Borussias bescheidender Bomber
Von Malte Greshake
(28.08.24) So früh in der Woche gibt's bereits das Anschwitzen für den kommenden Spieltag? Wo gibt's denn so was?! Na, bei uns. Denn wie meine Oma immer sagt: Wat mutt, dat mutt. Schon am Mittwochabend eröffnen der FC Epe und die TSG Dülmen die nächste Runde. Doch mit diesen beiden Mannschaften befassen wir uns dieses Mal nicht. In diesem Vorbericht soll es um Borussia Münster gehen. Am vergangenen Sonntag sorgte die Truppe von Julian Wiedenhöft und Janis Kraus schließlich für ordentlich Furore. Mit 5:0 verkloppte die Borussia den SV Dorsten-Hardt. Und vor allem Maximilian Wüst erwies sich dabei als besonders treffsicher.
Seine Saisontore drei, vier und fünf erzielte Münsters Stürmer in Dorsten. Der 26-Jährige scheint zu Beginn der neuen Spielzeit - seine nun dritte bei der Borussia - ziemlich gut drauf zu sein. Die Blumen reicht der Polizist aber direkt weiter. "Unsere Außenspieler machen mir es ziemlich einfach, die Tore zu erzielen", berichtet Wüst. Gerade die beiden Flügelflitzer Hafani Bouraima und Ansumana Nyassi wären mit ihrer Qualität sowieso viel zu gut für die Liga. "Ich muss einfach da stehen, wo man als Stürmer stehen muss", sagt Wüst. Gleichwohl die Borussen nach den Abgängen von Hannes John, Moritz Pauli oder auch Marco Rocha ein wenig Zeit gebraucht hatten, um sich zu finden. "Mittlerweile haben aber auch die neuen Spieler verstanden, wie wir spielen wollen", meint Wüst. "Ich bin jetzt derjenige, der daraus Profit schlägt."
Die Weiterentwicklung im Blick
In Sachen Saisonzielen halten sich Wüst und seine Borussen aber zurück - trotz des starken Saisonstarts. "Wir fahren erstmal gut damit, zu sagen, dass wir viele Punkt holen wollen, um nicht unten reinzurutschen", meint er. "Alles weitere, was oben drauf kommt, ist ein Bonus." Die Liga sei schließlich in diesem Jahr noch enger und besser geworden. Dafür sorgt nicht nur Aufsteiger SV Burgsteinfurt, sondern auch die Westfalenliga-Absteiger Hammer SpVg, TuS Haltern oder auch FC Nordkirchen. "Deswegen ist es von Vorteil, erstmal Bescheidenheit an den Tag zu legen", so Wüst. Auch bisher schlecht gestartete Mannschaften, wie der SV Dorsten-Hardt und die TSG Dülmen, müsse man immer auf dem Zettel haben. "In sieben, acht, neun Spieltagen wird die Tabelle ganz anders aussehen", gibt er zu bedenken.
Doch nicht nur im Kader der Borussen gab's zu Beginn dieser Spielzeit Veränderungen. Auch haben die Münsteraner mit Wiedenhöft und Kraus ein neues Trainer-Duo am Start. "Das klappt gut. Am Anfang mussten wir natürlich noch miteinander warmwerden", erklärt Wüst. "Die Trainer mussten schauen, wie wir Spieler ticken. Und andersherum genauso." Nicht nur hätten die neuen Coaches ihre Ideen eingebracht. Auch Vorschläge aus der Mannschaft wurden miteinbezogen. "Das System, das wir davor unter Henry Hupe gespielt haben, hat schließlich auch nicht schlecht funktioniert", sagt Wüst über seinen Ex-Trainer - und fügt hinzu: "Wenn wir weiter fleißig an uns arbeiten, können wir eine gute Entwicklung nehmen."
Gelegenheit dafür bietet sich bereits am kommenden Sonntag. Dann empfängt die Borussia den VfL Senden an der Grevingstraße. "Senden ist immer ein sehr unangenehmer Gegner", meint Wüst. "Körperlich sind sie sehr robust. Wenn wir es wieder schaffen, unseren Stiefel herunterzuspielen, wollen wir aber natürlich zuhause wieder gewinnen."
Anschwitzen, der 4. Spieltag
FC Epe - TSG Dülmen (Mittwoch, 18.30 Uhr)
Der FC Epe und die TSG Dülmen können es ja kaum erwarten, wieder auf dem Platz zu stehen. Knapp 72 Stunden nach dem dritten Spieltag kreuzen beide Teams im Eper Bültenstadion die Klingen. Vor allem für die Gäste aus Dülmen geht's so früh in der Saison schon um alles. Nach drei Niederlagen in Folge lechzen Ahmed Ibrahim und seine Mannschaft nach den ersten Punkten. Aber auch die Eperaner haben nach dem vergangenen Wochenende etwas gutzumachen. Bei der Hamm SpVg kassierte der FC eine ziemlich unnötige Niederlage.
Wüst: 2:0
Heimspiel-Tipp: In den Bülten wird's schwer für die TSG: 3:1.
