Landesliga 4 - Anschwitzen
"Es wäre schön, das nochmal zu schaffen"
Von Malte Greshake
(07.02.25) Stellt Euch das mal vor. Nach drei Jahren trefft Ihr die Entscheidung, die Zelte bei einem Verein abzubrechen, um es eine Liga höher zu probieren. Tom Bovenschulte wechselt im kommenden Sommer vom SC Altenrheine zu Westfalenligist Borussia Emsdetten. Aber dann stellt sich eben heraus, dass Euer neuer Trainer der alte sein wird. SCA-Coach Marc Wiethölter kommt nämlich ebenfalls nach der Saison rüber zum Teekotten. Ein schreckliches Szenario, oder etwa nicht? In manchen Fällen bestimmt. Für Bovenschulte war das allerdings kein Grund, seinen Entschluss noch einmal zu überdenken. Im Gegenteil.
"Das war für mich absolut nicht der Fall", antwortet der 22-Jährige und muss lachen. "Dass Marc auch zu Emsdetten wechselt, hat die Entscheidung für mich nochmal positiv unterstützt. Es gab natürlich auch die Überlegung, in Altenrheine bei einem neuen Trainer zu bleiben. Ich hatte aber immer schon Bock, noch einmal ein wenig höher zu kicken. Nach drei coolen Jahren war es für mich der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu probieren." Und noch einmal fürs Protokoll: Es war auch nicht so, als wenn Wiethölter seinen jetzigen Spieler für seinen neuen Verein abgeworben hätte. "Wir standen schon länger in Kontakt", berichtet Bovenschulte. "Ich gehe jetzt auch nicht nur wegen Marc nach Emsdetten. Ich freue mich auch auf eine neue Liga und Mannschaft. Dass man dann einen Trainer hat, der einen schon kennt, hilft natürlich auch." Und vor allem sagt das auch einiges über die Qualitäten eines Wiethölter aus.
"Bei anderen Mannschaften in der Situation nicht selbstverständlich"
Bovenschulte wird jedenfalls freudig auf seine Zeit am Kanal zurückschauen. Im Sommer 2022 war der zentrale Mittelfeldspieler, der vom TuS Recke zum SCA gekommen. "Das ist in Altenrheine einfach eine super Truppe", hält fest. "Das gilt auch für das Team drumherum. Auch als wir in dieser Saison nicht so gut gestartet sind, war trotzdem immer gute Stimmung beim Training." Wir erinnern uns: Nach dem siebten Spieltag hatten die Altenrheiner erst vier Punkte auf dem Konto. "Dass ich auch weiter immer gerne zu den Einheiten hingefahren bin, sagt viel aus", fügt Bovenschulte hinzu. "Das wäre bei anderen Mannschaften in der Situation nicht selbstverständlich."
Warum der SCA zunächst so ins Straucheln gekommen war? Auch für Bovenschulte ein Mysterium. "Ich kann das auch nicht erklären", meint er. "In den vergangenen Jahren war es immer so, dass wir in den ersten beiden Spielen gut reingekommen sind, dann jedoch immer ein kleines Tief hatten. Wir haben uns anschließend aber immer gut rausgezogen." Auch in der laufenden Spielzeit. Mit 21 Punkten überwintern er und sein Team auf Rang acht. Das ist Fakt. Und sollte der SCA nicht auch den Start nach der Winterpause in den Sand setzen, ist auch weiterhin viel drin.
Ein Plan, um Ibbenbüren zu knacken
Die Vorbereitung war immerhin vielversprechend. "Wir haben gut gearbeitet", sagt Bovenschulte. "Vor allem im taktischen Bereich und in Hinblick auf den kommenden Gegner." Auf die Ibbenbürener SpVgg treffen er und seine Altenrheine an diesem Sonntag. "Wir sind generell immer bestmöglich auf den Gegner vorbereitet", erklärt er. "Allgemein war es in dieser Woche aber entspannter. Davor war es unter unserem Athletikcoach Alex Watta schon ein weniger anstrengender. Das gehörter allerdings auch dazu." In der Tat. Mit Ibbenbüren wartet nun ein Gegner, den auch Bovenschulte vor der Saison nicht so weit oben eingeordnet hätte. "Sie stehen aber zurecht dort", sagt er über den Tabellendritten. "Das wird ein enges und schnelles Spiel. Wir werden nicht viele Räume haben. Bei eigenem Ballbesitz wollen wir den Ibbenbürenern ordentlich Probleme bereiten." Besonders über die fixen Offensivspieler Joel Flasse, Levin Damer oder Arne Üffing soll die Post abgehen. "Darüber wollen wir sie knacken", bemerkt Bovenschulte.
