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Frauen-Landesliga 3 - Anschwitzen

Johanna Mersmann, Kapitänin von GW Nottuln, will am Sonntag alles daran setzen, den nächsten Dreier gegen Amelsbüren zu holen.

Zu Hause hui, auswärts pfui


Von Theresa van den Berg

(01.11.19) Was ist da los in Nottuln? Nach dem überraschend guten Saisonstart mit 17 Punkten aus sieben Spielen und der damit verbundenen Tabellenführung, konnte das Team um Johanna Mersmann keine der vergangenen drei Partien mehr für sich entscheiden. Gegen Scheidingen, Ibbenbüren und Telgte holten die Grün-Weißen nur einen Punkt. Von einer Krise wollte die Kapitänin jedoch nicht sprechen. "Woran das liegt, können wir uns alle nicht erklären. Wir trainieren gut, schaffen es aber nicht, die Leistung auf den Platz zu bringen." 

Es bleibt eng da oben. Denn auch wenn die Schützlinge von Anna Donner ihre gute Ausgangsposition vorerst verspielt haben, ist mit Rang Fünf und nur drei Punkten Rückstand auf die Spitze alles im Lot. Auch die Trainerin wollte die aktuelle Situation nicht zu negativ bewerten. "Im Heimspiel gegen Ibbenbüren haben wir sehr gut und überlegen gespielt." Das Problem seien die Auswärtsbegegnungen. "Da holen wir zu wenig Punkte. Vor allem in den letzten zwei Partien waren wir grottenschlecht", findet Donner klare Worte. Nur fünf von fünfzehn möglichen Zählern sammelten die Nottulnerinnen in der Ferne. 

Nervosität kostet Punkte

Doch nicht nur auswärts hat Nottuln so seine Probleme. Auch gegen Mannschaften aus dem Keller tut sich die Elf schwer. "Wir sind keine Mannschaft, die über den Kampf kommt. Wenn die Gegner, so wie Gronau oder Oeding, das aber tun, müssen wir erst einmal damit klar kommen", sagt Mersmann. "Außerdem werden wir oft zu nervös", merkt sie mit Blick auf die knappen Ergebnisse an. "Wir wollen den Sieg dann unbedingt und spielen nicht mehr unser Spiel, sondern fangen an, lange Bälle zu schlagen." Die Gegentore seien oft Geschenke, "an denen wir selbst Schuld sind." Fünfzehn Gegentore in zehn Spielen, "das ist zu viel", weiß die 23-jährige.

Mersmann, die schon in ihrem zweiten Jahr bei den Seniorinnen die Kapitänsbinde übernommen hat, versucht alles, um den Trend zu drehen. "Ich versuche gerade die Jüngeren zu unterstützen, alle zu motivieren und zu pushen." So ganz genau weiß sie nach dem unverhofft guten Start und der darauffolgenden Schwächephase nicht, wo ihr Team jetzt steht. Ein déjà-vu, wie in der vergangenen Saison, erwartet die Ur-Nottulnerin allerdings nicht. "Den Unterschied macht unsere Trainerin, die für den Fußball lebt. Sie weiß ganz genau, was sie macht und hilft uns immer weiter. Der große Kader ist ein zusätzlicher Vorteil."

Zurück zu alter Stärke

Gegen Amelsbüren macht sich Mersmann auf eine enge Kiste gefasst. "Das wird ein hartes Spiel, in dem wir zeigen wollen, dass wir oben mitspielen können. Dafür müssen wir aber unsere schnellen Flügel wieder mehr mit einbringen."  Daran, dass die Nottulnerinnen den Schalter wieder umlegen, hat sie keine Zweifel - denn zu Hause sind sie eine Macht. 

Borussia Emsdetten - SV Herbern (Sonntag, 12:30 Uhr)

Emsdetten und der SV - das geht für die Rot-Weißen meistens nicht gut aus. Zumindest war dies in der vergangenen Saison der Fall. Mit 1:3 und 0:2 verlor die Borussia beide Duelle. "Ich hoffe, dass wir mal gegen Herbern punkten können. Zumal es beim 0:2 ein Spiel auf ein Tor war, in dem Herbern zwei Mal vor unser Tor gekommen ist und zwei Mal getroffen hat", kann Stephan Claßen sich noch gut an die Niederlagen erinnern. Für den Trainer ist klar: "Wir wollen es am Sonntag besser machen und nachlegen." Dass die Gäste momentan schlagbar sind, zeigen die jüngsten Ergebnisse. Gegen Amelsbüren und Telgte setzte es hohe Niederlagen. Während Emsdetten seit dem vierten Spieltag nicht mehr verloren hat, liegt der letzte Sieg der Herbernerinnen schon fünf Spieltage zurück. 
Heimspiel-Tipp: 3:1
Johanna Mersmann: 3:0

Fortuna Gronau - SC Gremmendorf (Sonntag, 12:30 Uhr)
Vor der Saison hätte man diese beiden Teams punktetechnisch wohl eher weit voneinander entfernt gesehen. Am elften Spieltag sieht das Ganze aber anders aus: Gronau steht mit acht Punkten auf dem zwölften Platz, Gremmendorf nur drei Zähler davor auf Rang neun. Die Elf von Pascal Henckel hat erst drei Spiele für sich entschieden und musste sich am vergangenen Spieltag nach einer 2:0-Führung noch mit einem 2:2 gegen Brochterbeck zufriedengeben. Die Fortuna verlor mit 0:3 gegen den Tabellenführer aus Emsdetten und offenbarte dort wieder ihr größtes Problem: Kämpfen und verteidigen können die Gronauerinnen. Allerdings bleiben sie offensiv oft zu ungefährlich. Neun Tore in zehn Spielen - nur der Tabellenletzte aus Oeding traf seltener (8).
Heimspiel-Tipp: 1:2
Johanna Mersmann: 0:2

