Bezirksliga 12
"Wir haben eine coole Chemie"
von Christian Lehmann
(15.07.24) Man sagt ja gerne mal, das zweite Jahr nach einem Aufstieg sei das schwerste. Demzufolge müsste Wacker Mecklenbeck eine schwere Saison bevorstehen. Das Team um die Trainer-Troika Daniel Efker, Jan Walczak und Stefan Bischoff steht nach einem guten 6. Platz in der Vorsaison vor einem durchaus gewaltigen Umbruch, musste zahlreiche Spieler verabschieden, die teils tiefe Fußspuren an der Egelshove hinterlassen haben. Die "Kronprinzen" von Jan Hoffmann, Michael Averweg, Torben Stuhldreier und Co. stellen sich bisher allerdings alles andere als verkehrt an.
"Wir haben eine coole Chemie. Unsere Neuzugänge sind menschlich überragend. Da haben wir ein gutes Gespür für die richtigen Typen gehabt", findet Coach Walczak. "Die Jungs ziehen gut mit, integrieren sich super und haben voll Bock auf die Mannschaft." Ihre bisherigen drei Testspiele haben die Mecklenbecker "ganz Wacker-untypisch" (Walczak) allesamt gewonnen - dabei waren die Gegner 1. FC Nordwalde (1:0), SG Telgte (4:1) und Vorwärts Wettringen (1:0) keine Laufkundschaft. In den vergangenen Jahren hatten sich die Veilchen mehr schlecht als recht durch die Vorbereitungen geschleppt, stets an Personalmangel zu knapsen gehabt. Das sieht in diesem Jahr - auch dank des frischen Windes im Kader - deutlich besser aus. Vor allem gegen den Ball läuft es deutlich besser als etwa in der Rückrunde der vergangenen Saison. Lucas Exner und Simon Jung hielten in ihren Spielen zwischen den Pfosten die Null, einzig Sebastian Hotho musste einmal hinter sich greifen.
Vielversprechende Neuzugänge
Und sonst so? "Sören Becker merkt man richtig an, dass er richtig viel Spaß daran hat, wieder regelmäßig zu spielen", sagt Walczak über den Neuzugang vom SC Preußen Münster. Er hinterließ ebenso wie Vincent Gogoll, den die Veilchen einen Tick defensiver einplanen als er es zuletzt in Kinderhaus gewohnt war, einen guten Eindruck. Max Schuler konnte bisher seine Qualitäten nur kurz aufblitzen lassen, beim ersten Test in Nordwalde fiel er unglücklich auf die Schulter und musste raus. Doch auch bei ihm sind sich die Verantwortlichen sicher: Der wird dem Team weiterhelfen. Ein gefühlter Neuzugang ist derweil Millie Brüwer: "Wir sind froh, dass wir ihn endlich von der Leine lassen dürfen", sagt der Coach über den früheren Gievenbecker, der nach Problemen mit der Spielberechtigung nun endlich ran darf. Die übrigen Neuzugänge wie Luca Mispelkamp, Benji Pöppelmann oder Noah Doster sind zwar noch blutjung, zeigen aber absolut vielversprechende Ansätze.
Beim jüngsten Sieg in Wettringen am Samstag, bei dem ansonsten überwiegend das Personal der Vorsaison startete, tat bei den Lila-Weißen indes ein weiteres neues Gesicht mit. Maximilian Nägeler, in der vergangenen Spielzeit noch für die U19 des 1. FC Gievenbeck in der Westfalenliga am Ball, stand von Beginn an auf dem Platz. Allerdings bremst Walczak die Erwartungen: "Er macht bei uns die Vorbereitung mit und zieht dann im September aufgrund seines Studiums weg. Es ist eher ausgeschlossen, dass er langfristig weiterhin Teil des Teams bleiben kann."
Keil steigt auf das Fahrrad um
Weiterhin Teil des Teams ist natürlich auch Offensiv-Rakete Christian Keil. Der einstige Oberliga-Kicker hat sich nach dem Test in Nordwalde allerdings fürs Erste verabschiedet, radelte nach Barcelona. "Er hält sich anderweitig fit. Mal gucken, wann wir den wiedersehen", sagt Walczak grinsend, um umgehend nachzuschieben: "Das war so abgesprochen und geht völlig in Ordnung. Keili ist ja als Lehrer auf die Sommerferien angewiesen..."
Ob mit oder ohne Keil - etwaige Titelambitionen weist Walczak entschieden von sich und seiner Truppe: "Ich glaube, es wäre der völlig falsche Ansatz, jetzt zu sagen, wir greifen die Spitze an. Titelambitionen sollen gerne andere formulieren. Wir haben uns enorm verjüngt und hoffen, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Dann können wir auch weiterhin den Fokus darauf legen, die Truppe weiterzuentwickeln. Die Liga macht Bock, mit Telgte, Wolbeck oder auch Mauritz sind richtig coole Teams dazu gekommen. Es wird spannend zu sehen, wie unsere jungen Spieler das wuppen."
Drei Testspiele gegen den VfL Senden (19. Juli/A), ASK Ahlen (28. Juli/H) und den TuS Altenberge (1. August/A) stehen noch an, ehe es am 4. August zum Kreispokal-Erstrundenspiel nach Everswinkel geht. Am ersten Spieltag haben die Männer von der Egelshove dann direkt die weiteste Auswärtsfahrt vor sich: Es geht zum Tecklenburger Aufsteiger SV Büren.







































