Landesliga 4
Der SC Altenrheine mimt in Ahaus den Spielverderber
Von Maltes Greshake
(24.05.25) So hatte Eintracht Ahaus das natürlich nicht geplant. Eigentlich wollte die Truppe von Frank Wegener mit einem Heimsieg über den SC Altenrheine die Tabellenspitze erobern. Zumindest bis Sonntag. Nur erwiesen sich die Altenrheiner, für die es zumindest in der Liga um nichts mehr geht, als richtig harte Nuss. Mit einer galligen Spielweise nahmen die Gäste einer teilweise gehemmt wirkenden Eintracht an diesem Samstagnachmittag komplett die Spielfreunde. Und durch die 0:2 (0:1)-Niederlage müssen die Ahauser weiter mit Rang zwei und dem Relegationsrang vorlieb nehmen. Gibt aber auch wirklich Schlimmeres...
"Das ist schon ordentlich gegen die beste Rückrundenmannschaft", bilanzierte SCA-Coach Marc Wiethölter, der damit ausgerechnet im fünften Jahr erstmals in Ahaus gewinnen konnte. "Und das war sicher nicht unverdient, auch wenn es Phasen gab, in denen wir Glück hatten." Die gab es tatsächlich. Vor allem zu Beginn. Denn die Eintracht legte los wie die Feuerwehr. Immer wieder sorgten Standards für Gefahr im Sechzehner des Gastes. Bei Ahaus fehlte nur die letzte Präzision. Stattdessen klingelte es schließlich auf der Gegenseite: Thorben Kortenhorn vollendete nach einem Querpass zur frühen Führung (11.). Ein Treffer, der aus dem Nichts kam, aber Wirkung zeigte. Denn fortan war Altenrheine im Spiel.
Ahaus wacht vor der Pause wieder auf
Gallig, präsent, aggressiv im Pressing - der SCA gewann fortan früh zahlreich die Bälle und kombinierte sich in gute Abschlusspositionen. Allein: Zählbares sprang zunächst nicht heraus. Erst kurz vor der Pause meldete sich dann Ahaus offensiv zurück. Jonathan Noack und Christopher Behrendt vergaben jedoch beste Chancen. "Vor der Halbzeit müssen wir den Ausgleich schießen", ärgerte sich Eintracht-Coach Frank Wegener. "Dann läuft das Spiel vielleicht anders."
Nach dem Seitenwechsel übernahm Ahaus mehr die Spielkontrolle, besonders angetrieben von Christian Rosing, der sich immer tief die Murmel abholte. Doch die tiefstehenden Gäste verteidigten es leidenschaftlich, machten die Räume eng und ließen kaum Abschlüsse zu. Allerdings verpasste der SCA es auch, bei einigen Kontern die Vorentscheidung zu besorgen. Was sich beinahe rächte. In der 80. Minute gab's eine große Möglichkeit für die Gastgeber: Lennart Varwick drang bei einem Konter in den Strafraum ein, doch sein Querpass rutschte Behrendt über den Schlappen.
Wegener: "Gegen einen guten Gegner hat es heute nicht gereicht"
Die Nachspielzeit wurde dann noch einmal richtig knackig. Zuerst köpfte der freistehende Christopher Ransmann knapp über das Altenrheiner Tor (90.+4). Er war aus dem Halbfeld von Simon Lovermann bedient worden. Und das sollte die letzte Gelegenheit für die Ahauser bleiben. Altenrheine setzte schließlich doch noch einen Konter. Robin Kamp behielt nach Steckpass von Lars Bieker die Übersicht, legte quer - und Dustin Reiners schob eiskalt zum 2:0-Endstand ein (90.+6). Alle drei hatte Wiethölter übrigens in Hälfte zwei eingewechselt. Er ist und bliebt ein Trainerfuchs.
"Nach der Pause haben wir es verpasst, frühzeitig das zweite Tor zu machen", meinte Wiethölter. "Aber wir wollen in der Tabelle am Ende eben Ibbenbüren bleiben und noch so hoch wie möglich klettern. Dafür haben die Jungs abgeliefert." Und: Für Altenrheine steht am kommenden Mittwoch auch noch das Kreispokalfinale an. Eine schlechte Generalprobe dafür war das nicht. Bei der Eintracht ging trotz der Enttäuschung der Blick nach vorn. "Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen", so Wegener. "Gegen einen guten Gegner hat es heute nicht gereicht. Altenrheine ist immerhin kein Fallobst. Wir sind jetzt noch eine Viertelstunde traurig - und dann konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel gegen Hamm und die anschließende Relegation."
Eintracht Ahaus – SC Altenrheine 0:2 (0:1)
0:1 Kortenhorn (10.), Reiners (90.+6)




































