Landesliga 4
Besser spät als nie: Wettringen verlässt erstmalig die Abstiegszone
Von Malte Greshake
(25.05.25) Diese drei Punkte waren nicht nur wichtig, sich waren gigawichtig. Mit einem hart erkämpften 4:3 (2:0)-Auswärtssieg bei Eintracht Coesfeld hat Vorwärts Wettringen am vorletzten Spieltag erstmals in dieser Saison die Abstiegsränge verlassen. Dabei boten die Wensing-Schützlinge ein Spiel, das ihrem Coach buchstäblich graue Haare bescherte. Aber eben auch drei Zähler, die fürs Saisonfinale Mut machen.
"Ich hätte mir gewünscht, dass es hinten raus etwas ruhiger wird", meinte Wettringens Trainer Patrick Wensing nach dem wilden Ritt am Sonntag. "Aber am Ende zählen nur die Punkte". Die Gäste legten in Hälfte eins los wie Schmitds Katze. Bereits in der 8. Minute klingelte es im Coesfelder Kasten: Leonard Zenuni wurde am Strafraum freigespielt und ließ Eintracht-Keeper Wessels mit einem präzisen Abschluss aus 16 Metern keine Chance. Doch auch die Gastgeber waren offensiv - vor allem immer wieder bei Standards - präsent: Nach einem Freistoß knallte der Ball an die Latte. Kurz darauf hatte Wettringens Hendrik Artmann mit einem ruhenden Ball Pech, auch er traf nur das Aluminium. Kurz vor der Pause belohnten sich die Gäste aber ein weiteres Mal: Noah Schilling wurde im Sechzehner zu Fall gebracht - Nils Bußmann schnappte sich das Leder und verwandelte eiskalt zum 2:0 (45.+1).
Viel los nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel erwischte Wettringen den besseren Start. Nach einem Standard brachte Mats Thiemann den Ball am zweiten Pfosten noch einmal gefährlich ins Zentrum, wo erneut Bußmann zur Stelle war und das 3_0 markierte (52.). Doch wer dachte, das sei die Entscheidung gewesen, wurde schnell eines Besseren belehrt.
Denn Coesfeld gab sich nicht auf - trotz des feststehenden Klassenerhalts. Das kennen wir ja auch schon von der Truppe von Karsten Erwig und Patrick Koster. Nach einem elfmeterreifen Foul von Ole Stein verwandelte Tobias Hüwe einen Strafstoß sicher zum 1:3 (59.). Nur: Wettringen blieb ebenfalls weiter brandgefährlich. Thiemann war diesmal als Vorlagengeber über rechts unterwegs, seine Hereingabe fand Paul Höffer, der aus kurzer Distanz zum 1:4 einschob (70.).
Grosshantens Doppelschlag bringt Wettringen ins Schwitzen
Das sollte doch aus Wettringer Sicht reichen. Dachte man. Doch die Gastgeber hatten andere Pläne. Erst verkürzte Jan Grosshanten im Anschluss an eine verunglückte Wettringer Abwehraktion auf 2:4 (71.), dann setzte der Coesfelder sogar noch einen drauf: In Robben-Manier zog er von rechts nach innen und schlenzte den Ball sehenswert ins lange Eck - der Anschlusstreffer (76.).
Wettringen schwankte, fiel aber nicht. Weil Torsten Fiefhaus und Ole Trindeitmar die endgültige Entscheidung verpassten, blieb es jedoch bis zum Schlusspfiff spannend. Am Ende durfte Vorwärts jubeln - und sich mit dem Sprung über den Strich belohnen. "Coesfeld hat uns alles abverlangt, obwohl es für sie eigentlich um nichts mehr ging. Dafür muss man ihnen Respekt zollen", betonte Wensing. "Wir stehen zum ersten Mal in dieser Saison über dem Strich. Hoffentlich sieht das auch nach dem nächsten Wochenende noch so aus."
Eintracht Coesfeld - Vorwärts Wettringen 3:4 (0:2)
0:1 Zenuni (8.), 0:2 Bußmann (45.+1/FE),
0:3 Bußmann (52.), 1:3 Hüwe (59./FE),
1:4 Höffer (70.), 2:4 Grosshanten (71.),
3:4 Grosshanten (84.)



