SV Dorsten-Hardt - Ibbenbürener SpVgg (Mittwoch, 19.30 Uhr)
So richtig Angst muss man in der Saison vor dem SV Dorsten-Hardt nicht haben. Mit null Punkten und einem Torverhältnis von 1:11 belegt die Mannschaft von Christoph Schlebach den letzten Tabellenplatz. Panik bricht beim Dritten der Vorsaison aber nicht aus. "Wir wissen ja alle, dass die Vorbereitung bei uns nicht sehr gut war", sagte der Sportliche Leiter Jürgen Gertz bei den Ruhr Nachrichten. "Hinzu kommen noch zum Teil schwere Verletzungen, die den Kader ganz schön geschwächt haben." Aber leichter wird es für die angeschlagenen Dorstener sowieso nicht: Mit dem Ibbenbürener SpVgg kündigt sich ein Gegner an, der Vorjahres-Vizemeister TSG Dülmen am vergangenen Spieltag das Fürchten lehrte.
Wüst: Es tut mir Leid für Dorsten, aber: 1:2.
Heimspiel-Tipp: Bei Dorsten-Hardt ist die Verunsicherung spürbar: 1:3.
Eintracht Ahaus - Vorwärts Wettringen (Mittwoch, 19.30 Uhr)
Da prallen am Donnerstabend ordentlich Gegensätze aufeinander. Eintracht Ahaus gab schließlich bisher noch keinen Punkt ab und belegt hinter Westfalia Gemen den zweiten Tabellenplatz. Vorwärts Wettringen wartet hingegen nach drei Pleiten in Serie immer noch auf den ersten Punkt. Gleichwohl Vorwärts-Coach Patrick Wensing bei der zurückliegenden 2:4-Niederlage in Gemen Fortschritte ausgemacht hatte. Und vielleicht sehen die Wettringer in der Ahauser Augenklinik-Arena das Licht am Ende des Tunnels...
Wüst: 2:0
Heimspiel-Tipp: 2:2: Immerhin etwas Zählbares für Wettringen.
Borussia Münster - VfL Senden (Sonntag, 15 Uhr)
An die Duelle mit den Sendenern haben die Borussen tatsächlich gute Erinnerungen. Beide Duelle der Vorsaison entschieden die Münsteraner für sich. Beim 4:2-Sieg in der Rückrunde erzielte Maximilian Wüst allerdings kein Tor. Ob ihn das wurmt? So wie wir ihn kennen gelernt haben, wohl kaum. "Wir gewinnen 2:1", sagt Wüst. "Die Tore machen Hafani Bouraima und Ansumana Nyassi."
Wüst: 2:1
Heimspiel-Tipp: Senden darfst du nie unterschätzen: 1:2.
SV Burgsteinfurt - Eintracht Coesfeld (Sonntag, 15 Uhr)
Das Aufeinandertreffen zweier Aufsteiger, die nicht unterschiedlicher in die Saison starten hätten können. Der SV Burgsteinfurt heimste bisher sieben Punkte ein. Damit sind Christoph Klein-Reesink und seine Jungs - nicht überraschend - bestens zufrieden, wie er am vergangenen Sonntag erklärte. Die Coesfelder hingegen haben erst ein Pünktchen auf dem Konto. Auch wenn die Eintracht wegen eines spielfreien Wochenendes erst zwei Partien hinter sich gebracht hat.
Wüst: 3:0
Heimspiel-Tipp: Der Trend spricht ganz klar für Stemmert: 3:0.
SC Altenrheine - Hammer SpVg (Sonntag, 15 Uhr)
An solche spielfreien Wochenenden muss man sich erstmal gewöhnen. Seit dieser Saison besteht die Landesliga 4 bekanntlich aus 17 Mannschaften. Ergo: Ein Team muss am Wochenende immer aussetzen. Am vorherigen Spieltag durfte der SC Altenrheine nämlich den Sonntag auf dem Sofa verbringen. Aber ist das nun gut oder schlecht? Den älteren Kickern dürfte ein freies Wochenende sicher entgegenkommen, um die kaputten Knochen zu schonen. Wenn's nun gegen die temporeiche Offensiver der Hammer SpVg geht, wovon sich der FC Epe beim 1:3 auch eine Kostprobe abholte, dürften frische Beine kein Nachteil sein.
Wüst: 1:1
Heimspiel-Tipp: Der SCA (und dessen Fans) lehren Hamm das Fürchten: 4:0.
Westfalia Gemen - FC Nordkirchen (Sonntag, 15 Uhr)
Der Erste (Gemen) empfängt den Vierten (Nordkirchen). Richtungsweisend nennt man ein solches Spiel wohl.
Wüst: 2:2
Heimspiel-Tipp: 3:3.
Werner SC - TuS Haltern (Sonntag, 15 Uhr)
Von der Heimstärke des Werner SC darf sich jetzt also auch Westfalenliga-Absteiger Haltern ein Bild machen.
Wüst: 2:1
Heimspiel-Tipp: 1:0.




































