Landesliga 4
Trainerwechsel beim Schlusslicht
von Malte Greshake
(20.09.24) Eigentlich ging die Saison gut los für den FC Epe. Nach dem 5:2-Auftaktsieg gegen den SC Altenrheine kam ein ordentliches Ausrufezeichen aus den Bülten gen Liga geflogen. Nur ein paar Wochen später sieht die Welt in Epe ganz anders aus. Viermal in Folge verlor der Landesligist zuletzt. Weswegen sich der Verein nun genötigt sah, Maßnahmen zu ergreifen. Die Coaches Jan Sundermannn und Niklas Niehuis wurden Mitte dieser Woche freigestellt. Und mit Ralf Cordes präsentiert der FCE sogar schon einen Nachfolger, der bereits am kommenden Sonntag (22. September) beim Spiel gegen Vorwärts Wettringen an der Seitenlinie steht.
"Wir haben uns viele Gedanken gemacht und auch mit dem Mannschaftsrat Gespräche geführt", erklärt Epes Sportlicher Leiter Sven Terglane. "Wir vom Verein sind dann zu den Entschluss gekommen, dass wir eine Veränderung haben wollen. Für uns ist es besser, wenn wir jetzt einen Cut machen, als wenn es irgendwann dafür zu spät ist." Gleichwohl Terglane die Entscheidung sehr schwer gefallen sei. "Es tut mir unfassbar Leid für die beiden", sagt er. "Jan und Niklas haben immer 100 Prozent gegeben."
Große Enttäuschung beim Trainerduo
Das nun ehemalige Trainerduo, das Dienstagabend noch die Trainingseinheit geleitet hatte, zeigt sich von dieser Entscheidung hörbar überrascht. "Den Zeitpunkt können wir nicht nachvollziehen", meint Sundermann. "Ich glaube, dass wir es gemeinsam geschafft hätten, gegen Wettringen den Bock umzustoßen." Niehuis und er hätten immer alles offen und ehrlich kommuniziert. Dass der Verein die beiden vor vollendete Tatsachen gestellt hätte, sei sehr enttäuschend.
"Wir haben den Jungs immer gesagt, dass sie alles ansprechen können. Wir sind alles andere als kritikresistent", so Sundermann. "Aus einem Großteil der Mannschaft haben wir auch immer noch sehr viel Zuspruch. Es scheint aber so, als wenn wir auf die falschen Pferde gesetzt hätten. Ich frage mich auch, wie vor einem halben Jahr noch alles fein war, und es jetzt auf einmal nicht mehr passen soll. Aber wir müssen das akzeptieren. Trotzdem haben wir uns nichts vorzuwerfen. Wir haben ganz viel Herzblut und Arbeit reingesteckt."
Niehuis: "Die Art und Weise der Kommunikation ist schon fraglich"
Genauso äußert sich auch sein Trainerkollege Niehuis. "Der Verein hat natürlich ein gutes Recht, für Veränderungen zu sorgen", hält er fest. "Es kam nur sehr unerwartet, weil bisher nichts anderes an uns herangetragen wurde. Es wurde mit der Sprache nicht richtig herausgerückt." Deswegen hätte sich Niehuis gerne klärende Gespräche mit den federführenden Personen gewünscht. "Die Art und Weise der Kommunikation ist schon fraglich", fügt er hinzu. "Gleichwohl wir uns natürlich auch nicht von jeder Schuld freisprechen und als allwissend hinstellen wollen. Trotzdem sind Jan und ich mit uns im Reinen."
Angesprochen auf den Zeitpunkt der Entlassung, äußert sich Terglane so: "Für so eine Entscheidung gibt es keinen passenden Zeitpunkt", sagt er. "Am Ende war es aber eine Entscheidung für den Verein - und nicht gegen irgendwelche Personen."
Der neue Trainer bringt viel Erfahrung mit
Richten soll es in Epe also nun Cordes. Und der 52-Jährige bringt eine Menge Erfahrung mit in die Bülten. Als Trainer war er schon bei Vorwärts Gronau, der SG Gronau und zuletzt bei Eintracht Nordhorn aktiv. Als Spieler stand er sogar schon mal beim FC Bayern München im Kader. "Bei Nordhorn ist er vor ein paar Jahren in einer ähnlichen Situation eingestiegen", so Terglane. "Dort hat er den Verein vom letzten Platz zur Vizemeisterschaft geführt." Generell sei Cordes ein Trainer, der lieber 6:4 als 1:0 gewinnt. Das passe also perfekt zum FC Epe. "Er bringt nochmal neuen Input mit und wird der Mannschaft in dieser Situation ganz gut tun", so Terglane abschließend.
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