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Landesliga 4

Bissig und gallig - so haben die Zuschauer Jan Kröger (M.) und Tobias Hemling (l.) in dieser Saison häufiger erlebt.
Frank Wegener sieht in seinem zweiten Jahr bei Eintracht Ahaus eine gute Entwicklung.

Endlich wieder hungrig


Von Jakob Schulze Pals

(16.12.20) Seine erste Saison als Cheftrainer von Eintracht Ahaus hatte sich Frank Wegener anders vorgestellt. Im Sommer 2019 rückte der 38-Jährige als bisheriger Übungsleiter der Eintracht-Reserve zur Ersten auf. Die Ambitionen waren groß, schließlich hatte die Mannschaft gerade erst Rang vier in der Landesliga erreicht. Doch die Saison verlief unbefriedigend – am Ende stand Platz zwölf zu Buche. Auch, weil Wegener in der Truppe den Hunger nach Erfolg vermisste. Dazu verließen diesen Sommer einige Leistungsträger wie Toptorjäger Maximilian Hinkelmann (SpVgg Vreden) den Verein.

Auch diese Spielzeit hatte also durchaus das Zeug zu enttäuschen. Aber in Ahaus haben sie es bisher geschafft, den Umbruch unfallfrei zu moderieren. Nach acht Partien sammelte die Wegener-Elf 13 Punkte und läuft auf Platz vier sogar in der Spitzengruppe mit. Ein Umstand, der Wegener naturgemäß gefällt: "Mit dem nackten Tabellenbild sind wir schon zufrieden. Wir wissen, dass wir mit acht Partien bisher mit die meisten in der Liga absolviert haben und somit noch zwei bis drei Plätze nach unten fallen werden. Aber dieser Saisonstart war nach dem Sommer so tatsächlich nicht zu erwarten." Sechs Spieler verließen den Verein, acht Neue kamen dazu.

Teamgeist und Leidenschaft

Mit Stürmer Cihan Bolat, der aus Vreden kam, holte sich der Trainer zudem einen spielenden Co-Trainer an die Seite, der weiß, wo das Tor steht. Sechs der bisherigen 14 Ahauser Hütten hat, der mit Drittliga-Erfahrung gesegnete Bolat bereits auf dem Konto. Gamechanger. Den Erfolg nur alleine an Bolat festzumachen, wäre jedoch so falsch wie unfair. Denn die Eintracht kommt vor allem über den Teamgeist und die Leidenschaft. "Fußballerisch haben wir sicherlich in einigen Punkten noch Verbesserungsbedarf. Uns zeichnet eher unser Gemeinschaftsgefüge aus. Woche für Woche hauen die Jungs alles füreinander raus. Das hat uns in der vergangenen Saison etwas gefehlt, da war die Mannschaft häufiger schon mit wenig zufrieden. Diese Saison ist ein richtiger Wille in der Truppe, das macht richtig Spaß", beschreibt Wegener den Charakter der Mannschaft.

Als Beispiel führt er die letzte Partie vor der erneuten Spielpause gegen Vorwärts Wettringen an. Die Mannschaft hatte zwei sieglose Spiele hinter sich und war so ersatzgeschwächt, dass Wegener sonntagsmorgens noch 40-jährige Oldtimer aus der dritten Mannschaft anrufen musste, um die Bank wenigstens halbwegs zu besetzen. Doch die Mannschaft haute auf der Koppel alles raus und sicherte sich schließlich per 2:0-Erfolg den dritten Heimsieg der Saison. "Die Art und Weise, wie meine Mannschaft da aufgetreten ist, war einfach überragend und vor der langen Pause auch einfach gut für den Kopf. Ich denke da noch heute gerne dran", so Wegener.

Zu Hause ist Ahaus in dieser Spielzeit ohnehin eine Macht. Zehn der 13 Punkte holte man daheim und ist noch ungeschlagen. Laut Wegener kommt das nicht von ungefähr: "Wir hatten uns durchaus vorgenommen, zu Hause eine Macht zu sein. So schnell soll uns hier keiner schlagen!" Dafür hapert es in der Fremde. Erst drei Zähler aus vier Partien stehen zu Buche, außerdem kassiert Ahaus auswärts dreimal so viele Gegentore wie zu Hause und musste in Roxel und Senden bittere Niederlagen hinnehmen. "So richtig erklären können wir uns das auch nicht. Schließlich ist es ja nicht so, dass wir in diesen Zeiten zu Hause von 1.500 Zuschauern zum Sieg gepeitscht werden, die uns dann auswärts fehlen", ist der Sportliche Leiter Stefan Kappenstiel noch auf Ursachenforschung.

Keiner legt die Füße hoch

Nun ist die derzeitige Spielpause bekanntlich kein Novum mehr und in Ahaus haben sie aus den Fehlern im Frühjahr gelernt. "Damals haben wir während der spielfreien Zeit zu wenig gemacht. In der Folge hatten alle ständig muskuläre Probleme und waren öfter auf der Bank bei den Physiotherapeutinnen als auf dem Fußballplatz", erzählt Wegener. So hat der Trainer der Mannschaft über eine Lauf-App immer wieder Hausaufgaben mit an die Hand gegeben. Zusätzlich gab es auch vereinzelte Zoom-Einheiten mit den Physiotherapeutinnen. Jetzt ist die Truppe aber erstmal bis Januar in der Winterpause.

Auch diese bleibt aber natürlich nicht ungenutzt in Ahaus. Mit einem Großteil der Mannschaft kann der Klub bereits für die kommende Spielzeit planen. Die beiden Leistungsträger Rene Böing, der in die Bezirksliga zum SV Gescher wechselt, sowie Hendrik Almering (TuS Wüllen) wird man allerdings ziehen lassen müssen. Ein Neuzugang steht bereits ebenfalls fest, Wegener will die Katze aber noch nicht aus dem Sack holen. Man sei zwar noch auf der Suche nach weiteren Spielern, möchte an der Mannschaft aber für die kommende Saison nichts großes mehr verändern. Kappenstiel ist sich derweil sicher: "Wir werden auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe beisammen haben!"

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