SG Coesfeld - Union Wessum (Sonntag, 12:30 Uhr)
Abhaken und weitermachen - das dürfte wohl das Motto der Coesfelderinnen nach dem 0:2 gegen Amelsbüren vom vergangenen Spieltag sein. Der Gegner war 90 Minuten das überlegenere Team, in einem Spiel, in dem bei der SG nichts so wirklich zusammenlaufen wollte. Die Gastgeberinnen sollten diese Niederlage schnell aus ihren Köpfen streichen, immerhin ist am Sonntag keine geringere Mannschaft als Wessum zu Gast. Die Elf von Marco Leimbach reist mit zwei Niederlagen im Gepäck an. Eine dritte kann und sollte nach dem ausgefallenen Spiel gegen Herbern nicht Wessums Anspruch sein. Vier Punkte trennen die Teams, die wohl beide etwas gut zumachen haben.
Heimspiel-Tipp: 0:2
Johanna Mersmann: 2:2

BSV Brochterbeck - SuS Scheidingen (Sonntag, 14:30 Uhr)
Das Spiel gegen Gremmendorf hat Andrew Celiker eins gezeigt: "Wenn wir als Mannschaft spielen und so zusammen kämpfen, ist es egal, wer der Gegner ist." Im Heimspiel will der BSV-Trainer mit viel Disziplin den zweiten Dreier in dieser Saison holen. Scheidingen hingegen gewann vier von zehn Spielen - drei davon in den vergangenen drei Partien. Der SuS ist also gut drauf zurzeit. Das 3:0 gegen Oeding verschaffte den Scheidingerinnen ein wenig Luft nach unten und damit auch zu Brochterbeck. Die Elf von Celiker steht mit acht Punkten zwar nicht auf einem Abstiegsplatz, das hat sie allerdings nur dem besseren Torverhältnis zu verdanken. Punkte können mit Sicherheit beide Mannschaften gut gebrauchen. 
Heimspiel-Tipp: 1:2
Johanna Mersmann: 3:1

Concordia Flaesheim - SG Telgte (Sonntag, 14:30 Uhr)
Endlich! Das dürfte sich wohl Telgtes Sebastian Wende nach dem 2:0 gegen Nottuln am vergangenen Sonntag gedacht haben. Seine Schützlinge zeigten über die kompletten 90 Minuten eine gute Leistung und verließen verdient als Sieger den Platz. "Wenn wir das noch einmal abrufen, wird es schwer für Flaesheim", so Wende. Wichtig sei nur, von Anfang an zu funktionieren, "sonst wird man bestraft." Bestraft hat die Concordia ihre Gegner in dieser Saison noch nicht all zu oft. Erst zwei Siege haben die Flaesheimerinnen auf ihrem Konto. Beide haben sie gegen direkte Konkurrenten aus dem Keller eingefahren. Und auch die anderen zwei Punkte holte der Tabellendreizehnte gegen Mannschaften aus dem unteren Drittel. Gegen Teams die darüber stehen, blieb die Concodia noch glücklos. Ändert sich das gegen Telgte?
Heimspiel-Tipp: 0:2
Johanna Mersmann: 1:2

FC Oeding - Arminia Ibbenbüren (Sonntag, 15 Uhr)
Der nächste Gegner von unten, die nächste Partie, in der Ibbenbüren wohl das Spiel machen muss. So langsam sollte sich die Mannschaft von Katharina Eiter an die neue Situation in dieser Saison gewöhnt haben. "Ich bin davon überzeugt, dass wir gegen Oeding nachlegen werden", ist die Trainerin weiterhin selbstbewusst. "Es wird wichtig sein, spielerische Lösungen zu finden und unsere Torchancen effizient zu nutzen", so Eiter, die mit einem defensiv ausgerichteten Gegner rechnet. "Wir müssen uns viel bewegen, Räume reißen und mehr arbeiten, als gegen Gegner, die mitspielen." In der Theorie so weit so gut. Einfach wird das aber wahrscheinlich nicht. Die Oedingerinnen werden mit Sicherheit alles daransetzen, die siebte Niederlage in dieser Saison zu verhindern und den letzten Tabellenplatz zu verlassen. 
Heimspiel-Tipp: 0:2
Johanna Mersmann: 0:3

GW Nottuln - GW Amelsbüren (Sonntag, 15 Uhr)
Vierter gegen Fünfter, 18 Punkte gegen 18 Punkte. Hier treffen zwei Gegner auf Augenhöhe aufeinander. Nur die aktuelle Form könnte nicht unterschiedlicher sein. In den vergangenen drei Spielen holte Nottuln einen Punkt - bei einem Torverhältnis von 2:5. Amelsbüren gewann dagegen alle drei Partien, erzielte dabei elf Tore und kassierte nur eins. Einen Vorteil sieht Amelsbürens Trainer Andreas Wennemer darin aber nicht. "Nottuln ist eine gestandene Mannschaft. Sie wird nicht nervös sein, nur weil sie mal nicht geliefert hat." Der Trainer weiß um die Stärke der Gastgeber - genauso wie Anna Donner. "Ich bin mir sicher, dass wir unsere Leistung zu Hause wieder um 180 Grad drehen und es ein spannendes und niveauvolles Spiel wird. Wir müssen die schnellen Außenspielerinnen in den Griff bekommen und unsere Stärken wieder mehr in Szene setzen." 
Heimspiel-Tipp: 2:2
Johanna Mersmann: 2:1



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2    TGK Tecklenburg 20    81:24 51  
3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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