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Frauen-Landesliga 3

Mayra Dominguez (r.) und die SG Telgte stehen in der Tabelle noch lange nicht da, wo sie stehen wollen.

Anders als geplant


Von Theresa van den Berg 

(08.10.19) Es gibt Mannschaften wie Wessum, die sind soweit im Soll. Es gibt Mannschaften wie Nottuln und Ibbenbüren, die stehen sogar überraschend gut da. Es gibt Mannschaften wie Gronau und Oeding, die wussten von Anfang an, dass sie es schwer haben würden. Und dann gibt es Mannschaften, die ihren Zielen und Erwartungen hinterherlaufen. Dazu gehören mit Telgte, Gremmendorf und Brochterbeck aktuell gleich drei Teams. 

Wessum kombiniert sich zum Sieg 

Das Pokalaus in Nottuln (1:3) scheint die Mannschaft von Marco Leimbach gut verkraftet zu haben. Zwar kassierten die Wessumerinnen beim 5:1 gegen Telgte den ersten Gegentreffer zu Hause, damit konnte der Trainer am Ende aber wohl gut leben. "Das war ein richtig, richtig gutes Spiel von uns", freute sich Leimbach. "Telgte hatte über 90 Minuten vielleicht drei Chancen. Ansonsten hatten wir sie spielerisch im Griff und hätten sogar noch mehr Tore machen müssen." Bis auf das 3:1 von Christin Holtkamp durch einen Handelfmeter (60.), kombinierte sich Wessum bei allen Toren bis vor den Kasten von Catia Rodrigues Santos. Drei Mal Charlotte Eismann (11., 70., 71.) und ein weiterer Treffer von Holtkamp (43.) bescherten dem Tabellenzweiten den ungefährdeten Sieg. 

Lediglich in der Phase rund um den Anschlusstreffer zum 1:2 durch Sarah Fipke (55.) verlor Union kurz die Ordnung. In Wessum läuft soweit also alles nach Plan. Ganz anders sieht es da bei Telgte aus. Sieben Punkte nach sieben Spielen - das hat man sich auch mit Blick auf die Verstärkungen wohl anders vorgestellt. "Wenn man nur 15 Minuten einigermaßen im Spiel ist, ist das einfach zu wenig", weiß Telgtes Trainer Sebastian Wende, dass in diesem Spiel nichts zu holen war. Ganz im Gegenteil: "Unsere Innenverteidigung und Torhüterin haben noch Schlimmeres verhindert." Die Mannschaft habe sich im Verbund noch nicht gefunden, die Mannschaftsteile arbeiten nicht zusammen. Da tun die vielen Ausfälle und Umstellungen Woche für Woche ihr übriges. 

Sechs sind fünf zu wenig

Ähnlich sieht es beim Nachbarn aus Gremmendorf aus: ebenfalls sieben Punkte auf dem Konto, ebenfalls waren die Erwartungen zu Beginn der Saison höher. Doch auch am vergangenen Spieltag sprang  beim 0:2 gegen Nottuln nichts Zählbares heraus. "Wir haben ein, zwei Fehler zu viel gemacht", bemängelte Trainer Pascal Henckel. So geschehen beispielsweise beim 0:1 in der 21. Minute durch Josefine Höppener. "Eigentlich haben wir die Situation durch ein taktisches Foul im Mittelfeld gut gelöst." Doch dann "pennte" (O-Ton Henckel) seine Elf, Nottuln führte den Freistoß schnell aus und stand blank vor dem Tor von Vera Heinker. Zwar zeigte Gremmendorf in Halbzeit Zwei eine bessere Leistung, die Chance auf ein Tor sprang dabei aber nicht heraus. "Wir kommen bis zum Sechzehner. Dann fehlt der finale Pass." 

Auch die Nottulnerinnen hatten in einem Spiel, das überwiegend im Mittelfeld stattfand, nicht viele Hochkaräter zu verzeichnen. "Sie waren allerdings in den richtigen Momenten cleverer", gab Henckel zu. Und so machte Lara Elpers in der 62. Minute im Nachschuss den Deckel endgültig drauf. So ganz genau kann sich Henckel die aktuelle Situation nicht erklären. "Ich weiß nicht, was im Moment los ist. Ich habe immer sechs Spielerinnen, die sich reinhängen. Die anderen glauben vielleicht, dass es in der Landesliga von alleine läuft. Einige tun nicht genug, gehen immer ein, zwei Meter zu wenig. Diese Ausfälle kann man nicht kompensieren", findet Henckel klare Worte. 

Brochterbeck beschert Oeding ersten Sieg

Der dritte Kandidat im Bunde ist Brochterbeck. Gegen den direkten Konkurrenten aus dem Keller, den FC Oeding, gab es laut Trainer Andrew Celiker eine verdiente Niederlage. "Die Einstellung passte nicht, wir haben nicht gespielt und und waren nicht konzentriert genug", kritisierte der Coach die Leistung in der ersten Halbzeit. Nach 45 Minuten lag seine Mannschaft bereits durch Tore von Janine Poll (12.) und Joleen Rüskamp (27.) mit 0:2 hinten. Trotz einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt und dem Anschlusstreffer durch einen Elfmeter von Britta Meerkötter nach einem Foul an Nadja Bischof (75.), reichte es nicht zu einem Punkt. Zwei Zähler sind es jetzt noch bis zu einem Abstiegsplatz. Der Coach hält aber den Ball flach. "Klar erwartet man als Trainer neun oder vielleicht auch elf Punkte nach sieben Spielen. Aber der Weg ist noch lang, da kann noch alles passieren." 

Emsdetten findet zu alter Stärke

Immer besser in Fahrt kommen hingegen die Frauen aus Emsdetten. Mit dem verdienten - da waren sich beide Trainer einig - 2:0 gegen Amelsbüren gelang der Mannschaft von Stephan Claßen der vierte Sieg in Folge. "Spielerisch war das die beste Leistung in dieser Saison. Keine Ahnung, was da durch die Mannschaft gegangen ist", freute sich der Trainer. All das, was er in der Vergangenheit kritisierte - Laufbereitschaft, Passgenauigkeit, Zweikämpfe und Abschlussaktionen - setzte die Borussia an diesem Tag um. 

Das musste auch Amelsbürens Trainer Andreas Wennemer anerkennen. "Emsdetten hat von der ersten bis zur neunzigsten Minute gedrückt. Wir haben zwar kämpferisch stark dagegen gehalten, spielerisch aber nie eine Lösung gefunden." Und so verpufften die wenigen Chancen der Grün-Weißen. Auf der anderen Seite trafen Jule Kreuzeberg mit einer verunglückten Flanke  (57.) und Jennifer Watson nach einem Abstauber (65.) und sorgten damit für die Punkte zehn bis zwölf.



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