Joker Shinawi führt Senden zum nächsten Sieg
von Malte Greshake
(21.09.24) Was da am Freitagabend zwischen dem VfL Senden und dem SC Altenrheine abging, war irgendwie ein Spiegelbild der Vorwochen. Die Gäste aus Altenrheine gingen in Hälfte eins zunächst in Führung. Das kennen wir schon. Im Anschluss gab der SCA allerdings den Vorsprung aus der Hand. Das kennen wir auch schon. Und die Sendener, die gegen den FC Epe zuletzt schon ein Spiel gedreht hatten, kamen zurück, siegten mit 3:1 (0:1) und heimsten so den dritten Dreier in Folge ein.
Nach der Pause hatte Altenrheine sogar das 2:0 auf dem Fuß. Joel Flasse war über Außen durch und flankte in die Mitte. Luca Huesmann nagelte die Murmel allerdings über den Senden-Kasten. Und quasi im Gegenzug landete eine Seitenverlagerung bei Ali Shinawi, der einen Gästeverteidiger auswackelte und zum Ausgleich traf (59.). "In der Szene haben wir es einfach brutal schlecht verteidigt", ärgerte sich SCA-Coach Marc Wiethölter.
Abed: "So einen Fußballer haben wir gebraucht"
Und es wurde danach nicht wirklich besser für die Gäste. Eher im Gegenteil. Im Anschluss gingen fast alle zweiten Bälle an die nun richtig galligen Sendener. "Wir können da natürlich auch über Pech reden, das ist mir aber zu billig", haderte Wiethölter. "Das hat etwas mit Willen zu tun. Ich bin einfach maßlos enttäuscht darüber, wie wir ab da aufgetreten sind."
Vor allem die Halbzeiteinwechslung von Shinawi hatte sich für die Hausherren ausgezahlt. Immer wieder zog Sendens Dribbelkünstler mehr als einen Gegenspieler auf sich und tauchte gefährlich in den Halbräumen auf. "Er hat richtig Schwung reingebracht", freute sich VfL-Trainer Rabah Abed. "So einen Fußballer haben wir gebraucht." Auch Tim Castelle, der kurz vor dem Ausgleich eingewechselt wurde, belebte das Sendener Spiel in der Zentrale. "In der ersten Halbzeit hatten wir die Dynamik noch nicht drin", so Abed. "Nach der Pause war es aber das komplette Gegenteil."
Castelle sorgte für die Entscheidung
Der nächste Treffer sollte allerdings aus einer Standardsituation resultieren. Jasper Kleuter tauchte freistehend im Sechzehner auf und drehte für die Hausherren das Spiel (76.). Und als die Gäste in der Schlussphase aufmachten wurden, brachte eine Kontersituation die Entscheidung. Matthias Althaus scheiterte zunächst noch mit seinem Abschluss. Castelle war allerdings nachgerückt und drückte den Ball zum 3:1-Endstand über die Linie (89.).
So bleiben die Altenrheiner, die in der Schlussphase nicht mehr zwingend geworden waren, mit erst vier Punkten im Tabellenkeller kleben. "Am Ende muss ich in Frage stellen, welche Jungs bereit sind, den Kampf anzunehmen", meinte ein bedienter Wiethölter. "Die spielerische Qualität haben wir, das ist klar. Aber das bleibt gerade auch auf der Stecke."
Wiethölter ruft den Abstiegskampf aus
In Halbzeit eins hatte der SCA jedoch angedeutet, was möglich ist. Ein Chancenfeuerwerk fackelten die Gäste nicht ab, keine Frage. Wiethölters Mannen kontrollierten aber das Spiel und verteidigten es diszipliniert. Die Sendener hingegen wirkten zu diesem Zeitpunkt noch zu pomadig im Spielaufbau. Immer wieder brachte sich Abeds Truppe mit Ballverlust in die Bredouille. Bis Eldin Celebic eine Flanke nur unzureichend klärte. Marvin Strotmann kam so zum Abschluss und brachte den SCA in Front (43.). Eigentlich war's der beste Zeitpunkt, um in Führung zu gehen. Doch diesen Schwung nahmen Wiethölters Mannen nach der Pause nicht mit.
"Durch die Bank war das zu wenig", fügte er abschließend noch hinzu. "Wir müssen da jetzt ab nächster Woche dran arbeiten und sehen, welche Spieler gewillt sind, den Karren aus dem Dreck ziehen. Ich bin kein Freund davon, zu viel auf die Tabelle zu schauen. Aber wir stecken jetzt im Abstiegskampf. Denn die Tendenz entwickelt sich in eine gefährliche Richtung. Und irgendwann laufen wir der Musik hinterher."
VfL Senden - SC Altenrheine 3:1 (0:1)
0:1 Strotmann (43.), 1:1 Shinawi (59.),
2:1 Kleuter (76.), 3:1 Castelle (89.)





































