Landesliga 4
Die ISV braucht einen neuen Trainer
von Malte Greshake
(26.10.24) Sportlich läuft es weiter bestens für die Ibbenbürener SpVgg. Am Freitagabend siegte die Truppe von Mike Schwering mit 2:0 (1:0) gegen den Werner SC. Kevin Hagemann und Julian Wesselkämper hatten die Tore erzielt. Mal wieder war es über weite Strecken ein souveräner Auftritt gewesen. Für die ISV war es nicht nur der dritte Sieg in Serie, auch bedeutete das in der Tabelle vorübergehend Platz drei. Aber: Nach dieser Partie rückte dieser Erfolg in den Hintergrund. Die SpVgg steht auf einmal ohne Trainer da. Schwering verkündete noch am selbigen Abend seinen sofortigen Rücktritt. Nach erst knapp vier Monaten im Amt.
"Ich habe der Mannschaft nach dem Spiel in der Kabine erklärt, dass ich mit sofortiger Wirkung zurücktreten werden", berichtet Schwering. Eine Kurzschlussentscheidung sei das natürlich nicht gewesen. "Das hatte sich angedeutet. Schon vor dem Spiel gegen den SV Burgsteinfurt am vergangenen Spieltag hatte ich ein Gespräch mit meinen Co-Trainern", erläutert er. "Da habe ich erfahren, dass die Mannschaft inhaltlich nicht zufrieden ist. Was unter anderem die Trainingsarbeit angeht." Nachdem sich Schwering daraufhin mit dem Vorstand des Vereins ausgetauscht hätte, der ihn auch als Trainer behalten wollte, stand ein sofortiger Rücktritt für ihn zunächst erst nicht im Raum.
Nach dem Donnerstagtraining vor dem Werne-Spiel änderte Schwering aber seine Meinung. "Ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass es funktioniert", sagt er. "Dafür sind die Vorstellungen zu unterschiedlich. Am Ende ist der Fußball ein Hobby für mich, das Spaß machen muss. Ich muss mit einem guten Gefühl zum Training fahren. Das war nicht mehr gegeben. Deswegen habe ich für mich diese Entscheidung getroffen." Vor dem Heimspiel gegen Werne informierte er bereits den Vorstand des Vereins. Nach dem Sieg erfuhr es dann die Mannschaft.
Es hat nicht mehr gematched
Was verwundert: Ergebnistechnisch legt die ISV bisher wie schon erwähnt eine starke Saison hin. "Aber wenn die Spieler auch nicht mehr mit einem guten Gefühl zum Training gehen, kann es sportlich noch so gut laufen", so Schwering. "Man kann es nicht erzwingen." Gleichwohl seit seinem Amtsantritt auch viel richtig gelaufen war. "Die Aufgabe hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht", sagt Schwering. "Auch menschlich bin ich mit allen super klargekommen. Zwischen der Mannschaft und mir hat es aber nicht mehr gematched."
Auch wenn Schwering nun froh ist, dass ein wenig Ruhe für ihn einkehrt und er mehr Zeit für die Familie haben wird, kann er sich ein Engagement für einen anderen Verein gut vorstellen. "Ich bleibe für alles offen", sagt er. "Grundsätzlich mache ich das richtig gerne und glaube auch, dass ich das gut kann. Deswegen werde ich definitiv irgendwann nochmal als Trainer arbeiten."
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(Update/27.10.) Der Verein äußerte sich am Sonntag in seinen sozialen Medien zur Thematik. "Die Verantwortlichen der Fußballabteilung bedauern diesen Schritt sehr, respektieren jedoch die Entscheidung von Mike Schwering und bedanken sich für die gute Zusammenarbeit in der kurzen gemeinsamen Zeit", heißt es im Pressetext. "Bis zum Ende der Hinrunde sind jetzt die beiden Co-Trainer Alexandr Lust und David Lindemann verantwortlich für das Landesliga-Team."




































