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Yannick Bauers Weg bei Borussia Münster endet im Sommer nach etlichen Jahren. Foto: Teipel

Borussias schmerzhafte Gegenwart

Von Jakob Schulze Pals

(20.05.22) Im Sommer 2017 übernahm Yannick Bauer das Cheftraineramt beim damaligen A-Ligisten Borussia Münster. Was in den folgenden vier Jahren ablaufen sollte, war eine Erfolgsgeschichte, die zumindest im Heimspiel-Land nach ihresgleichen sucht. Im ersten Jahr führte Bauer sein Team als krasser Underdog ins Finale der Hallen-Stadtmeisterschaft. Dort scheiterte man erst gegen die damals fünf Klassen höher spielende Reserve Preußen Münsters.

In der zweiten Saison folgte der Aufstieg in die Bezirksliga, im dritten Jahr der Aufstieg in die Landesliga, in Spielzeit Nummer vier der Klassenerhalt in der Landesliga. Erst während der fünften Saison – Bauers letzter Spielzeit – musste sich Borussia Münster wieder mit Misserfolgen auseinandersetzen. Drei Spieltage vor Saisonende ist der Abstieg der Borussia nur noch Formsache. Damit wird Bauers Erfolgszeit enden. Im Sommer geht er zu Bezirksligist Greven 09. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht an mir knabbern würde. Gerade im März und April – als es sich immer mehr abgezeichnet hatte – ging’s mir schon echt schlecht damit. Am Ende wird man, denke ich, sagen können, dass die fünf Jahre als ganzes sehr gut waren. Aber das Gegenwärtige tut einfach total weh,“ gibt der Coach Einblicke in sein Seelenleben.

„Wie konnten wir das eigentlich verlieren?“

Letztlich muss man sagen: Der Abstieg ist folgerichtig. Wer aus 27 Spielen nur 21 Zähler holt und satte 63 Gegentore kassiert, der steht zurecht da unten. Die Tabelle lügt nicht. Fünf Euro ins Phrasenschwein. Trotzdem kann man Bauer verstehen, wenn er erzählt: „Wir saßen so oft nach den Spielen da und dachten uns: Ey, wie konnten wir das eigentlich verlieren?“ Allein zehn Punkte gaben die Borussen durch Gegentore in der Nachspielzeit ab. Vielfach wurde die Bauer-Elf für ihren ballorientierten und attraktiven Spielstil gelobt. Trotzdem war nicht alles Pech.

„Wenn dir die gleichen Dinge Woche für Woche immer wieder passieren, dann waren wir vielleicht auch einfach nicht gut genug – wir alle zusammen, auf und neben dem Platz,“ konstatiert der Trainer. Eigentlich hatten sich die Münsteraner vor der Saison einen Riesenkader zusammengeschustert, noch dazu prominent besetzt. Doch während der Spielzeit fehlten immer wieder wichtige Spieler. Eine eingespielte erste Elf hat sich auch nach 27 Spieltagen noch nicht gefunden. So ist der Abstieg bitter, aber erklärbar und damit vielleicht sogar noch ein bisschen bitterer. Weil er nicht hätte sein müssen.

Im Keller ist die Stimmung an der Grewingstraße deshalb trotzdem nicht. Zu lange schon schwebte das Abstiegsgespenst über der Anlage. Ein großes Highlight hält die Saison derweil noch bereit. Das Heimspiel gegen den BSV Roxel am vorletzten Spieltag. Ein Derby! Danach wird Bauer, sein Trainerteam um Rene Aguiar und Dennis Hater sowie zahlreiche Spieler noch verabschiedet. „Dann schwelgen wir nochmal zusammen in Erinnerungen,“ so Bauer.         

Anschwitzen, der 32. Spieltag

TuS Altenberge – Viktoria Heiden (So., 15 Uhr)
Seitdem sie in Altenberge Gewissheit haben, dass sie kommende Saison nicht mehr in der Landesliga antreten werden, scheinen die Jungs vom TuS befreiter aufspielen zu können. Zumindest die nackten Ergebnisse sagen das aus. Immerhin zehn Punkte sammelte die Mannschaft von Trainer Andre Rodine aus den vergangenen fünf Partien und schoss dabei herausragende 14 Treffer. Trotzdem: Nach derzeitigem Tabellenstand wäre der TuS auch sportlich abgestiegen. Ein Sieg gegen Heiden wäre also vor allem wichtig fürs Ego. 
Bauer: Ich glaube und hoffe, dass Altenberge das macht. 3:1.
Heimspiel-Tipp: 3:0

SV Herbern – TuS Haltern II (So., 15 Uhr)
Als es im Abstiegskampf so richtig eng wurde, da war der SV Herbern schon fein raus aus dem Schneider. Die Blau-Gelben spielen eine grundsolide Rückrunde und haben in dieser jetzt schon so viele Punkte gesammelt, wie in der gesamten Hinrunde. Dass es bisher nicht noch mehr wurden liegt jedoch am Herbern’schen Remis-Syndrom. Sieben von zwölf Rückrundenpartien gingen Unentschieden aus. Wahnsinn! Herben macht und tut, doch der Fußballgott hat meistens nur ein Pünktchen für den SVH in der Tasche. Gegen Haltern ist Herbern klarer Favorit. Alles andere als ein Unentschieden wäre enttäuschend. 
Bauer: 7:1
Heimspiel-Tipp: Ach komm, 8:3.

