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Die Mega-Chance zum Ausgleich für Kinderhaus: Mike Liszka steht frei vor Mesums Schnapper Max Schmalz und legt rüber zu Jakob Schlatt. Milan Hartke und Valentin Ricken (im Hintergrund) bereinigen Sekunden später die Situation Hand in Hand.

Mesum zeigt Kinderhaus die Zähne


Von Christian Lehmann


(10.08.19) Das war ein Auftakt ganz nach dem Geschmack des SV Mesum! Im Vorfeld der Saison hatten viele den SC Westfalia Kinderhaus als absoluten Topfavoriten auf den Titelgewinn in der Landesliga 4 ausgemacht. Obwohl die Mesumer ihren Kader nach dem Abstieg aus der Westfalenliga fast komplett zusammen gehalten und sich noch einmal hochkarätig verstärkt haben, hatten sie nur wenige auf dem Zettel. In der Rolle des vermeintlichen Underdogs gefielen sich die Hassenbrockler beim 2:0 (1:0)-Auswärtssieg an der Großen Wiese gut. Obwohl sowohl Westfalia als auch der SVM an diesem Samstag nicht das volle Repertoire ihres Könnens offenlegten, wurde deutlich: Wer Meister werden will, sollte diese beiden Teams auf dem Zettel haben.

Viele waren gekommen, um das "Duell der Giganten" zu bestaunen. Andre Rodine vom TuS Altenberge, Holger Möllers, Trainer des SV Herbern und Sebastian Hänsel vom BSV Roxel hatten es sich auf oder an der Tribüne im Kreise der rund 400 Zuschauer gemütlich gemacht, Andre Bertelsbeck, stand in der Sonne und machte sich Notizen. "Wahnsinn, wie schnell die alle sind", staunte der Coach des VfL Senden. In der Tat legten beide Teams vor allem im ersten Durchgang ein enormes Tempo vor. 

Vernikh und Guimares in der Startelf

Westfalia-Trainer Marcel Pielage hatte mit Jürgen Vernikh als Rechtsverteidiger und Rui Guimares in der Spitze seines 4-3-3-Systems gleich zwei Spieler aus dem eigenen Stall in die Startelf beordert, die in der Vorsaison noch in der U19-Kreisliga gespielt haben. Beide hatten sich durch exzellente Leistungen in der Vorbereitung in den Vordergrund gespielt. Ein Wagnis, aber auch ein Statement. Mesum hingegen hatte trotz einiger Ausfälle - unter anderem fehlten Torjäger Michael Egbers, Jan Walbaum und Mathis Vater - eine erfahrene Truppe aufs Feld geschickt. 

Den ersten großen Paukenschlag bereitete Christopher Strotmann vor. Mesums Fleißbiene auf der linken Außenbahn klaute frech den Ball gegen den Kinderhaus Nick Rensing und hielt einfach mal drauf, doch Rene Steinke lenkte den Ball um den Pfosten. Die darauffolgende Ecke schnibbelte Tobias Göttlich scharf in Richtung Tor, Westfalias Keeper kam nicht dran. Von der Latte prallte die Kugel zu Ugur Birdir, und der drückte sie über die Linie (0:1/15.). "Ob da 'ne Windböe ist oder nicht, der Ball muss gehalten werden" kritisierte sein Trainer. Auf eine klare Nummer eins im Zweikampf zwischen Steinke und dem Regionalliga-erfahrenen Tim Siegemeyer hat sich Pielage noch nicht festgelegt. Beide Torleute sollen zu Beginn der Saison zwei Spiele bekommen, um sich zu beweisen.

Rauer Ton 

Auf der gegenüberliegenden Seite durfte Mesums Max Schmalz erst kurz vor der Pause zeigen, was in ihm steckt. Bis dahin hatten die Kinderhauser zwar Dominanz ausgestrahlt und das Mittelfeld mit den drei exzellenten Strategen Kevin Schöneberg, Corvin Behrens und Jakob Schlatt beherrscht, aber offensiv nur wenig zu Werke gebracht. Das lag auch daran, dass Mesum im letzten Drittel oft sogar mit einer Sechserkette auf einer Linie verteidigte - und das richtig gut. "Das haben wir so nicht vorgehabt, wir sind nach und nach immer weiter zurück gewichen. Ich habe den Jungs aber auch gesagt, hier kommt es darauf an, möglichst lange die Null zu halten und dann noch einen Nadelstich zu setzen", erklärte SVM-Coach Marcel Langenstroer.

Etwas Glück gehörte auch dazu. Mike Liszka scheiterte mit einem Heber am Mesumer Schlussmann (40.). Auch bei Behrens' ansatzlosem Flachschuss (42.) war er auf der Hut. Behrens fand kurz vor der Pause dann doch noch den Weg ins Tor, doch Linienrichter Adrian Mazurkiewicz hatte eine Abseitsstellung gesehen (44.). Seinen Unmut darüber teilte er wenig später dem Assistenten bei einem Eckball mit, doch der wies ihn schroff zurück. "Spiel und quatsch' mich nicht voll", raunzte er. 

