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Bezirksliga 7

Fetsch hat bald endlich mal Zeit für eine Bratwurst


Von Fabian Renger

(10.05.21) 2016 kam Lois Fetsch zum VfL Wolbeck. Es war seine erste Station als Cheftrainer. Damals war Wolbeck noch A-Ligist, auf Anhieb gelang der Meistertitel. Im Öffnet externen Link in neuem Fensterbeinahe schon legendären Entscheidungsspiel in Albersloh schlug der VfL Concordia Albachten mit 5:4 im Elfmeterschießen. Die Premierensaison für den heute 48-jährigen Übungsleiter endete mit dem Bezirksliga-Aufstieg. Kann man so machen. In den Folgejahren hielt Fetsch die Mannschaft sauber in der Bezirksliga. Zunächst in der 12er-Staffel, seit der vorigen Saison in der Staffel 7.

Bereits seit dem vorletzten Jahr ist klar: Fetsch streicht im Sommer 2021 die Segel am Brandhoveweg. Mit ihm auch sein ursprünglich als Nachfolger eingeplanter und aufgebauter Trainerkompagnon Florian Quabeck, aber auch der zweite Co Robin Westhues und Torwarttrainer Karsten Markfort machen sich vom Acker. Wichtig ist Fetsch, immer im Team zu sprechen, von allen, die gehen, und nicht nur von ihm. Zum Abschied haben wir mit ihm auf die fünf Jahre zurückgeschaut, über seine Zukunft und ganz besondere Bekanntschaften gesprochen...

Lois! Im Öffnet externen Link in neuem Fenstervergangenen Jahr hast du dich noch gefreut, dich nicht unter Corona-Bedingungen verabschieden zu müssen. Und jetzt kommt's doch so. Wie ist die Gefühlslage bei dir momentan?
Fetsch: Letztes Jahr tat es mir Leid für einen Christof Brüggemann, um mal ein Beispiel zu nennen. Ich hab gehofft, dass es für mich besser kommt. Natürlich auch für Flo, Robin und Karsten Markfort, die zusammen mit mir aufhören. Es gibt ja jetzt immerhin Licht am Ende des Tunnels und die Hoffnung, dass wir vielleicht im Juni noch ein schönes Abschlusstraining machen können und die Jungs wenigstens noch einmal an den Ball kommen. Die sehnen sich ja auch danach. Das wäre total schön.

Vor allem nach fünf Jahren will man sich ja nicht einfach so verabschieden und sagen: Tschüss, Leute, das war's jetzt, ich bin dann mal weg...
Fetsch: Es waren fünf spannende, aufregende, lehrreiche und sehr schöne Jahre. Wenn wir darauf mit einem Bier anstoßen können, wäre das top.

Was war denn lehrreich in den fünf Jahren?
Fetsch: In den ersten beiden Bezirksliga-Jahren ging es auch um den Abstiegskampf. Wir haben mit unserer jungen Truppe viele Erfahrungswerte gesammelt. Auf der anderen Seite bin ich total dankbar dafür, mit wem ich alles zusammenarbeiten durfte. Das fängt an mit Raimund "Theo" Möllers und "Lalle" Anfang als Sportvorstand und Sportliche Leitung. Gerade mit "Lalle" hatte ich einen engen Austausch. In der ersten Zeit hatte ich Yannick Gieseler als Co-Trainer, dann kamen nach und nach sehr erfahrene Spieler dazu: Ein Flo Quabeck, ein Marco Bensmann, ein Daniel Seidel, ein Damian Hallas. Das war echt spannend, von solchen Leuten kann man viel mitnehmen. Sie haben höher gespielt und viel Erfahrung mitgebracht, hatten andere Sichtweisen, das waren konstruktive Gespräche - das meinte ich mit lehrreich.

Bensmann und Quabeck verpflichtete der VfL Öffnet externen Link in neuem Fensterseinerzeit für gleich drei Jahre. Er sei dafür belächelt worden in seinem Umfeld, berichtet Fetsch. "Das wäre Quatsch und würde nix werden", hieß es. Am Ende wurde es ein riesen Ding. "Sie waren drei Jahre da und super wertvoll für uns."  Daniel Seidel kam aus der Oberliga, ihn bezeichnet Fetsch mittlerweile als Freund. Seidel sei ein megageiler Typ und feiner Charakter. Auch Hallas habe mit seiner entspannten positiven Art beeindruckt. Die Liste könnte er ewig weiter spinnen. "Da gab es schon viele tolle Spieler und Persönlichkeiten."

