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Bezirksliga 12

Irgendetwas ist passiert bei BW Aasee nach dem 1:7-Debakel gegen SuS Neuenkirchen II. André Kuhlmann (l.) und Co-Trainerin Anna Steckel nehmen es erfreut zur Kenntnis. Foto: Greshake

"Emotionen, die Du brauchst"


Von Christian Lehmann

(13.03.23) Die Kellerkinder mucken auf. Am Sonntag hielten die Reserve des FC Eintracht Rheine (1:0 bei SuS Neuenkirchen II) und BW Aasee (1:0 bei Teuto Riesenbeck) mit ganz wichtige Dreiern die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben. Es wird muckelig im unteren Drittel. Der Sieg der Blau-Weißen in der Oase-Arena war einer der besonders dreckigen Sorte. Dank des Dreiers beträgt der Rückstand der Münsteraner auf die Nichtabstiegsplätze nur noch fünf Punkte. 

Wir haben uns mit BWA-Trainer André Kuhlmann über den zweiten Sieg in Serie im Abstiegskampf, seine Anpassungen nach der 1:7-Klatsche gegen Neuenkirchen, das Zeitspiel in der Schlussphase und die kommenden Aufgaben unterhalten.

 

André, Glückwunsch zum Sieg in Riesenbeck! In der Schlussphase war das ja ein klassisches "Schweinespiel", in dem ihr mit allen Mitteln um den Sieg gefightet habt...
Kuhlmann:
Ja, das war Abstiegskampf pur. Ich glaube, dass wir nach der 1:7-Niederlage gegen Neuenkirchen die richtigen Worte gefunden haben, auch wenn es harte Worte waren. Wir haben intern die richtigen Schlüsse gezogen, die Jungs haben verstanden, dass es nur gemeinsam geht. 

Was konkret habt ihr anders gemacht?
Kuhlmann:
Wir trainieren zweimal wöchentlich, die Jungs hängen sich voll rein. Wir versuchen, den Spaßfaktor hochzuhalten - auch ich bin im Training alles etwas lockerer angegangen. Nach dem Sieg vergangene Woche haben wir dienstags Pizza bestellt und Champions League geschaut. Morgen darf die Mannschaft dann über die letzten 45 Minuten der Trainingsgestaltung selbst entscheiden. Die Stimmung ist gut. Die Jungs haben sich auch nach dem Sieg gegen Borghorst gefreut, die Reaktion an diesem Sonntag war aber nochmal eine andere. Das sind die Emotionen, die Du brauchst.

Habt ihr auch taktisch etwas angepasst?
Kuhlmann:
Ich rede in der Öffentlichkeit ja nicht so gerne über Spielsysteme. Wir sind wie schon in den ersten Spielen der Rückrunde bei zwei Spitzen geblieben, haben aber nicht mehr im flachen 4-4-2 agiert, sondern dahinter ein bisschen was anderes gemacht. Ich glaube, dass uns das im Moment sehr gut tut. Man muss aber auch sagen, dass wir mit einigen Personalentscheidungen ein glückliches Händchen hatten. Dass wir Leo Mikowsky den Vorzug vor Colin Borremans gegeben haben, zum Beispiel. Er hat überragend trainiert und macht das entscheidende Tor. Christian Hülsmeier hilft uns mit seiner Erfahrung enorm weiter, bereitet das Tor klasse vor.  

Dass ihr einen ordentlichen Ball spielen könnt, habt ihr schön öfter gezeigt. Diesmal habt ihr in der Schlussphase auch ein anderes Gesicht gezeigt, ziemlich dreckig gespielt und mehrere Gelbe Karten wegen Zeitspiels kassiert. Kannst Du den Riesenbecker Ärger darüber nachvollziehen?
Kuhlmann:
Die Riesenbecker sollten kleine Brötchen backen. Bei denen gab es auch die eine oder andere grenzwertige Situation. Man sagt mir ja nach, ich sei manchmal sehr emotional. Ich habe aber versucht, Ruhe reinzubringen - auf beiden Seiten. Man kann sich natürlich über Zeitspiel beschweren, aber man kann sich auch fragen, warum man es während des gesamten Spiels nicht geschafft hat, sich gegen die Mannschaft mit der mit Abstand schwächsten Defensive der Liga klare Torchancen herauszuarbeiten. Ihnen ist gar nichts eingefallen. Und da Du es ansprichst: Spielerisch war ich mit dem Spiel überhaupt nicht einverstanden. Die Spielanlage war in Ordnung, wir hatten eine gute Idee, das Riesenbecker Pressing zu überspielen. Unser Passspiel war diesmal aber überhaupt nicht gut, wir haben die Umschaltsituationen nicht gut ausgespielt. Umso schöner, dass es trotzdem zum Sieg gereicht hat.