Und dann soll es für ihn und sein Team in der verbleibenden Rückrunde durchaus noch ein paar Plätze nach oben gehen. "Der Coach sagt immer, dass er unter die Top fünf will", erläutert Bovenschulte. "Das können wir auch schaffen. Jetzt geht es erst einmal darum, mit einem guten Gefühl zu starten und die guten Auftritte vor der Winterpause zu bestätigen." Ein großes Ziel von ihm sei es dann noch, vor seinem Abschied ins Pokalfinale zu kommen. Dafür muss der SCA Anfang März Ligakonkurrent SV Burgsteinfurt besiegen. "Vor zwei Jahren haben wir das geschafft", erinnert er sich. Bei der 0:4-Niederlage gegen den SV Mesum verpassten er und der SCA nur den Pokal. "Das war trotzdem schon geil, als 800 Leute da waren und zugeschaut haben", so Bovenschulte abschließend. "Es wäre schön, das nochmal zu schaffen."
Anschwitzen, der 18. Spieltag
SV Burgsteinfurt - Vorwärts Wettringen (Sonntag, 15 Uhr)
Es sieht tatsächlich ganz ordentlich aus, was Vorwärts Wettringen in der Vorbereitung gezaubert hat. Zumindest die Testspiele betreffend. Kein einziges Mal verlor die Truppe von Patrick Wensing. Mit einem 3:1-Sieg über den SuS Neuenkirchen und einem 2:2-Remis gegen Borussia Emsdetten hielten die Wettringer sogar zwei Westfalenligisten in Schach. Doch wird das reichen, um dem SV Burgsteinfurt die Stirn zu bieten? Die Stemmerter schauen nach anfänglichen Problemen ebenfalls auf eine ordentliche Vorbereitung zurück. Und mit Neriman Kocevic hat SVB-Coach Christoph Klein-Reesink seinen Kader zuletzt noch weiter verstärkt.
Heimspiel-Tipp: Wird knapper als im Hinspiel, am Ende siegen die Burgsteinfurter mit 3:2 aber erneut.
Bovenschulte: 3:1
Werner SC - VfL Senden (Sonntag, 15 Uhr)
Der VfL Senden peilt mittelfristig höherer Ziele an. Das verkündete Rabah Abed Mitte Januar nochmal im Zuge seiner Vertragsverlängerung. "Ob es diese Saison schon für ganz oben reicht, wird man sehen. In der kommenden Saison werden wir jedoch auch eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen und die ersten Plätze im Visier haben", sagte Sendens Coach da. Warum wir diese kalte Wurst nochmal aufwärmen? Damit wir alle natürlich auf dem selben Stand sind. In der Tabelle sieht's für die Sendener vor dem Auftakt auch gar nicht so schlecht aus. Mit 29 Punkten ist noch alles für Abed und seine Jungs möglichen. Nach oben, aber auch nach unten...
Heimspiel-Tipp: Auf dem Hockey-Platz in Werne finden sich die Sendener schnell zurecht: 1:4.
Bovenschulte: 3:0
Borussia Münster - Hammer SpVg (Sonntag, 15 Uhr)
Von einem knackigen Auftaktprogramm sprach Julian Wiedenhöft zuletzt bei uns. Hat er recht. Nach dem Heimspiel gegen Hamm warten noch der Dorsten-Hardt, die TSG Dülmen und der VfL Senden. Wenn du da mit einer ordentlichen Ausbeute rauskommst, könnte das eine erfolgreiche Restsaison werden. Aber: Genauso schnell kann es auch in die andere Richtung gehen. Und dann ist es auch für die Borussen nicht mehr wirklich weit bis zum Keller der Tabelle. Eine sogenannte Standortbestimmung ist das also. Oder so ähnlich.
