Landesliga 4 - Anschwitzen
Stein: "Ich bin unverändert zuversichtlich"
Von Malte Greshake
(21.02.24) Nope. Die ersten beiden Spiele nach der Winterpause liefen für Vorwärts Wettringen alles andere nach Plan. Erst ging das Derby beim SV Burgsteinfurt mit 1:4 in die Hose, ehe gleiches Ergebnis auch am vergangenen Sonntag beim Spiel gegen den Werner SC folgte. Schlechter hätte es wirklich nicht laufen können und somit plumpste die Mannschaft von Patrick Wensing mittlerweile auch wieder runter auf den letzten Tabellenplatz. Doch aufgeben ist keine Option. Zumindest wenn es nach Wettringens Urgestein Mattes Stein geht.
"Zunächst muss man diese beiden Spiele auch trennen", sagt der 26-jährige Verteidiger, der schon sein ganzes Leben für Vorwärts kickt. "In Steinfurt habe ich uns keine drei Tore schlechter gesehen. Das war einfach sinnbildlich für die Leistungen, die wir auch in der Hinrunde gezeigt haben. Über weitere Strecken waren wir stets ebenbürtig. Doch die individuellen Fehler, die wir in dieser Saison zu häufig machen, nutzen die Gegner eben eiskalt aus." Natürlich, mit dem Ergebnis in Stemmert wären er und sein Team gar nicht zufrieden gewesen. "Aber auf die Leistung hätte man eben aufbauen können", fügt Stein hinzu. Nur klappte das gegen Werne überhaupt nicht.
Der Kern des Problems
Von alle Beteiligten auf Wettringer Seite wäre in ebenjener Begegnung allerdings viel zu wenig gekommen. "Das war nicht in Ordnung und ein Stück weit enttäuschend. So hat es auch unsere Trainer richtig gesagt", bemerkt Stein. "Wir müssen wieder ein ganz anderes Gesicht zeigen. Aber wir gucken nach diesem Rückschlag auch wieder nach vorne." Da stellt sich natürlich die Frage, an welcher Stelle er und seine Wettringer ansetzen müssen. Die individuellen Böcke hat Stein bereits erwähnt. Und was ist mit den berühmten Grundtugenden, die es im Abstiegskampf braucht?
"Häufig ist es mir zu einfach, die Basics ausschließlich als Erklärung für Niederlagen aufzuführen", so Stein. "Das ist für mich meistens nur die halbe Wahrheit. Jetzt gegen Werne war es allerdings zutreffend. Es fehlte einfach an allem. Das war der Kern des Problems." Klar, die Wettringer haben bekanntlich in dieser Spielzeit auch arge personelle Probleme. Spieler wie Florian Kappelhoff-Rickert, Henning Hils oder Jannick Ruhkamp fallen die gesamte Saison aus. Kapitän David Ratering hat im neuen Jahr auch noch kein Spiel gemacht. "Das ist schon eine mittlere Katastrophe und bei den Möglichkeiten hier in Wettringen schwer zu kompensieren", erklärt Stein. "Auch unserer Kader ist noch sehr jung. Trotzdem entschuldigt das nicht die Tatsache, dass die Grundtugenden nicht an den Tag gelegt werden."
Werne-Spiele muss Mahnung gewesen sein
Umso wichtiger ist für die Wettringer nun das Spiel gegen Westfalia Gemen. "Wir haben in dieser Woche schon gut trainiert", berichtet Stein. "Es scheint bei uns in den Köpfen angekommen zu sein, dass es so wie am vergangenen Sonntag nicht geht. Von daher bin ich zuversichtlich, dass wir es herumreißen können." Abgesehen vom Werne-Spiel wären die Trainings- und Spieleinheiten im neuen Jahr nämlich gar nicht verkehrt gewesen. "Daran lässt sich anknüpfen", sagt Stein. "Das Spiel gegen Werne muss jetzt einfach Mahnung für jeden gewesen sein. Und unten in der Tabelle ist schließlich auch noch alles eng beieinander."
Acht Punkte beträgt derzeit der Rückstand auf das rettende Ufer. "Wettringen wird den Klassenerhalt schaffen", ist sich Stein sicher. "Ich bin unverändert zuversichtlich. Gerade wenn man sieht, dass die Liga extrem ausgeglichen ist." Gemen wäre dafür ein gutes Beispiel. Direkt nach der Pause hatte die Westfalia erst gegen den SV Dorsten-Hardt 4:0 gewonnen, ehe danach eine 0:4-Klatsche beim VfL Senden gefolgt war. "Das spricht schon ein Stück weit für sich", hält er abschließend fest. "Es kann in alle Richtungen etwas passieren. Deswegen werden wir sehen, wie sich die Rückrunde entwickelt."
Anschwitzen, der 20. Spieltag
Werner SC - FC Nordkirchen (Sonntag, 15 Uhr)
Werne scheint gut drauf zu sein. Für einen Coup gegen den Tabellenführer reicht es trotzdem nicht.
Heimspiel-Tipp: 1:3
Stein: 0:4
Eintracht Ahaus - VfL Senden (Sonntag, 15 Uhr)
Also, die Nummer verspricht auf jeden Fall spektakulär zu werden. Beide Mannschaften sind schließlich auch in ihrer Saison für ihren rasanten Offensivfußball bekannt. Gleich wohl die Ahauser bisher mit 41 Toren den Sendenern (31 erzielte Tore) in der Hinsicht noch etwas voraushaben. Und noch ein Beweis, der für ein torreiches Spektakel sprechen könnte: Beide Kontrahenten haben bisher jeweils 27 Gegentore kassiert und sind deshalb auch immer wieder gerne für ein paar Gegentore gut. Also wenn in dieser Begegnung weniger als sechs Buden fallen, sind wir schon enttäuscht.
