Bezirksliga 12 - Anschwitzen
Als "Eule" in den Sturm sollte
Von Christian Lehmann
(12.11.25) Mit den Spitznamen ist das ja immer so eine Sache. Lukas Wölte wird bei Teuto Riesenbeck "Eule" genannt. Den hat der Schnapper mit Kevin Grewe gemeinsam, der aber seine aktive Laufbahn inzwischen beendet hat. Es sollte also in dieser Spielzeit eigentlich nicht mehr zu Verwechslungen kommen. Eigentlich.
Ziemlich verdutzt blickte Lukas Wölte vor einigen Wochen aufs Taktikboard. Ganz vorne im Sturm tauchte dort der Name "Eule" auf. "Ich kam aus einer Verletzung, war eigentlich nur als Ersatztorwart vorgesehen" erläutert der 24-jährige Schlussmann. Diesmal war allerdings "Eule" Grewe gemeint, der nochmal bei der ersten Mannschaft aushalf. Wobei auch Wölte die Herausforderung angenommen hätte, wenn er gedurft hätte. "Ich bin ein Torwart, der gerne mitspielt. Wenn es sich im Training mal ergibt, gehe ich auch gerne aufs Feld", sagt der gelernte Bankkaufmann, der aktuell BWL in Osnabrück studiert und mit Ausnahme einer "kleinen Sünde im Jugendbereich" (in der C-Jugend eine Saison lang bei Arminia Ibbenbüren) immer im Vogelsang gekickt hat.
Befreiungsschlag gegen Büren
Erstmals half Kevin Grewe übrigens Ende August aus, damals stand selbst Spielertrainer Emanuel Beckmann-Smith in der Startelf beim 3:1-Erfolg im Derby. Es war seinerzeit der erste Saisonsieg der Riesenbecker - und es sollte für lange Zeit der einzige bleiben. Am Sonntag endete mit dem 2:1-Derbysieg gegen den SV Büren endlich eine lange Durststrecke. Durch den Dreier im Sechs-Punkte-Spiel gab Teuto die Rote Laterne ab und steht nun punktgleich mit Büren und SuS Neuenkirchen II auf Platz 15. In der Lotterie "drei aus vier", die aktuell den Abstiegskampf beherrscht, hat Riesenbeck nun wieder bessere Karten.
"Das war ein geiles Gefühl nach dem Abpfiff - da ist schon ein bisschen was abgefallen", berichtet Wölte. . Es ist alles drin. Wir haben noch zwei Spiele vor der Winterpause, in denen wir uns noch ein paar Punkte erhoffen." Am Sonntag geht's zu Wacker Mecklenbeck, im letzten Spiel vor der Winterpause steht dann das erste Rückrunden-Spiel bei Falke Saerbeck an. "Schade, dass wir nicht auf Schalke spielen", sagt der Schlussmann mit Blick auf die knapp verpasste Bewerbung der Saerbecker für das Veltins-Heimspiel in der Arena.
Großes Lob für "Becks"
Trotz teils heftiger Klatschen (1:7 in Mauritz, 1:5 gegen Hauenhorst, 0:5 in Handorf, 1:6 beim SC Halen, 0:8 beim SC Münster 08) war die Stimmung im Team eigentlich nie richtig schlecht, berichtet Wölte. "Die Mannschaft hält zusammen. Wir wussten alle, dass es schwer wird, weil wir viele Abgänge hatten und aus den eigenen Reihen aufgefüllt haben. Ich verliere lieber mal 1:7 und hole danach einen Sieg, anstatt alle Spiele knapp zu verlieren. Wir kommen immer besser rein, die jungen Spieler machen es richtig gut." Die Beteiligung im Training hat sich nach einer Ansage des Chefcoaches auch deutlich verbessert, zuletzt durfte "Becks" 20 Spieler begrüßen. Dass der Übungsleiter frühzeitig seine Zusage für die nächste Saison gegeben hat, findet der Schnapper super: "Ich komme mit Becks mega gut klar. Er ist ein super Trainer. Sicherlich hatte er sich bei seiner Zusage erhofft, das ein, zwei Stammspieler mehr da bleiben. Er ist mit der Situation aber super umgegangen", findet er.
Wölte selbst wurde vor der Saison zum dritten Kapitän ernannt und sollte eigentlich in den ersten Spielen im Kasten stehen. Ein widerborstiger Muskelfaserriss setzte ihn dann jedoch fast zwei Monate komplett außer Gefecht. Erst beim 0:4 in Neuenkirchen feierte der Keeper sein Comeback, mittlerweile stand er dreimal im Kasten. Dass er und seine Torwartkollegen Phil Theile und Philipp Stockmann mit 53 Gegentreffern die meisten in der Liga kassiert haben, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. "Für einen Torwart ist das immer sch... Philipp hat in Mauritz sieben Stück kassiert - und trotzdem noch ein paar rausgeholt. Es gibt bei uns keine klare Nummer eins, es geht nach Leistung. Beide machen ihre Sache richtig gut und haben es genauso verdient, zu spielen. Auf der Torwart-Position haben wir das geringste Problem...", stellt Wölte klar.