IG Bönen – Westfalia Gemen (So., 15 Uhr)
Die Adresse der Sportanlage lautet Bachstraße 30. Ins Navi aber bitte Billy Montigny Platz eingeben. Ist bei fussball.de extra so angegeben. Und ich kann das nur unterstreichen. Bin mit meinem Kia Picanto (Baujahr 2006) schon öfters mit 80 Sachen am Sportplatz vorbeigerauscht und dachte mir: „Sach mal, wo sind denn alle?“ 
Bauer: Die Jungs aus Bönen haben uns ihre Schützenhilfe zugesichert. Deshalb sage ich mal 4:2.
Heimspiel-Tipp: Bisschen deutlicher: 4:0.

SG Bockum-Hövel – Borussia Münster (So., 15 Uhr)
„Im Training haben wir das Pensum schon ein wenig reduziert,“ verrät Bauer, stellt aber klar: „Trotzdem stellt sich jetzt zum Abschluss auch ein bisschen die Charakterfrage. Wir wollen uns als Mannschaft vernünftig verabschieden.“ Auf die anderen Plätze zu schielen, um vielleicht tatsächlich noch das Unmögliche möglich zu machen, darum ginge es gar nicht so sehr. „Wir haben einfach noch Bock zu kicken und wollen es ordentlich machen.“
Bauer: Wie letzte Saison gewinnen wir dreckig 0:1. 
Heimspiel-Tipp: Bin ich Realist oder Romantiker? Natürlich Romantiker. 1:3.

BSV Roxel – Vorwärts Wettringen (So., 15 Uhr)
„Man, man, man,“ sagte einst ein weiser Mensch, um seine Besorgnis auszudrücken. Und mit Blick auf den BSV Roxel fällt einem dieser Tage tatsächlich nur wenig anderes ein. Das Kleeblatt spielt eine Rückserie zum Vergessen. Dünne zwölf Zähler bedeuten Rang 14 in der Rückrundentabelle – nach der Hinrunde war der BSV noch auf Platz drei. Den Willen und das Engagement konnte Roxels Trainer Oliver Logermann seinen Jungs dabei nie absprechen. Das Problem sei eher das Spiel mit dem Ball. Well, bei einer Ballsportart leider ein nur schwer zu kompensierendes Problem.   
Bauer: 3:3
Heimspiel-Tipp: 1:1

SV Dorsten-Hardt – Eintracht Ahaus (So., 15 Uhr)
Eintracht-Coach Frank Wegener ließ vergangene Woche verlautbaren, die Saison ziehe sich wie ein Kaugummi. Angesichts des 6:2-Heimsieges über den BSV Roxel am vergangenen Freitag, scheint das Kaugummi aber immer noch Geschmack zu haben. Nach Möglichkeit will Ahaus die letzten drei Saisonspiele alle noch gewinnen. In Dorsten-Hardt dürfte das knifflig werden. Zwar wurden die Jungs aus’m Pott von Altenrheine zuletzt 2:6 vermöbelt, sammelten davor jedoch zehn Punkte aus vier Partien und sind eigentlich gut drauf. Mal kieken…
Bauer: 2:4
Heimspiel-Tipp: 3:6

SG Borken – SC Altenrheine (So., 15 Uhr)
Ker‘, ich kriech die Frikadüse! Was?! Ja Mensch, ist doch wahr! Also mal ehrlich, der SC Altenrheine ist doch wirklich die Mogelpackung der Saison. Da weißt du einfach nie, was du bekommst. Mal ein wildes 4:3, dann ein gemächliches 0:0, ein schallendes 0:4 oder ein berauschendes 6:2. Kinder, entscheidet euch mal. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, mit so viel Abwechslung bin zumindest ich überfordert. Zuletzt landete der SCA einen Kantersieg gegen Dorsten-Hardt. Wenn sie den Rhythmus ihrer Spielzeit beibehalten wollten, dürfte es in Borken also schmerzhaft werden.   
Bauer: 0:2
Heimspiel-Tipp: Der Rhythmus: 3:2.

Werner SC – VfL Senden (So., 15 Uhr)
Glaub ich’s denn? Ja, glaube ich es denn? Der VfL Senden hat ein Tor geschossen, ja sogar gleich zwei. Einfach so. Zack, 2:0-Heimsieg gegen Borken. Mich hat der Blitz getroffen, euch auch, uns alle. Angesichts von zuvor sechs torlosen Ligaspielen, ist es allerdings umso beeindruckender, dass es Sendens Saisontore 66 und 67 waren. Holy! Die wissen definitiv, wo das Tor steht. Joa, was ist sonst noch zu erzählen? Mein Kollege Fabian Renger hat VfL-Stürmer Jürgen Sinev „Spitzfuß“ getauft. Ich hab’s gegoogelt. Beim Spitzfuß handelt es sich um eine Fehlstellung des Fußes. Jaja, charmant war der Renger schon immer.   
Bauer: 1:1
Heimspiel-Tipp: 1:3



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