Eine turbulente Punkteteilung in Coesfeld
Von Malte Greshake
(09.03.25) Uff. Habt Ihr Zeit mitgebracht? In dieser Partie war richtig viel drin. Nicht nur waren beim 3:3 (2:2)-Unentschieden zwischen Eintracht Coesfeld und dem SV Burgsteinfurt eine Menge Buden gefallen. Auch hatte es in der Schlussphase der Partie noch einmal zwei Platzverweise gegeben. Zweimal sogar für die Gäste aus Burgsteinfurt. Die Truppe von Christoph Klein-Reesink musste so das Spiel zu neunt zu Ende bringen - und belohnte sich nach zuletzt zwei torlosen Niederlagen trotz einer Leistungssteigerung nicht mit einem Sieg.
"Die mannschaftliche Leistung war wieder deutlich besser", meinte Klein-Reesink nach dem Abpfiff. "Nachdem wir zuletzt zurecht verloren haben, muss man heute fairerweise sagen, dass wir drei Punkte verdient gehabt hätten. Allerdings hatten die Unparteiischen etwas dagegen." Was war also passiert? Mit Beginn der Schlussphase der Partie hatte Neriman Kocevic die Burgsteinfurter noch mit 3:2 in Führung geschossen. Nach einer Hereingabe von Umut Berke schaffte es Eintracht-Schnapper Jannis Thentie nicht, die Murmel vollends zu entschärften. Kocevic rauschte heran und brachte sein Team im Nachsetzen auf die vermeintliche Siegerstraße (75.).
Burgsteinfurt kassiert den Ausgleich und gleich zweimal Gelb-Rot
Nur verpasste es der SVB im Anschluss, die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Julius Fliß jagte den Ball aus knapp sieben Meter Torentfernung in den Coesfelder Himmel. Auch ein Abschluss von Jason Petris war zu ungenau. Bis die Eintracht ihrerseits nach vorne drängte. Und als Steffen Exner wohl Maximilian Funkner im eigenen Sechzehner zu Fall brachte, ertönte nicht nur der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Inan Bulut, auch musste der bereits verwarnte Exner das Feld mit Gelb-Rot verlassen (84.). Philipp Schink trat daraufhin zum Elfmeterpunkt und traf zum 3:3-Ausgleich (85.).
"Steffen hat in dieser Szene nicht einmal ansatzweise gefoult", ärgerte sich Klein-Reesink. "Damit hat der Schiedsrichter meiner Meinung nach zu viel Einfluss genommen." Zudem kam es wenig später noch dicker für ihn und sein Team. Nach einem taktischen Foul bekam Alexander Dubs die Gelbe Karte gezeigt. Der Burgsteinfurter nahm es mit erhobenen Daumen zur Kenntnis - was Bulut jedoch als Unsportlichkeit ansah und Dubs ebenfalls mit Gelb-Rot bedachte (87.). "Das war nicht einmal ansatzweise hämisch gemeint", wunderte sich auch Eintracht-Coacht Karsen Erwig. "Am Ende war richtig Trubel drin. Den Elfmeter zu geben, war für mich die richtige Entscheidung. Beide Platzverweise waren allerdings eine Fehlentscheidung. Deswegen kann ich den Ärger der Burgsteinfurter nachvollziehen." Und wenn wir schon dabei sind: Nach einer Diskussion mit Bulut bekam der Coesfelder Trainer ebenfalls Gelb-Rot gezeigt. Langweilig wurde es an diesem Tag also wirklich nicht.
Erwig: "Das wäre aber zu viel des Guten gewesen"
Kommen wir nun zum Sportlichen zurück. Beide Teams besaßen nämlich noch eine Chance, das Spiel für sich zu entschieden. In Unterzahl durften die Burgsteinfurter ihrerseits noch einmal kontern. Ein Schuss von Berke flog nur knapp am Eintracht-Gehäuse vorbei. Für Coesfeld war es hingegen Marius Borgert, der per Dropkick knapp an SVB-Keeper Hannes Schäperklaus scheiterte. Das hätte auch der Lucky Punch sein können. "Den hält er schon überragend", meinte Erwig. "Natürlich hätten wir den Dreier gerne mitgenommen. Das wäre aber zu viel des Guten gewesen. Insgesamt können wir auf die Leistung dennoch aufbauen."
Reesink auf der anderen Seite verpasste trotz alledem nicht, auch Selbstkritik zu üben. "Wenn wir es nach dem 3:2 durchziehen, kommt es gar nicht zu dieser Elfmetersituation", hielt er fest. "Wir haben einfach vergessen, das vierte Tor zu machen. Trotzdem nehmen wir viel Positives mit." So. Haben wir noch was vergessen? Achja, eine erste Halbzeit hatte es natürlich auch gegeben. Exner brachte da den SVB erst bei einer Ecke in Führung (23.), ehe Tobias Hüwe die Hausherren per Elfmeter und nach einem langen Ball zurück ins Spiel brachte (30./40.). Im Gegensatz zu den Vorwochen ließ sich Stemmert davon aber nicht aus der Bahn werfen. Aus der Distanz brachte Petris die Seinen zurück ins Spiel (40.). Bevor es dann nach dem Seitenwechsel noch turbulenter wurde...
Eintracht Coesfeld - SV Burgsteinfurt 3:3 (2:2)
0:1 Exner (23.), 1:1 Hüwe (30./FE),
2:1 Hüwe (40.), 2:2 Petris (42.),
2:3 Kocevic (75.), 3:3 Schink (85./FE)
Gelb-Rote Karten für Burgsteinfurts Exner (84./Foulspiel) und Dubs (87./Unsportlichkeit)







