Schwupps, da ist die Hinrunde schon so gut wie beendet. Vor dem letzten Tippduell ist die Heimspiel-Bilanz weiterhin verheerend. Redakteur Christian Lehmann meldete sich am vergangenen Wochenende allerdings mit einem famosen Statement zurück. Unter anderem tippte er das Spitzenspiel zwischen Nullacht und Greven komplett richtig. Der Mauritzer Jonas Keller tippte nicht so gut, wie er und seine Truppe aktuell kicken und hatte beim 8:3 nicht viel zu bestellen.
Anschwitzen, der 15. Spieltag
SC Greven 09 - 1. FC Nordwalde (Sonntag, 14.30 Uhr)
Nordwalde hat sich mit dem 2:1-Sieg gegen Neuenkirchen zurückgemeldet in der Spitzengruppe und liegt als Sechster zehn Punkte hinter dem Tabellenzweiten aus Greven. Die Nullneuner wussten beim Highlight-Spiel in Münster über weite Strecken zu überzeugen, verpassten aber den Sprung an die Spitze und sind im Fernduell um die Herbstmeisterschaft auf einen Ausrutscher der Nullachter in Mauritz angewiesen.
Heimspiel-Tipp: 2:0
Wölte: Ich habe mir das Spiel der Woche gegen Münster 08 angeschaut - das war mega-geil - 2:1.
SuS Neuenkirchen II - TSV Handorf (Sonntag, 14.30 Uhr)
Vier Pleiten in Folge mussten die Handorfer zuletzt einstecken. Woher der Spannungsabfall nach dem starken Saisonstart und dem 1:0-Triumph gegen Ligaprimus Münster 08 rührt, wissen sie an der Hobbeltstraße auch nicht so recht. Die Partie am Haarweg ist richtungsweisend. Die SuS-Reserve hat zuletzt wieder zweimal in Folge verloren und den Schwung aus zwei 4:0-Siegen nicht mit in den November genommen. Acht Punkte beträgt der Rückstand der Neuenkirchener auf Handorf. Da Büren und die Kobbos direkt aufeinandertreffen, brauchen die Hausherren mindestens ein Remis, um nicht sicher auf einen Abstiegsplatz zu rutschen.
Heimspiel-Tipp: 3:3
Wölte: Da muss ich auf Handorf gehen - 1:2. Ein subjektiver Tipp.
Wacker Mecklenbeck - Teuto Riesenbeck (Sonntag, 15 Uhr)
Vor ein paar Wochen wäre es für Teuto wohl ein günstigerer Zeitpunkt gewesen, um bei Wacker anzutreten. Die Lila-Weißen haben nach drei Siegen in Folge wieder ordentlich Selbstvertrauen getankt und den Anschluss zur Spitzengruppe hergestellt. Der Rückstand auf den Liga-Vierten aus Hauenhorst etwa beträgt nur zwei Punkte für den Tabellen-Neunten. Für die statistisch harmloseste Offensivabteilung der Liga - Teuto traf bisher erst 15 Mal - dürfte es gegen die zweitbeste Heim-Defensive insgesamt ohnehin schwer werden, ein Tor zu erzielen. Weniger Gegentore als Wacker (8) kassierte daheim nur der SC Münster 08 (5).
Heimspiel-Tipp: 2:0
Wölte: Wir müssen mal wieder zu null spielen - 0:1 wäre mein Wunschergebnis.
SV Büren - TGK Tecklenburg (Sonntag, 15 Uhr)
Für den Fußballkreis Tecklenburg läuft's einfach nicht in dieser Saison. Vier der fünf letztplatzierten Teams kommen aus dem Kreis 31. Im Duell des Drittletzten gegen das Schlusslicht wollen sich beide wieder in eine bessere Position bringen und bestenfalls die Abstiegsränge verlassen. Die letzten sieben Spiele gegen Büren hat Tecklenburg nicht verloren, zehn von 18 Partien für sich entschieden. Nur dreimal ging Büren aus diesen Duellen als Sieger hervor. In der vergangenen Spielzeit feierten die Kobbos zwei Siege (1:0/2:1).
Heimspiel-Tipp: 4:4
Wölte: 2:2
SV Mauritz - SC Münster 08 (Sonntag, 15 Uhr)
Bleibt's ein Zweikampf oder wird's ein Dreikampf? Nach der Punkteteilung zwischen Nullacht und Greven am letzten Sonntag sind die Mauritzer bis auf sechs Punkte an den Spitzenreiter herangerückt - mit einem Sieg im nächsten Gourmet-Happen würde das Team von Trainer Ivo Kolobaric wieder Lunte riechen. Was für die Mauritzer spricht? Sie sind das beste Heimteam der Liga und haben die Gäste beim jüngsten Aufeinandertreffen im Kreispokal Mitte Oktober mit 5:0 rasiert. Das könnte allerdings auch für die Gäste sprechen, die sich noch sehr gut an das Debakel erinnern dürften und auf Revanche aus sind. Zuvor hatten sich die Nullachter dreimal in Folge deutlich durchgesetzt. Ein legendäres Duell lieferten sich beide vor rund eineinhalb Jahren im Kreispokal, als Mauritz dank eines 16:15-Erfolgs im Elfmeterschießen ins Endspiel einzog. Ein 16:15 - egal für wen - würden wir auch am Sonntag wohl gerne nehmen...
