Bezirksliga 12
Der SV Büren kommt zur Ruhe und klärt einige Winter-Personalien
von Christian Lehmann
(11.12.25) Im Herbst war viel getuschelt worden im Fußballkreis Tecklenburg. "Gehen beim SV Büren die Lichter aus?" war eine der Fragen, die hinter vorgehaltener Hand diskutiert wurden. Nach zwischenzeitlicher finanzieller Schieflage und Gerüchten um eine angebliche Abmeldung vom Spielbetrieb haben sich die Wogen beim Bezirksliga-14. geglättet, versichert Fußball-Abteilungsleiter Nino Lücke. In der Rückrunde kann sich das Team von Trainer Dave Beumker wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren und wird versuchen, die sportliche Schieflage begradigen und noch die Klasse zu halten. Drei externe Neuzugänge sollen dabei helfen.
"Ich schmeiße den Laden gerade fast alleine", verrät uns Nino Lücke. Der langjährige Klub-Funktionär hatte zuletzt nach den Rücktritten von Geschäftsführer Carsten Collatz und dem Vorsitzenden Kai Lingemann reichlich Arbeit übernehmen müssen. Im Februar bei der Jahreshauptversammlung soll ein neuer Vorstand gewählt werden, auch Lücke möchte sich dann gerne zurückziehen und die Belange der Fußballabteilung im rund 600 Mitglieder starken Klub anderen überlassen. "Ich kann und will das nicht mehr, das wird einfach zu viel. Ich habe ja auch noch einen Job, der viel Zeit erfordert. Ich kann mir schwer vorstellen, irgendwann mal meine Kündigung beim SV Büren einzureichen - aber ich möchte keine Funktion mehr haben."
Beumker: "Wissen, woran es gelegen hat"
Chefcoach Dave Beumker, der im September die Nachfolge von Jörg Sieckmann angetreten ist, hat es trotz einiger Ausreißer und schwieriger Umstände geschafft, den Laden am Laufen zu halten. "Jetzt ist es etwas ruhiger geworden - das ist auch gut so", zeigt sich der Übungsleiter erleichtert. "Die elf Wochen waren echt anstrengend. Ich bin froh, dass ich ein bisschen runterkommen kann." Für die Rückserie ist der Trainer trotz nur neun Zählern aus 15 Hinrunden-Partien zuversichtlich. "Ich finde, wir haben es mit unserem kleinen Kader trotz großer Verletzungsprobleme noch ganz gut hinbekommen haben. Natürlich hätten wir auch fünf, sechs Punkte mehr holen können - aber wir wissen zumindest, woran es gelegen hat."
Die Bürener Verantwortlichen haben nun ein paar Personalien eingetütet, die der ersten Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt helfen sollen. Zwar verlässt mit Timothy Arigbodi ein Schlussmann den Verein, doch ein Torhüterproblem wird es in Büren in der Rückserie nicht geben. Im Gegenteil. Neben Sebastian Hörst und Rückkehrer Nick Gumenschaimer steht künftig auch Bünyamin Yosofuglu zur Verfügung. Der 28-Jährige kam in der Jugend beim MSV Duisburg unter anderem in der U17- und U19-Bundesliga zum Einsatz, war anschließend in den USA und zuletzt beim SSC Dodesheide (Landesliga Weser-Ems) aktiv.
"Glücksgriff" Yosofuglu
"Er ist ein Glücksgriff", sagt Beumker über den erfahrenen Schlussmann, der bereits seit ein paar Wochen mittrainiert. "Da kriegen wir einen Ausnahmespieler. Er hat die Trainingsqualität deutlich gehoben und dabei geholfen, dass sich Sebastian Hörst, der zu Saisonbeginn ein paar kleinere Unsicherheiten drin hatte, super entwickelt hat. Was die Torhüter-Position angeht, bin ich sehr beruhigt." Mit dem langjährigen Stammkeeper Gumenschaimer, der seinen Hausbau beendet hat und wieder einsteigt, haben die Bürener künftig sogar drei Schnapper im Kader.
Auch Louis Merhof, 23-jähriger Mittelfeldspieler vom FC SW Kalkriese, wird sich zur Rückrunde dem SV Büren anschließen. Beumker, der den Neuzugang gut kennt, freut sich auf eine Komponente, die er unbedingt haben wollte. "Louis ist ein technisch versierter Sechser, der giftig in die Zweikämpfe fliegt, aber darüber hinaus auch gut kicken kann. Wir haben bei den Neuzugängen den Fokus nicht nur allein auf die fußballerischen Qualitäten gelegt. Das ist ein toller Typ, der sich bei uns nahtlos einfügen wird.
Tia kommt aus Tecklenburg
Im Offensivbereich haben die Bürener einen im Fußballkreis alten Bekannten dazu geholt. Maurice Tia zieht es vom TGK Tecklenburg zum SVB. Der 33-jährige Stürmer bringt eine eindrucksvolle Vita mit zahlreichen namhaften Stationen (u.a. 1. FC Gievenbeck, Borussia Münster, FC Mecklenbeck, TuS Hiltrup, SW Münster, FC Eintracht Rheine, BSV Roxel, VV Rigtersbleek, Fichte Bielefeld, TuS Sinsen, Davaria Davensberg) mit. "Maurice hat unglaubliche Qualitäten - er hat ja nicht ohne Grund mal in der Westfalenliga gespielt. Wir müssen gucken, dass wir ihn soweit fit bekommen, dass er mehr als 60, 70 Minuten auf seinem Niveau spielen kann. Daran arbeitet er gerade schon für sich. Ich mag das Spielerprofil", so Beumker.
Zwei Spieler des bisherigen Kaders müssen die Bürener allerdings ziehen lassen. Aydin Uckaz möchte den Aufwand reduzieren und wechselt zum SV Bad Rothenfelde, Henrik Berentzen hat wegen seines Studiums in Münster um Freigabe gebeten. "Das ist schade, aber er hatte das bei uns schon vor längerer Zeit hinterlegt", macht Lücke deutlich. "Der Pass liegt noch bei uns. Vielleicht kann er ja in der Rückrunde nochmal einspringen, aber eingeplant ist er nicht mehr", ergänzt Beumker. Ein weiterer Winter-Neuzugang soll noch kommen, überdies sucht der Verein noch nach einem Co-Trainer. Immerhin konnte Beumker mit Marcel Schmale einen neuen Betreuer fürs Team gewinnen.



































