Die Standfestigkeit ist zurückgekehrt
Von Malte Greshake
(20.09.24) Optimal lief's beim VfL Senden an den ersten Spieltag nicht. Das lässt sich nicht anders sagen. Nach vier absolvierten Partien hatte die Mannschaft von Rabah Abed erst drei Punkte auf dem Konto. Natürlich, passieren kann das. Die Höhe der Niederlagen verwunderte aber doch schon. Bei Westfalia Gemen und Borussia Münster (jeweils 0:5) in der Liga sowie im Pokal gegen den FC Nordkirchen (0:4) kassierten die Sendener ziemlich empfindliche Schlappen. Aber: Im Anschluss fing sich der VfL, siegte zweimal in Folge und ist wieder gewöhnt wieder weiter oben in der Tabelle zu finden.
Bereits am Freitagabend treffen die Sendener auf den SC Altenrheine. Im Vorfeld haben wir mit Routinier Aljoscha Kottenstede. "Die hohen Niederlagen waren bitter und taten schon weh", berichtet er. Seit diesem Sommer kickt der Mittelfeldspieler, der davor für den SC Greven 09 in der Bezirksliga die Treter schnürte, in Senden. "Wir haben das aber in Ruhe aufgearbeitet und Gespräche geführt", so der 36-Jährige. "Vor allem im taktischen Bereich, was das Aufbauspiel und Pressing anging, haben wir gearbeitet." Coach Rabah Abed wählte dafür besonders das Hilfsmittel der Video-Analyse. "Und in den letzten Spielen lief es dann deutlich besser", meint Kottenstede. Wohl wahr.
Ein Sieg für die Moral
Am vergangenen Spieltag lagen die Sendener beim FC Epe zur Pause sogar mit 0:2 zurück. "Dass wir danach nicht eingebrochen sind, war nochmal richtig gut für die Moral", freut sich Kottenstede. Mit 3:2 gewannen die Sendener die Partie schließlich. Kottenstede selbst hatte kurz vor Schluss den Siegtreffer besorgt. "Mittlerweile haben wir auch wieder beim Training mehr Leute da", fügt er noch hinzu. "In der Breite haben wir sowieso eine gute Mannschaft. Deswegen bin ich auch optimistisch, dass es für uns so weitergeht."
Nun müssen wir aber andere Fragen klären. Wie ist Kottenstede, der auch schon für den BSV Roxel, Westfalia Kinderhaus und den TuS Hiltrup aktiv war, überhaupt in Senden gelandet? "Tatsächlich war ich im vergangenen Winter auf einer Hochzeit zu Gast und bin da mit Kamilos Jeyenthira ins Gespräch gekommen", berichtet er. Die Senden-Legende ist zufälligerweise der Onkel von VfL-Kicker Jermaine Jeyenthira. Aha! Und so nahm das Ganze seinen Lauf. Irgendwann führte Kottenstede mit Sendens Sportleiter Taylan Berik Zukunftsgespräche. "Insgesamt hatte ich ein gutes Gefühl", so Kottenstede. "Ich bereue es auf jeden Fall nicht und bin sehr zufrieden in Senden." Dass er per Fahrgemeinschaft von seinem Wohnort Münster aus locker flockig nach Senden kommt, wäre natürlich auch kein Nachteil.
"Eine gute Ernährung kann natürlich auch nicht schaden..."
Und wie schafft man es, mit 36 Lenzen noch in der Landesliga kicken zu können? Einige müssen schließlich wegen ihrer kaputten Knochen schon viel eher passen. "Bis jetzt - toi, toi, toi - bin ich so weit verletzungsfrei geblieben", so Kottenstede. "Zeitlich passt es auch noch und es macht mir immer noch Spaß." Es gibt also kein Geheimnis? Ich frage für einen Freund. "Nein, ich hatte halt keine längeren Pausen und dann kann man schon richtig lange spielen", schmunzelt er. "Zwischendurch mache ich noch anderen Sport, um mich fit zu halten. Und eine gute Ernährung kann natürlich auch nicht schaden..."
Haben wir das also auch geklärt. Zum Schluss nochmal zurück zum Sportlichen. Mit seinen Sendenern will Kottenstede in der Tabelle nämlich noch ein wenig klettern. Derzeit reicht es mit neun Punkten für Platz sieben. "Ich denke, dass wir in der Liga jeden schlagen können", meint er. "Gleichwohl die Liga sehr ausgeglichen ist. Obwohl wir gegen Epe das Spiel drehen konnten, haben sie in Halbzeit eins richtig gut gemacht." Einen bestimmte Platzierung hätten er und sein Team aber nicht anvisiert. "Unter den ersten fünf Plätzen können wir schon landen", fügt er abschließend hinzu. "Und am meisten Spaß macht es sowieso, wenn man sich bis zum Ende mit den Mannschaften von oben misst."
Anschwitzen, der 7. Spieltag
VfL Senden - SC Altenrheine (Freitag, 19.30 Uhr)
Ein geiles Spiel erwartet Aljoscha Kottenstede. "Flutlichtspiele sind dann noch einmal etwas Besonderes", sagt er. Dass die Sendener dadurch das Wochenende frei haben, sei zudem auch nicht ganz so übel. "Tatsächlich haben wir danach einen Mannschaftsabend geplant, der natürlich mehr Spaß macht, wenn man gewinnt", so Kottenstede. Mit dem SC Altenrheine erwarten die Sendener einen Gegner, der bisher auch noch nicht so wirklich in Tritt gekommen ist. "Trotzdem wird das kein leichtes Spiel", gibt er zu bedenken. "Wir wollen aber den Schwung mitnehmen. Und wenn wir das umsetzen, was wir uns vornehmen, werden wir auch als Sieger vom Feld gehen."