Heimspiel-Tipp: 2:3
Wölte: Die haben uns beide abgeschossen - 1:1.
Concordia Albachten - Borghorster FC (Sonntag, 15 Uhr)
Zum Jahresende sieht sich Concordia Albachten nochmal ein paar ganz kniffligen Aufgaben gegenüber. Das schwere Gastspiel in Hauenhorst hat das Team von Trainer Marco Weitz mit Bravour gemeistert. Die Albachtener sind nunmehr seit vier Spielen ungeschlagen. Mit Borghorst am Sonntag und Wolbeck am 26. November warten aber noch zwei Schwergewichte auf die Männer von der Hohen Geist. Der BFC schwächelte allerdings zuletzt ein wenig und holte nur einen Sieg aus den vergangenen sechs Spielen. In dieser Woche gaben die Piggenadler bekannt, wer in der neuen Saison auf der Trainerbank sitzen wird. Ehe Alex Hollermann übernimmt, will Coach Roland Jungfermann aber noch das Maximum rausholen aus seiner Truppe. Mit dem aktuellen Platz acht will er sich da wohl eher nicht zufrieden geben.
Heimspiel-Tipp: 1:2
Wölte: 3:2
Falke Saerbeck - TuS Altenberge (Sonntag, 15.30 Uhr)
Noch vor knapp einem Monat sah es richtig gut aus für die Saerbecker in der Tabelle. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen Neuenkirchen folgten allerdings vier Pleiten und zuletzt immerhin ein Punktgewinn in Borghorst. Die Wende will Nicholas Beermanns Team im Duell gegen den Mitaufsteiger einleiten. Altenberge liegt im Klassement zwei Plätze und vier Punkte vor Saerbeck, die Mannschaft von Trainer Dennis Brunsmann hat zuletzt mit sieben Zählern aus fünf Spielen ganz ordentlich gepunktet, braucht aber noch ein bisschen mehr Zählbares, um nicht mehr in Schieflage zu geraten.
Heimspiel-Tipp: 2:2
Wölte: 2:1 - aber Schocke macht ein Tor.
VfL Wolbeck - Germania Hauenhorst (Sonntag, 15.30 Uhr)
Von wegen graue Maus! Die Wolbecker waren zuletzt richtig on fire, haben sich nach nur eine Niederlage aus den letzten sieben Spielen (0:1 bei Münster 08) bis auf Platz fünf vorgeschoben und sich das zweite kleine Spitzenspiel des 15. Spieltages erarbeitet. Hauenhorst hat in der laufenden Spielzeit erst zweimal verloren und stellt mit nur 16 Gegentoren die drittbeste Abwehr der Liga. Auswärts ist das Team von Trainer Markus Heckmann noch komplett ungeschlagen. Der VfL allerdings hat am heimischen Brandhoveweg auch nur ein Spiel bisher verloren.
Heimspiel-Tipp: 1:2
Wölte: 2:1
Tippspiel-Zwischenstand
1. Leon Lüntz (SV Büren/13. Spieltag) - 9 Punkte
1. Fabian Jülkenbeck (Concordia Albachten/4. Spieltag) - 9 Punkte
1. Yannick Gieseler (VfL Wolbeck/1. Spieltag) - 9 Punkte
4. Steffen Köhler (Borghorster FC/8. Spieltag) - 8 Punkte
5. Florian Schocke (TuS Altenberge/2. Spieltag) - 7 Punkte
6. Robin Wellermann (SC Münster 08/6. Spieltag) - 6 Punkte
6. Niklas Wiechert (Wacker Mecklenbeck/9. Spieltag) - 6 Punkte
6. Fabian Helmes (1. FC Nordwalde/11. Spieltag) - 6 Punkte
9. Steffen Wilkens (Falke Saerbeck/10. Spieltag) - 5 Punkte
9. Lars Dohmen (TSV Handorf/7. Spieltag) - 5 Punkte
9. Steffen Kauling (SuS Neuenkirchen II/12. Spieltag) - 5 Punkte
12. Andreas Heckmann (Germania Hauenhorst/3. Spieltag) - 4 Punkte
13. Kevin Ikeakhe (TGK Tecklenburg/5. Spieltag) - 3 Punkte
13. Jonas Keller (SV Mauritz/14. Spieltag) - 3 Punkte
Bilanz der Heimspiel-Redaktion
Siege: 3 | Unentschieden: 1 | Niederlagen: 10
* Punkteberechnung: Für ein richtiges Ergebnis gibt es drei Punkte, für eine richtige Tendenz einen Punkt. Für eine richtige Tendenz mit dem gleichen Torabstand (z.B. 2:2 bei Tipp 1:1, 3:2 bei Tipp 1:0,...) gibt es zwei Punkte.







































