Landesliga 4
Vorbereitung: "Die ist wirklich gut gelaufen", fasst Philipp Hölscher, neuer Cheftrainer von Vorwärts Wettringen, die Sommervorbereitung zusammen. Anders als noch in der vergangenen Saison, als man personell teilweise am Limit war, sieht es dieses Mal deutlich besser aus. Verletzungen? Kaum ein Thema. Zwar fehlen mit Henning Hils und weiteren Langzeitverletzten noch ein paar Spieler, doch insgesamt ist die personelle Lage komfortabel. So komfortabel, dass Wettringen sich eine Woche vor dem Ligastart sogar zwei aufeinanderfolgende Testspiele leisten konnte. Gegen den SV Gescher (2:4) und den 1. FC Gievenbeck (1:1). "Das ist schon ein Luxusproblem gerade", so Hölscher. Auch inhaltlich lief alles nach Plan: Die Trainingsbeteiligung war hoch, die Testspiele vielversprechend - unter anderem mit einem Sieg über Borussia Emsdetten. Das Fazit: "Wir sind guter Dinge."
Spielidee / Motto: Das legendäre "Boah-nicht-Wettringen-Gefühl" ist seit der vergangenen Rückrunde zurück. Und genau das soll auch unter dem neuen Trainerteam erhalten bleiben. "Wir wollen weiter defensiv stabil stehen und jeder muss bereit sein, alles reinzuwerfen", erklärt Hölscher. Im Spiel mit Ball soll allerdings weniger dem Zufall überlassen werden. "Wir wollen geplanter agieren, vorne durchschlagskräftiger werden, ohne unsere Kompaktheit zu verlieren." Diesen Spagat habe man in den Testspielen bereits gut hinbekommen.
Diesen Gegner wollen wir unbedingt schlagen: Ein echtes Derby hat Wettringen in dieser Staffel nicht. Zumindest nicht mit besonderer historischer Brisanz. Immerhin trifft man am ersten Spieltag auf den SC Altenrheine. Eine Mannschaft aus dem eigenen Fußballkreis. "Da ist man natürlich etwas motivierter", räumt Hölscher ein. Generell sei jedoch jedes Spiel besonders. Gerade nach dem emotionalen Klassenerhalt in der Vorsaison.
Ohne den geht bei uns gar nix: Für Hölscher ist die Unterstützung im Trainer- und Funktionsteam essenziell. Vor allem Co-Trainer Dirk Schnermann - zuvor A-Jugend-Coach - sei ein Glücksfall: "Er kennt hier wahrscheinlich jeden in Wettringen und ist eine super Unterstützung." Ebenso wichtig sind Stefan Tönnissen aus dem Staff sowie David Ratering, der als spielender Co-Trainer eine Führungsrolle übernimmt. Weil Ratering das Kapitänsamt abgibt, übernehmen künftig Jannik Ruhkamp und Leonard Zenuni die Binde. "Beide sind nur schwer zu ersetzen", so Hölscher. Einer, der ebenfalls hervorsticht: Youngster Noah Schilling. "Er hat in der Vorsaison einen Riesenschritt gemacht", lobt der Coach seinen Offensivmann.
Saisonziel: Das Ziel bleibt - wie in der Vorsaison - der Klassenerhalt. Auch wenn die furiose Aufholjagd im letzten Jahr für Euphorie sorgte, hätten die Vorwärtsler nichts gegen ein bisschen mehr Ruhe. "Ein bisschen weniger Drama wäre völlig okay", meint Hölscher augenzwinkernd. Man wolle versuchen, dauerhaft über dem Strich zu stehen. "Wenn es am Ende irgendwie für den Klassenerhalt reicht, können wir zufrieden sein", fügt er hinzu.
Meistertipp: Westfalenliga-Absteiger Lüner SV hat Hölscher noch nicht allzu oft gesehen, hält ihn aber für einen Kandidaten. "RW Deuten hat mich in der Vergangenheit überzeugt und bringt viel Erfahrung mit", ergänzt er. Außerdem zählt für ihn der VfL Senden zu den spielstärksten Teams der Liga: "Die habe ich immer als unglaublich stark wahrgenommen", so Hölscher abschließend.
Trainer: Philipp Hölscher (1. Saison/für Patrick Wensing)
Zugänge:
Joost Rauße (Eigene U19)
Marvin Klewitz (Eigene U19)
Steffen Kappelhoff (Eigene U19)
Simon Wiecher (Eigene U19)
Finn Höffer (Eigene Reserve)
Alexander Schmees (Eigene Reserve)
Joost Roling (Eigene Reserve)
Jan Kloppe (Eigene Dritte)
Abgänge:
Paul Höffer (SV Burgsteinfurt)
Nils Bussmann (SC Spelle-Venhaus)
Nils Weyring (Fußballpause)
Hendrik Artmann (Laufbahnende)
So lief die Saison 2024/25:
Wow! Wettringen wird sich vermutlich ziemlich geärgert haben, dass die Saison plötzlich vorbei war. Keines der letzten zwölf Saisonspiele verlor die Mannschaft, siebenmal hielt sie in diesem Zeitraum den Kasten sauber. Durch diesen Sprint rettete sie sich vorm Abstieg und Patrick Wensing konnte erhobenem Hauptes die Segel streichen nach gefühlt siebenhundertvierundsiebzig Jahren im Amt. Dank dieser starken Rückserie (27 Punke/Platz sechs in der Rückrunden-Tabelle) geriet die furchtbare Hinrunde (13 Punkte/vorletzter Platz) schnell in Vergessenheit.





