Nach dem Spiel gab's eine kleine Rudelbildung. Was war da los?
Kuhlmann:
Da hat sich ein Spieler von uns, der vorher beleidigt worden war, zur Jubelpose aufgebaut. Das war alles halb so wild, wir haben die Jungs da weg geholt. Sie sollten sich über den Sieg freuen. Für uns geht es um sehr viel, da sind die Emotionen etwas übergekocht.

Du verlässt den Verein bekanntlich am Saisonende. Eine "Lame-Duck-Debatte" wird aber nicht geführt am Aasee, die Mannschaft scheint eher beflügelt. Wie kommt das?
Kuhlmann:
Ich glaube, dass wir im Trainerteam ein gutes Verhältnis zur Mannschaft haben. Der Verein hat sich klar positioniert und betont, dass wir den Weg bis zum Saisonende weitergehen. Das wissen auch die Spieler. Ich bin zuletzt sehr deutlich geworden und habe gesagt, dass es so ein Spiel wie gegen Neuenkirchen mit mir kein zweites Mal geben wird. Das musste auch so deutlich sein. Die Jungs haben daraufhin eine tolle Reaktion gezeigt.

Mit einer tollen Rückrunde habt ihr euch in der Vorsaison noch vor dem Abstieg gerettet. Abteilungsleiter Jan Baumbach hat kürzlich noch gesagt, die Situation sei nun eine ganz andere. Hat er Recht? Klappt's trotzdem wieder mit dem Klassenerhalt?
Kuhlmann:
Die Situation ist tatsächlich eine andere. Mit Martin Prurin, Ole Goldbeck, Tim Knabbe und Bennet Packheiser fehlen uns seit der Winterpause Spieler, die Du eigentlich nicht ersetzen kannst. Ich möchte mal eine Mannschaft wie Borussia Münster sehen, wenn bei denen zwei Stamm-Innenverteidiger wegbrechen. Trotzdem: Ich bin Fußballtrainer. Wenn ich sagen würde, wir schaffen es nicht, müsste ich direkt aufhören. Natürlich hat man auch mal Zweifel, aber wir wissen, wo wir ansetzen müssen. Ich bin davon überzeugt, dass wir es wieder schaffen können.

Mit der ISV, Greven und Burgsteinfurt kommen in den nächsten Wochen allerdings auch ordentliche Brocken auf euch zu. Wie groß ist die Zuversicht, dass ihr auch da etwas mitnehmen könnt?
Kuhlmann: Wenn wir da etwas holen, wäre das natürlich überragend. Aber wir müssen realistisch sein. Gerade gegen die ISV werden wir uns strecken müssen. Björn Hartmann hat die zehnte Gelbe Karte gesehen, Leo Mikowsky wird ebenso fehlen wie Jonas Zilch und Jannik Ribbers. Das sind vier wichtige Stützen. Dann müssen halt einige Jungs, die zuletzt nicht viel gespielt haben, in die Bresche springen. Wir haben genug Infos über die Gegner und können uns gezielt auf die Spiele vorbereiten. Wir wissen, dass wir noch nichts erreicht haben und da unten im Abstiegskampf auch zweite Mannschaften mitmischen, die andere Möglichkeiten haben als wir. Wenn wir das Feeling mitnehmen und uns voll reinwerfen, ist es auch gegen diese Teams möglich zu punkten.

Björn Hartmann (l.) grätscht Teutos Linus Höpfner in letzter Sekunde den Ball vom Fuß. Mit Szenen wie diesen pushte sich BW Aasee am Sonntag in Riesenbeck zu einem eminent wichtigen Dreier. Foto: Lehmann


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