Heimspiel-Tipp: Die Borussen machen die für aus ihrer Sicht unnötige Hinspiel-Niederlage vergessen: 3:1.
Bovenschulte: 2:1
Eintracht Coesfeld - TuS Haltern (Sonntag, 15 Uhr)
Die große Frage bei den Coesfeldern ist natürlich, ob sie nach der bisherigen Saison die richtigen Schlüsse gezogen haben. Mit elf Punkten und dem letzten Tabellenplatz könnte die Ausgangslage beim Aufsteiger wahrlich besser sein. So richtig in eine Aufstiegseuphorie reingekommen, wären die Coesfelder bisher zudem sowieso noch nicht. Und das Statement haben wir nicht ausgedacht, das meinte Eintracht-Coesfeld Karsten Erwig selbst bei uns. Immerhin: Nach der Rückkehr von Marius Borgert und anderen Leistungsträgern siehts personell wieder besser aus. Nur die Generalprobe hätte besser laufen dürfen. Vor knapp einer Woche unterlangen die Coesfelder bei Westfalia Osterwick mit 0:2. Es gibt aber Schlimmeres...
Heimspiel-Tipp: Die Eintracht malocht sich in eine bessere Position: 1:0.
Bovenschulte: 1:1
RW Deuten - FC Nordkirchen (Sonntag, 15.15 Uhr)
Die Deutener kommen mit einem Knall aus der Pause.
Heimspiel-Tipp: 4:1
Bovenschulte: 1:2
Westfalia Gemen - SV Dorsten-Hardt (Sonntag, 15.15 Uhr)
Mhmmm, wird bestimmt ein fußballerischer Leckerbissen.
Heimspiel-Tipp: 1:1
Bovenschulte: 2:2
Eintracht Ahaus - TSG Dülmen (Sonntag, 15.30 Uhr)
Reicht es, lediglich zwei Testspiele in einer Vorbereitung zu bestreiten? Wenn es nach den Jungs von Eintracht Ahaus geht, ist das anscheinend so. Immerhin zwei Siege fuhr die Mannschaft von Frank Wegener ein. Gegen Westfalenligist SuS Neuenkirchen gab's ein 2:0, worauf dann ein 8:4-Spektakel gegen den SV Heek folgt. Treffsicher sind Christopher Behrendt, Lennart Varwick und Co also anscheinend schon wieder. Das musste du gegen die Dülmener allerdings auch sein, die sich im Endspurt vor der Winterpause wieder stabiler präsentierten. Übrigens: Mit Tim Peters vom A-Ligisten DJK Rödder hat die TSG in dieser Woche
einen weiteren Sommerneuzugang vorgestellt. Mit dem 24-Jährigen schließe sich den Dülmenern ein bulliger Spieler an, der körperlich robust und flexibel auf den verschiedenen Offensivpositionen einsetzbar ist. Untätigkeit auf dem Transfermarkt kann man dem Team von Ahmed Ibrahim nach der bisher mäßigen Saison also nicht vorwerfen.
Heimspiel-Tipp: Ahaus ist einfach zu abgewichst: 2:1.
Bovenschulte: 1:2. Das ist eine verrückte Liga, Dülmen schafft das.
Ibbenbürener SpVgg - SC Altenrheine (Sonntag, 15.30 Uhr)
Donnerwetter! Habt Ihr auch alle schon den Wetterbericht vom kommenden Sonntag gecheckt? Gewitter ist für Ibbenbüren jedenfalls nicht angesagt. Es soll tatsächlich sogar die Sonne scheinen. Das Hinspiel zwischen diesen beiden Teams war bekanntlich gewitterbedingt abgebrochen worden. Beim Stand von 1:0 für die ISV in der 40. Spielminute. Bei der Neuansetzung ging es dann in die andere Richtung und der SCA fuhr durch ein 3:1 den ersten Saisonsieg ein. Die Ibbenbürener und Coach David Lindemann freuen sich jedenfalls - aber nicht nur deswegen - auf das Wiedersehen.
Heimspiel-Tipp: 2:1: Die ISV revanchiert sich.
Bovenschulte: 1:3. Kortenhorn, Strotmann und Damer machen die Tore.




































