Landesliga 4 - Anschwitzen
Die Suche nach einem dreckigen 1:0-Sieg
Von Malte Greshake
(17.10.25) Es läuft noch nicht bei Vorwärts Wettringen. Das können wir mittlerweile wohl festhalten. Nach zehn Spieltagen steht das Team von Neu-Coach Philipp Hölscher mit sieben Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Ein ernüchternder Zwischenstand für eine Mannschaft, die in der Vorsaison noch mit einem starken Schlussspurt überzeugt hatte. Einer, der den Finger in die Wunde legt, ist Jannik Ruhkamp. Der 27-Jährige, der seit Jahren das Wettringer Trikot trägt - unterbrochen nur von einem einjährigen Abstecher nach Mesum - spricht offen über die aktuelle Misere.
"Den Schwung aus der Vorsaison konnten wir leider nicht mitnehmen“, sagt Ruhkamp, der in der Innenverteidigung den Ton angibt. "Hinten machen wir oft dieselben Fehler - da nehme ich mich selbst auch nicht raus." Gerade auch, weil die Wettringer Abwehrreihe mit Joost Rauße (eigene A-Jugend) und Finn Höffer (eigene Reserve) frisches Blut dazubekommen habe. "Wir spielen seit drei Spielen zudem mit einer Dreierkette, da ist klar, dass noch nicht alles klappen kann", so Ruhkamp. "Oft bekommen wir die gleichen Gegentore. Und vorne läuft’s einfach auch noch nicht. Wir mache zu wenig Tore für die vielen Chancen, die wir haben. Der Gegner macht die Dinger hingegen eiskalt weg."
Gleichwertig, aber ohne Ertrag
Ganz chancenlos ist Wettringen indes selten. "Letzte Woche in Lembeck war bisher das einzige Spiel, in dem wir komplett unterlegen waren", meint Ruhkamp. "Da haben wir einfach keinen guten Tag erwischt. Aber in allen anderen Spielen waren wir gleichwertig, konnten immer mithalten. Es fehlten bisher nur die letzten Prozentpunkte - und in den Schlussphasen haben wir oft die Gegentore kassiert." Daran wollen er und sein Team nun gezielt arbeiten. "Wir müssen wachsam bleiben und die Spiele in unsere Richtung drehen."
Für das anstehende Freitagstraining hat Coach Hölscher noch eine kurze Besprechung angesetzt. Daraus sollen sich noch neue Erkenntnisse ergeben. "Grundsätzlich geht’s aber darum, hinten wieder sicherzustehen und vor allem mal die Null zu halten", meint Ruhkamp. "Das ist der Anfang. Vorne sind wir eigentlich immer für ein Tor gut. So wollen wir den Spieß umdrehen. Ein dreckiger Sieg, 1:0 - das würde uns einfach mal guttun. Dann kann man vielleicht eine kleine Serie starten und sich da unten nach und nach rausarbeiten."
Kein Vertrauen auf Wunderläufe
Dass Wettringen zu solchen Serien fähig ist, hat das Team in der Vorsaison schließlich gezeigt. Damals blieb Vorwärts zwölf Spiele ungeschlagen und hielt so in sensationeller Manier die Klasse. "Aber darauf kannst du dich nicht jede Saison verlassen", weiß Ruhkamp. "Das war schon Wahnsinn. So was wird uns nicht geschenkt. Wir müssen den Dreh jetzt schnell hinkriegen, um den Anschluss in der Tabelle nicht zu verlieren."
Am kommenden Sonntag geht's nun gegen RW Deuten - keine leichte Aufgabe. Nach einem eher schwachen Saisonstart haben sich die Deutener zuletzt gefangen und zweimal in Folge gewonnen. Und nicht gegen irgendwelche Gegner: Der ASK Ahlen und VfL Senden waren das. Beschäftigen will sich Ruhkamp aber vorrangig erstmal mit dem eigenen Auftritt. "Aber am Ende geht’s darum, so lange wie möglich die Null zu halten und vorne den einen Glücksmoment zu nutzen", hält er abschließend fest. "Ich nehme auch ein Eigentor. Hauptsache, wir holen die Punkte."
Anschwitzen, der 11. Spieltag
Vorwärts Wettringen - RW Deuten (Sonntag, 15 Uhr)
Ja, richtig. In der Vorsaison war das Heimspiel gegen Deuten DAS entscheidende Spiel für die Wettringer. Mit 2:0 besiegten Ruhkamp und seine Jungs da die Deutener am letzten Spieltag - und tüteten tatsächlich so den Nichtabstieg ein. Diesen Willen, den die Wettringer in ebenjenem Endspiel an den Tag gelegt haben, braucht es nun unbedingt wieder. Und dann muss einfach irgendjemand die Murmel über die Linie drücken.
Ruhkamp: 1:0
Heimspiel-Tipp: Wir geben noch ein wenig Extramotivation: 1:4.