Schlatt vergibt die Mega-Ausgleichschance 

Nicht nur vom Schiedsrichter-Gespann, auch vom Gegner bekamen die Hausherren an diesem Tage nichts geschenkt. Beinahe hätte der just zuvor für den verletzten Guido Göcke eingewechselte Dominik Schmidt einen Abspielfehler im Aufbau der Westfalia bestraft, nachdem Ugur Birdir schnell umgeschaltet und Nils Wiethölter den Ball rausgelegt hatte (53.). Kurz darauf hätte dann eigentlich der Ausgleich fallen müssen. Guimares steckte fein durch zu Liszka, der legte frei vor dem Tor noch einmal quer zu Jakob Schlatt. Gegen den einschussbereiten Ex-Altenberger warfen sich erst Milan Hartke und dann Valentin Ricken in den Ball und klärten (55.). Nun ging es wild und unstrukturiert hin und her: Janik Bohnen scheiterte mit einem Flachschuss an Schmalz (71.), Wiethölter traf nach einem Konter nur das Außennetz (72.), Schmidt brachte auch bei seiner zweiten Eins-gegen-Eins-Situation den Ball nicht an Steinke vorbei (73.). 

Eine Willensleistung des neben Milan Hartke besten Mesumers in diesem Spiel brachte die Entscheidung. Chris Strotmann saugte den Ball nach einer eigentlich verunglückten Birdir-Ecke runter, gewann zwei Pressschläge und stocherte den Ball mit der Pieke über die Linie (0:2/75.). Danach machte es die Mesumer richtig clever, nahmen Zeit von der Uhr, kickten hier und da das Leder bei einer Spielunterbrechung weg - und trieben die Westfalia-Kicker damit zur Weißglut. Etwas Massel war allerdings auch mit im Spiel: Der von Referee Marcel Skorupa bereits ermahnte Valentin Ricken durfte sich nach einem Foul gegen Behrens noch fix auswechseln lassen, statt die Gelb-Rote Karte zu sehen (77.), zudem fischte Schmalz auch den letzten Chip-Ball von Liszka mit den Fingerspitzen (90.).

Pielage: "Gegentore sind Kreisliga"

Westfalia-Coach Marcel Pielage ärgerte sich vor allem über die Defensiv-Patzer seiner Truppe. "Mesum ist nicht viel eingefallen. Wir haben schon mal besser Fußball gespielt, aber den Gegner klar beherrscht. Die beiden Gegentore sind Kreisliga, da kriege ich Pickel. Nach 60 Minuten haben wir den Faden komplett verloren und unsere Positionen gar nicht mehr gehalten. Die Mesumer haben sich gefreut, die haben ja auch schon in der ersten Halbzeit auf Zeit gespielt. Der eine nennt das clever, der andere nicht..."

"Das gehört nun mal auch dazu", entgegnete Mesums Coach Marcel Langenstroer. "Das haben wir in der in der letzten Saison etwas vermissen lassen, einfach auch mal 'A..loch' zu sein." Mit dem Spiel seiner Truppe war er richtig happy. "Das Tor spielt uns natürlich in die Karten, aber die Jungs haben das heute richtig gut verteidigt. Für die Zuschauer war's am Ende kein schönes Spiel mehr. Man muss aber bedenken, welchen Kader wir zur Verfügung haben. Ich habe Jan Lampen gestern Abend noch angerufen, der spielt eigentlich gar nicht mehr. Das war eine sehr disziplinierte Leistung." Die Rolle des Topfavoriten lehnt "Cello" trotz des Paukenschlags zum Auftakt ab. "Es liegt doch auf der Hand, dass Kinderhaus mit diesem Kader auf die Saison gesehen favorisiert ist. Es kommt nur auf Konstanz an. Aus diesem einem Spiel kannst Du keine Schlüsse ziehen."


Westfalia Kinderhaus - SV Mesum     0:2 (0:1)
0:1 Birdir (15.), 0:2 Strotmann (75.)

Westfalia: Steinke - Vernikh, Rensing, Niehues, Alic (70. Brüggemann) - Schlatt (61. Bohnen), Schöneberg, Behrens - Winter (61. Kniesel), Guimares (75. Jungfermann), Liszka
Mesum: Schmalz - Hartke, Göcke (52. Schmidt), Wolf, Göttlich - Schweder, Ricken (77. Golz), Grewe, Strotmann - Wiethölter, Birdir (86. Lampen)

Youngster Jürgen Vernikh (l.) machte auf seiner rechten Außenbahn Dampf ohne Ende. An Mesums Wellenbrecher Kevin Grewe kommt aber auch er in dieser Szene nicht vorbei.


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