Kottenstede: 2:0
Heimspiel-Tipp: Der SCA crasht die VfL-Party: 1:2.
FC Nordkirchen - Ibbenbürener SpVgg (Sonntag, 15 Uhr)
Gegen tiefstehende Gegner hat die Ibbenbürener SpVgg noch Probleme, Lösungen zu finden. Wie zuletzt beim 0:0-Unentschieden gegen Vorwärts Wettringen. Beim Auswärtsspiel gegen Tabellenführer FC Nordkirchen sollte das nun allerdings nicht zu einem Problem werden. Gegen die spielstarken Nordkirchener wird die ISV nun wieder mehr Räume bekommen. Und können Mike Schwering und seine Jungs dem Primus ja die erste Saisonniederlage zufügen.
Kottenstede: 3:0
Heimspiel-Tipp: Ein Sieg wird's nicht, mit dem Punkt sind die Ibbenbürener aber auch zufrieden: 2:2.
Vorwärts Wettringen - FC Epe (Sonntag, 15 Uhr)
Das kam schon ein wenig überraschend. Beim FC Epe sitzt also nun jemand anders auf dem Trainerstuhl. In dieser Woche stellte der Verein die Coaches Jan Sundermann und Niklas Niehuis frei. Übernommen hat ab sofort Ralf Corden. Er soll das Tabellenschlusslicht ergebnistechnisch wieder in die richtige Spur bringen. Und mit dem Auswärtsspiel gegen Vorwärts Wettringen wartet nun direkt eine richtig Hausnummer. Weil die Hausherren auch unten der Tabelle drin stecken, kann man schon von einem Sechs-Punkte-Spiel sprechen.
Kottenstede: 2:2
Heimspiel-Tipp: Wettringen bleibt trotz der Umstände ganz cool: 2:0.
SV Dorsten-Hardt - Hammer SpVg (Sonntag, 15 Uhr)
Nach dem Horrorstart scheinen die Hardter mittlerweile endgültig in der neuen Saison angekommen zu sein. Keine guten Neuigkeiten für die Hammer SpVg.
Kottenstede: 1:1
Heimspiel-Tipp: 1:0. Lukas Matena regelt's wieder.
SV Burgsteinfurt - Werner SC (Sonntag, 15 Uhr)
Beim kommenden Gegner des SV Burgsteinfurt ging's in dieser Woche in wenig drunter und drüber. Chefcoach Sven Pahnreck verkündete am Donnerstag seinen sofortigen Rücktritt. Darüber berichtet die Münsterland Zeitung. Laut des Trainers gebe es "unüberbrückbare Differenzen innerhalb des Vereins, die eine effektive und zielorientierte Arbeit unmöglich mache". Seit längerer Zeit
brodle es schon im Verein. Und Pahnreck erklärt, dass die "derzeitigen internen Auseinandersetzungen innerhalb des Vereins die notwendige Ruhe und Stabilität verhindern, die für eine erfolgreiche Arbeit im Trainerteam unabdingbar sind". So. Haben wir das auch geklärt. Was bringt das also dem SV Burgsteinfurt? Der wird sich sicherlich weniger mit dem Gegner, sondern eher mit sich selbst beschäftigen. Das klappte bisher sichtlich sehr gut.
Kottenstede: 3:1
Heimspiel-Tipp: Stemmert stürzt Werne weiter ins Chaos: 4:0.
Eintracht Coesfeld - Eintracht Ahaus (Sonntag, 15 Uhr)
Vor dem Kracher gegen Eintracht Ahaus haben sich die Coesfelder mit den wichtigen Fragen des Lebens beschäftigt. Was ist besser? Spezikorn oder Bier? Ein Flutlicht- oder ein Mittagspiel? Eine Frikadelle oder Wurst im Brötchen? Mit diesen und anderen Eventualitäten setzten sich die Eintrachtler auseinander und haben das
in einem Video festgehalten. Tatsächlich habe ich jetzt auch auf einmal richtig Hunger auf ein Frikabrötchen. Oder ich mache mir einfach ein Bier auf. Ist schließlich Freitag...
Kottenstede: 1:2
Heimspiel-Tipp: Die Ahauser sind momentan zu gefestigt: 1:3 - und Prost!
RW Deuten - Westfalia Gemen (Sonntag, 15 Uhr)
Schiedsrichter der Partie ist Pascal Alack. Unterstützt wird er von seinen Assistenten Leon Petersmann und Deniz-Allessandro Becker.
Kottenstede: 2:2
Heimspiel-Tipp: Gemen bleibt oben dran: 1:3.
TuS Haltern - Borussia Münster (Sonntag, 15 Uhr)
Die Marschroute bei den Borussen aus Münster dürfte klar sein. Seit zwei Spielen wartet die Mannschaft von Janis Kraus und Julian Wiedenhöft schließlich wieder auf einen Sieg. Heimspiel-Redakteur Fabian Renger ist jedenfalls optimistisch, dass es mit einem Dreier klappt. Auf einen 3:1-Sieg tippt er. "Haltern geht früh in Führung. Borussia scheitert an allem, aber macht dann in den letzten 20 Minuten die Tore", schiebt er noch die passende Analyse hinterher. Und der Mann muss es wissen. Schließlich ist er glühender Fan des VfL Wolfsburg...
Kottenstede: 1:2
Heimspiel-Tipp: 3:3 - ist wird doch nur ein Punkt.
TSG Dülmen - spielfrei





































