Hüer avanciert zum zweifachen Pechvögel
Von Malte Greshake
(06.04.25) Knappe 35 Minuten war der SC Altenrheine in Überzahl angerannt. Bei Gegner Vorwärts Wettringen hatte Leonard Zenuni mit Beginn des zweiten Durchgangs die Rote Karte gesehen. Und tatsächlich bekamen die Altenrheiner noch eine fette Chance. Fabian Hüer, zuvor schon unglücklicher Eigentorschütze, tauchte kurze vor Schluss blank vorm Wettringer-Kasten auf. Doch aus wenigen Metern verfehlte er den gegnerischen Kasten - und avancierte beim 1:1 (0:1)-Unentschieden zum Pechvogel auf Seiten des SCA.
"Für uns ist das natürlich zu wenig", meinte Gästetrainer Marc Wiethölter hinterher. "Wir haben heute nicht das abrufen können, was wir uns vorgenommen haben. Deswegen müssen wir damit leben." Gerade in spielerischer Hinsicht hätte es sein Team über weite Strecken nicht gut gelöst. Zu behäbig und unentschlossen traten die Altenrheiner auf. "Allerdings haben sich die Wettringer in der zweiten Hälfte auch in alles reingeschmissen, was sich bewegt hat", fügt er noch hinzu. "Deswegen haben sie sich den Punkt auch verdient. Wir hätten einfach ein zweites Tor nachlegen müssen."
Altenrheine legt vor
Gleichwohl es zunächst so aussah, als wenn die Gäste an diesem Tag die Mittel finden würden, um die Wettringer - zuletzt drei Spiele in Folge ohne Gegentor - zu knacken. In Hälfte eins verpassten Tom Bovenschulte bei einer Ecke und Hüer wenig später athletisch per "Scorpion Kick" (Wiethölter) die Führung. Nach einer knappen halbe Stunde klingelte es aber schließlich. Einen langen Einwurf von Flasse bekamen die Wettringer nicht geklärt, sodass Marvin Strotmann aus der Rückraum sehenswert per Schlenzer traf (31.).
Hatten sich die Wettringer in Halbzeit eins noch hauptsächlich auf die Defensive konzentriert, wurden sie nach dem Seitenwechsel aber direkt richtig gefährlich. Hendrik Artmann brachte schließlich eine Hereingabe aus halblinker Position in den Gästesechzehner - und Hüer verfrachtete den Ball an SCA-Keeper Steffen Söndgen ins eigene Tor (53.). "Eigentlich hatte wir da eine ganz gute Phase", meinte Vorwärts-Patrick Wettringen. "Doch leider haben wir uns danach selbst in Verlegenheit gebracht."
Wettringen schwächt sich selbst
Denn nur kurz nach dem Ausgleich zeigte Schiedsrichter Maik Koch Leonard Zenuni die Rote Karte (54.). Der Wettringer Mittelfeldmann hatte sich wohl ein Nachtreten im Zweikampf mit Gegenspieler Max Stermann geleistet. Ja, und mit einem Mann weniger versuchen die Wettringer im Anschluss, das Remis irgendwie über die Ziellinie zu bekommen. Die Gäste, die sich schwer taten Lücken im Vorwärts-Abwehrverbund zu finden, hätten aber schließlich doch noch die Vorwärts-Serie beinahe zunichte gemacht.
Wenn dem freistehenden Hüer in der Nachspielzeit der Ball nicht doch noch versprungen wäre (90.+1). "Für uns ist das somit richtig ärgerlich", fügte Wiethölter noch hinzu, der Hüer aber selbstverständlich gar keine Vorwürfe machte. "Der Junge macht das schließlich nicht absichtlich", so Altenrheines Coach. Für die Wettringer ist eine erneute Punkteteilung im Abstiegskampf indes viel zu wenig. Acht Zähler Rückstand sind es weiterhin auf den ersten Nichtabstiegplatz. "Das reicht nicht", wusste auch Wensing. "Allerdings müssen wir den Punkt bei den Umständen heute mal mitnehmen."
Vorwärts Wettringen - SC Altenrheine 1:1 (0:1)
0:1 Strotmann (31.), 1:1 Hüer (53./ET)
Rote Karte für Wettringens Zenuni (54./Tätlichkeit)




