Borussia Münster - SV Burgsteinfurt (Sonntag, 15 Uhr)
Zuletzt elf Punkte aus fünf Spielen: Nach einem holprigen Saisonstart haben sich die Borussen aus Münster in der Saison ordentlich eingegroovt. Mit einem weiteren Sieg könnte die Truppe von Henrik Wegener und Janis Kraus sogar ins obere Tabellendrittel springen. Aber wir wollen auch nicht zu viel herumspinnen. Gerade, weil jetzt der SV Burgsteinfurt an der Grevingstraße vorstellig wird. Die Stemmerter sind am vergangenen Spieltag auf Rang zwei gerückt. Und wollen den sicher nicht so schnell hergeben.
Ruhkamp: 1:2
Heimspiel-Tipp: Das ist die neue Abgezocktheit der Borussia: 2:1.
SG Bockum-Hövel - SC Altenrheine (Sonntag, 15 Uhr)
Es läuft bei unserem Tippspiel seit ein paar Wochen stets gleich ab: Immer wenn es darum geht, das Spiel des SC Altenrheine vorherzusagen, wundern sich die Tipppartner, warum die Truppe von Guido Göcke so weit unten in der Tabelle steht. Auch Jannik Ruhkamp ist deswegen ein wenig irritiert. Aber: Ergebnistechnisch sieht beim SCA gerade eigentlich alles ganz okay aus. Ja, am vergangenen Spieltag folgte "nur" ein 2:2-Remis gegen Westfalia Gemen. Trotzdem sind Göcke und sein Team damit seit zwei Spielen ungeschlagen. Das kann also der Beginn einer Serie sein.
Ruhkamp: 0:3
Heimspiel-Tipp: Keine Chance, dass Altenrheine hier was liegen lässt: 1:5.
Westfalia Gemen - Werner SC (Sonntag, 15 Uhr)
Ruhkamp: 1:1
Heimspiel-Tipp: Auswärts tut sich Werne weiter schwer: 2:1.
SV Dorsten-Hardt - Lüner SV (Sonntag, 15 Uhr)
Ruhkamp: 1:3
Heimspiel-Tipp: Bei den Hardtern wird dir nie etwas geschenkt: 2:1.
Emsdetten 05 - VfL Senden (Sonntag, 15 Uhr)
Ein Highlight jagt das nächste gerade bei Emsdetten 05. Nach der unglücklichen 0:1-Niederlage bei Tabellenführer Lünen am vergangenen Wochenende hat die Mannschaft von Daniel Apke nun den VfL Senden zu Gast. Und wenn jemand einen gepflegten Spielstil zu schätzen weiß, sollte er sich diesen Kick unbedingt reinziehen. Beide Mannschaften ziehen es schließlich vor, einen Gegner mit spielerischen Mitteln auszuhebeln. Gleichwohl die Formkurve bei den Gästen gerade ziemlich nach unten zeigt: Die Sendener, zwischenzeitlich sogar auf Platz eins, verloren nämlich zuletzt dreimal in Folge.
Ruhkamp: 2:2
Heimspiel-Tipp: Bei Senden ist der Wurm drin. Was die Hausherren eiskalt ausnutzen: 3:1.
SW Lembeck - Ibbenbürener SV (Sonntag, 15 Uhr)
Wie schön der Kreispokal sein kann, bekamen die Ibbenbürener am gestrigen Donnerstagabend noch einmal aufgezeigt: Gegen A-Ligist Eintracht Mettingen siegte die Truppe von Kevin Gütt am Ende knapp mit 4:3. Obwohl die ISV zwischenzeitlich komfortabel mit 4:1 geführt hatte. Nun heißt es, vor dem nächsten Liga-Auftritt wieder die Sinne zu schärfen. Oder so. Und apropos Gütt: Der ISV-Chefoach ist derzeit anscheinend krank und musste das Pokalspiel vom Sofa verfolgen. Falls Kollege Fabian Renger keinen Quatsch schreibt. Ich kann jedenfalls immer Fenchel-Anis-Kümmel Tee bei Erkältungen empfehlen. Das schmackhafte Gesöff hilft sogar nicht nur bei Atemwegsbeschwerden, sondern auch bei Darmproblemen. Ist also auch das perfekte Anti-Kater-Getränk. Warum ich Euch das alles erzähle? Ich habe keine Ahnung. Aber es ist wohl Zeit fürs Wochenende...
Ruhkamp: 1:2
Heimspiel-Tipp: Die ISV macht den Borussia-Vorfall vom vergangenen Spieltag vergessen: 0:3.
Hammer SV - ASK Ahlen (Dienstag, 15.15 Uhr)
Ruhkamp: 3:2
Heimspiel-Tipp: 2:3: Soll ja spannend bleiben da oben.








































