und sportlich überragend", sagt Knippenberg über den Aufstiegshelden, der in der Vorsaison alle 20 Spiele über die volle Distanz bestritt (im Schnitt 1,2 Gegentore/Spiel). Dominic Burbrink, der zu Saisonbeginn aus Halen kam und in der Reserve gute Leistungen zeigte, ist nun die Nummer zwei.

Lüttmann sieht eine insgesamt sehr positive Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen eineinhalb Jahren seit seinem Amtsantritt und eine "positive Wahrnehmung" in der neuen Spielklasse. Nun gehe es zuallererst darum, drinzubleiben. "Man muss davon ausgehen, dass es vielleicht nur noch neun Spiele gibt. Unsere höchste Priorität ist es also, die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu holen." Das sieht auch Knippenberg nicht anders. "Es war klar, dass wir nicht um den Aufstieg in die Landesliga mitspielen, sondern dass es für die Mannschaft erstmal um den Klassenerhalt geht", sagt er. Die Arbeit des Trainerteams schätzt er ebenso, deshalb scheint ein Verbleib von Bienemann und Lüttmann auch über die Saison hinaus nicht unwahrscheinlich. Finale Gespräche stehen aber noch aus. Lüttmann verrät nur so viel: "Wir haben eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit. Es macht gerade extremen Spaß, die Entwicklung mitzuverfolgen."

Jost Knippenberg (l.) ist ein Leistungsträger auf der Sechser-Position. Er konnte bisher aber erst in vier Ligaspielen der Kobbos helfen.

Teamchecks Bezirksliga 12



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SC Münster 08 II 19    65:11 55  
2    TGK Tecklenburg 20    81:24 51  
3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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