Heimspiel-Tipp: Yo! 4:4.
Stein: 3:1
Borussia Münster - SV Dorsten-Hardt (Sonntag, 15 Uhr)
So haben sich die Borussen aus Münster den Auftakt nach der Winterpause nicht vorgestellt. Nach dem Remis gegen der Hammer SpVg folgte am vergangenen Spieltag eine 1:3-Niederlage bei der TSG Dülmen. Damit sind die Münsteraner nur noch zwei Punkte von den Abstiegsrängen entfernt. Nicht ganz überraschend hieß Borussia-Coach Julian Wiedenhöft deswegen seine Mannschaft im Abstiegskampf willkommen. "Wer davor jetzt noch die Augen verschließt, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Wir sind nun alle gefordert", meinte er nämlich bei den Westfälischen Nachrichten. Deswegen erwarte er nun eine Reaktion gegen den SV Dorsten-Hardt. Und die ist auch dringend nötig.
Heimspiel-Tipp: Warum zeigen die Borussen das nicht öfter? 3:0.
Stein: 1:1
FC Epe - Hammer SpVg (Sonntag, 15 Uhr)
Eigentlich hat der FC Epe gerade eine simple Aufgabe vor sich: Das Team von Ralf Cordes müsse wieder zu einem einfachen Fußball zurückfinden. Das hielt der Trainer selbst nach dem vergangenen Wochenende noch einmal fest. Mit 0:3 ging für die Eperaner da der Auftakt beim SC Altenrheine in die Hose. Sechs Punkte ist das rettende Ufer deswegen jetzt entfernt. Doch wie geht eigentlich einfacher Fußball? Pep Guardiola hat zumindest das gesagt: "Mein Fußball ist einfach: Angriff, Angriff, Angriff." Na dann wissen wir ja jetzt, wie es für Epe wieder mit einem Dreier klappt.
Heimspiel-Tipp: In den Bülten wuppen es Cordes' Jungs: 2:1.
Stein: 1:3
SV Burgsteinfurt - TuS Haltern (Sonntag, 15 Uhr)
Genauso wie die Wettringer in Werne hatte der SV Burgsteinfurt auch am vergangenen Spieltag einen Totalausfall. Bei Primus FC Nordkirchen war deswegen für Christoph Klein-Reesink und sein Team nichts zu holen. "Wer sich nach einem solchen Auftritt nicht selbst reflektiert, dem kann ich auch nicht mehr helfen", fand der enttäuschte Coach im Anschluss klare Worte. Eine Sache sollte den Burgsteinfurtern allerdings wieder Mut verleihen: das Hinspiel gegen Halten. Ende August obsiegten die Stemmerter mit 4:0. In Haltern. Also kann's zuhause doch jetzt eigentlich sogar nur noch höher ausgehen, oder?
Heimspiel-Tipp: Ach, komm: 5:0.
Stein: 2:2
Westfalia Gemen - Vorwärts Wettringen (Sonntag, 15 Uhr)
Auf was für einen Gegner müssen sich die Wettringer als bei diesen zuletzt verrückten Ergebnissen der Gemener einstellen? "Für mich persönlich ist das eine totale Wundertüte", sagte Stein. "Von daher weiß ich nicht, was uns erwartet. Vor allem, weil auch Julius Gerster Gemen verlassen hat. Das war immer der Spieler, auf den man sich sonst eingestellt hat. Da werden wir also erst einmal abwarten, wer da auf dem Platz steht." Fakt ist: Das Hinspiel haben die Wettringer mit 2:4 verloren. Nachholbedarf-Alarm, also.
Heimspiel-Tipp: Die Wettringer sind dran: 2:3.
Stein: 1:2: Noah Schilling und Leonard Zenuni machen die Tore.
RW Deuten - Eintracht Coesfeld (Sonntag, 15.15 Uhr)
Entschuldigt unsere Wortwahl, aber könnte der Spielplan für die Eintracht aus Coesfeld noch beschissener gelegt sein? Vor knapp zwei Wochen kam die Truppe von Karsten Erwig und Patrick Koster lockerflockig mit einem 3:1-Sieg über den TuS Haltern aus der Winterpause. Nur, am vergangenen Wochenende direkt wieder einen spielfreien Spieltag absitzen zu müssen. Für die Coesfelder ging es zuletzt also darum, irgendwie den Flow beizubehalten. Falls das geklappt hat wird auch etwas gegen den Tabellenzweiten möglich sein.
Heimspiel-Tipp: 2:2: Das schmeckt der Eintracht.
Stein: 3:1
Ibbenbürener SV - TSG Dülmen (Sonntag, 15.30 Uhr)
Ahmed Ibrahim, seit vergangenem Sommer Trainer der TSG Dülmen, wunderte sich zuletzt noch einmal darüber, was diese Liga wöchentlich für verrückte Ergebnisse abliefert. Willkommen in der Landesliga 4, lieber Ahmed. Und sollte er sich die zurückliegenden Ergebnisse der Ibbenbürener SpVgg anschauen, wird er wohl noch verwirrter sein. Vor zwei Wochen verlor die ISV mit 0:4 gegen den SC Altenrheine, danach folgte ein 2:1-Sieg - in Unterzahl - bei der Hammer SpVg. Was machste jetzt daraus als TSG Dülmen? Am besten immer auf sich selbst schauen. Das haben auch schon meine Trainer früher immer gepredigt - und so werden es sicherlich auch die Ibbenbürener handhaben.
Heimspiel-Tipp: 1:3: Jetzt blicken auch wir nicht mehr durch.
Stein: 2:1
Eintracht Coesfeld: spielfrei








