Und aufregend war es ja auch. Gerade das erste Jahr war wahrscheinlich mit das aufregendste, oder? 
Fetsch: Ja, die erste Saison war der absolute Wahnsinn! Das war meine erste Station als Chefcoach und wir haben die ersten drei Spiele nicht gewonnen. Als Verfolger haben wir anschließend eine mega Serie hingelegt, waren immer oben dabei und zum Ende der Saison wurde es nochmal richtig knapp. Im letzten Spiel gegen Gelmer mussten wir unbedingt punkten, damit wir kein Entscheidungsspiel gegen sie brauchen. Kurz vor Schluss beim Stand von 1:1 gibt's einen Elfmeter für den Gegner, den Marc Klein hält. Das war schon aufregend. 

Das gilt wohl auch für das Aufstiegsspiel in Alberlsoh gegen Albachten ...
Fetsch: Außer Frage, auch beim Entscheidungsspiel ging der Puls bei dem ganzen Drumherum hoch. Nach einem Platzfehler liegen wir in der Verlängerung im Rückstand. Dann machen wir das 1:1, Lattenschuss, Marc Klein hält nochmal super - und im Elfmeterschießen war Marc Klein wieder für uns da und hält nochmal zwei Elfmeter. Aus dem Aufstiegskader sind im Grunde genommen nur noch Marc und Jan Schröer da. Nach und nach hat sich das Gesicht verändert, wir sind unserem Konzept mit jungen Spielern, die einen Bezug zu Wolbeck haben, gefolgt. Das hat super funktioniert. Ich bin der Ansicht, dass wir den Kader kontinuierlich jedes Jahr ein stückweit verbessert haben.

Was wird dann aus dir künftig?
Fetsch: Ich werde erstmal eine Pause machen und den Fokus auf den Job legen, auch um ein bisschen Abstand zu gewinnen. Natürlich werde ich mir aber das eine oder andere Spiel vom VfL angucken. Aber auch auf anderen Plätzen will  ich gucken, wie die Bratwurst schmeckt. Ob das in Westkirchen ist, wo Robin seine erste Station als Chefcoach antritt. Ein überragender Typ übrigens. Oder mir ansehen, was die Rehbergs oder ein Malte Höppner beim SC Münster 08 machen. Oder ich fahr mal zum BSV Roxel zu meinem Kumpel Oliver Logermann oder zu Yannick Gieseler nach Nottuln. Oder ich schaue mal bei Emsdetten 05 vorbei...

Hörst sich nicht nach Langeweile an. Du wirst also nicht Sportlicher Leiter in Wolbeck? Die Gerüchte gab es ja durchaus.
Fetsch: Das war Thema, ja, da gab's parallel auch andere Anfragen für verschiedene Aufgaben. Ich habe mich aber klar dafür entschieden, bis Oktober definitiv erstmal nichts zu machen. Ein stückweit habe ich das in der letzten Zeit auch genossen, sonntags nicht raus zu müssen. Das Wochenende hatte so eine andere Qualität.

Hattest du denn überhaupt mal eine richtige Pause vom Fußball? Du warst ja vor deiner Wolbecker Zeit Co-Trainer bei Emsdetten 05.
Fetsch: Davor habe ich mal ein Jahr Pause gehabt. Das war der Schritt damals, als Spieler [mit 42 Jahren, d. Red.] aufzuhören und ich brauchte diesen Cut. Die Anfrage von Emsdetten 05 als Co-Trainer passte damals aber perfekt. Jetzt mache ich mindestens ein halbes Jahr eine Pause und dann schaue ich mal, wie sich das anfühlt.

Was war denn in Wolbeck die schönste Zeit? Du warst ja schließlich Spieler, spielender Co-Trainer unter Carsten Becker und zuletzt eben Cheftrainer.
Fetsch: Schwierig. Jede Zeit hatte schöne und auch anstrengende Phasen. Ich gucke auf fünf tolle Jahre beim VfL Wolbeck zurück. Das war super, ich hab ganz tolle Menschen kennengerlernt, das Umfeld war sehr familiär. Auch wenn es mal Druck gegeben hat, habe ich immer Rückendeckung bekommen. Ob vom Sportvorstand oder von den Fans wie den Wolbeck Ultras. Und wenn mal ein Spiel nicht gut lief, gab's aufmunternde Worte.

Mit Kolja Zeugner steht dein Nachfolger in den Startlöchern.
Fetsch: Ich hab mit ihm telefoniert, er macht einen super Eindruck. Meiner Meinung nach ist er genau der richtige für die Jungs. Wenn wir es schaffen und dürfen, im Juni ein Abschlusstraining zu machen, können wir meinen Abschied und seine persönliche Vorstellung vielleicht verknüpfen. Ich drücke jedenfalls allen die Daumen, dass es im August wieder losgeht und eine ganze Saison durchgespielt werden kann.

Bezirksliga 7



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5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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