"Eine ganz bittere Pille"
von Till Meyer
(19.03.17) Die Worte stammen von Germania Hauenhorsts Übungsleiterin Anja Siegers. Dabei hatte ihre Elf gegen den Tabellenführer 1. FC Köln II ein im Grunde überragendes Spiel hingelegt, mit Chancen für zwei Spiele. Die Laune wurde Siegers auch nicht durch das Spiel als solches, sondern durch das Endresultat verdorben, denn die Partie ging fast aberwitzig mit 1:2 (1:1) verloren.
Eines vorweg: Zu keinem Zeitpunkt des Spiels sah man, wer der Tabellenführer und wer das Mittelfeldteam war beziehungsweise ist. Und das lag schlichtweg daran, weil die Germania einen nahezu perfekten Pressing-Auftritt hinlegte, viele Bälle, die dem FC immer wieder in der Annahme versprangen, sofort eroberte und dadurch die Spielkontrolle an sich riss. Der Lohn folgte in Minute 17, als Standardspezialistin Lena Gosewinkel die Asse per direktem Freistoß zum 1:0 in die FC-Maschen hob. Dummerweise, aus Sicht der Gastgeberinnen, zeigte aber auch Köln Stärke am ruhenden Ball, denn neun Minuten später vergaßen die Siegers-Schützlinge am zweiten Pfosten Fclerin Yasmin Pietsch, die den butterweichen Flankenball ohne Mühen zum glücklichen 1:1 in die Maschen köpfte.
Umgemäht
Hauenhorst zeigte sich davon aber wenig beeindruckt und zog sein Spiel weiter durch - inklusiver dicker Chancen. So traf Lena Gosewinkel wenig später den Querbalken (34.) und wurde wiederum nur wenige Zeigerumdrehungen später, als sie alleine auf das FC-Tor zusteurte, von Kölns-Torfrau Friederike Keppner außerhalb des Sechzehners umgemäht. Die logische Folge: Rot für Keppner und Überzahlspiel für die Gastgeberinnen. Gemerkt hat man das jedoch nicht so wirklich, denn mit Wiederanpfiff taten die Gäste etwas mehr fürs Spiel und egalisierten die Unterzahl mit längeren Ballbesitzphasen. Torgefahr erzeugten sie aber zunächst keine, mit Ausnahme der 65 Minute, in der Hauenhorst Torfrau Anne Gehring die Murmel noch so gerade an die Latte lenkte. Hauenhorst hingegen hatte richtig dicke Dinger auf den Schlappen, aber vergab diese reihenweise. Alleine Lena Gosewinkel hätte mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit zwei oder drei Buden machen können (57./87.). Tat sie aber nicht, und auch Frauke Lunkwitz schob das Leder in der 83. Minute freistehend aus Nahdistanz am FC-Gehäuse vorbei.
Die Quittung für diese fahrlässige Verwertung gab es dann kurz vor dem Ende, als Gehring bei einer hohen Flanke der Kölnerinnen auf den zweiten Pfosten beim Herauslaufen zögerte, die Germanen-Defensive ebenfalls nicht wach war und Geißbock-Kickerin Saskia Schreiner zum 2:1 für die Domstädterinnen traf (81.). "Das ist einfach nur ärgerlich nach dem tollen Spiel meiner Mannschaft. Man hat aber gesehen, wozu das Team in der Lage ist", resümierte eine doch angesichts des Ergebnisses hörbar gefrustete Siegers.
Germania Hauenhorst - 1. FC Köln II 1:2 (1:1)
1:0 L. Gosewinkel (17.), 1:1 Pietsch (26.),
1:2 Schreiner (81.)




































