Landesliga 4
Solide muss auch mal reichen: Ibbenbüren nutzt Wettringens Aussetzer
Von Malte Greshake
(26.10.25) Na also, es geht doch: Die Ibbenbürener SpVgg hat nach zuletzt -zumindest ergebnistechnisch - mageren Wochen wieder dreifach gepunktet. Beim 3:1 (1:0) gegen Vorwärts Wettringen reichte den Hausherren allerdings ein eher solides Spiel. Und irgendwie hatten sich die Gäste am Ende auch selbst aus dem Rennen genommen...
Denn: Die erste halbe Stunde gehörte klar den Vorwärtslern. Wettringen kam mutig, bissig und gefährlich rein. Erst scheiterte Torsten Fiefhaus an ISV-Keeper Jason Breulmann, dann jagte Simon Wiecher den Ball hauchdünn am Pfosten vorbei. "Wir müssen uns am Anfang bei Jason bedanken, dass wir da nicht zurückliegen", sagte Ibbenbürens Trainer Kevin Gütt offen. Dann aber ein Wendepunkt in der Partie: Ein verunglückter Ballverlust im Spielaufbau der Gäste, Wettringens Jannik Ruhkamp foulte einen Gegenspieler als letzter Mann - glatt Rot nach 26 Minuten. "Heute war das ein Paradebeispiel dafür, wie man drei Punkte wegwirft", ärgerte sich Vorwärts-Coach Philipp Hölscher über die Aneinanderkettung von Fehlern.
Pelles Doppelpack
In Überzahl wurde das Spiel fortan zur Einbahnstraße, aber nicht wirklich zu einer ISV-Gala. "Wir waren nicht super zwingend, Wettringen hat das gut verteidigt", fand Gütt. Aber: Kurz vor der Pause fiel dann doch das 1:0. Per Elfmeter. Einem Wettringer Verteidiger war die Murmel wohl im eigenen Sechzehner an die Hand geflogen, Schiedsrichter Jonas Grütter zeigte auf den Punkt. Ganz zum Unmut der Gäste. "Der Ball fliegt da einfach in eine Spielertraube, für mich war das auf Verdacht gepfiffen", echauffierte sich Hölscher. Gütt wollte die Situation aus der Entfernung indes nicht eindeutig bewerten. Ausgeführt wurde der Strafstoß trotzdem. Maxi Pelle blieb cool (39.).
Nach dem Seitenwechsel stellte Gütt auf zwei Sechser um - mit Wirkung. Luca Klostermann legte mustergültig auf, Pelle schob zum 2:0 ein (48.). "Damit war’s durch, da haben wir’s locker runtergespielt", meinte der ISV-Coach. Gleichwohl Ole Trindeitmar bei einer guten Gelegenheit knapp den Anschluss verpasste. Auch wurde ihm wenig später ein Treffer wegen eines Stürmerfouls weggepfiffen. Danach sorgte die ISV dann aber für die Entscheidung: Julian Wesselkämper war zur Stelle und erhöhte auf 3:0 (70.).
Hils-Comeback ist erfolgreich
Aber wirklich alles entschieden? Fast. Denn ein bisschen Chaos ging dann doch noch: In der Schlussphase fehlte dem Hausherr hinten die letzte Konsequenz, und Wettringen kam tatsächlich noch zum Ehrentreffer. Der eingewechselte Henning Hils, frisch nach langer Pause zurück, tanzte drei Gegenspieler aus und legte quer auf Leonard Zenuni, der zum 1:3 traf. "Brutal nervig, dass wir das noch kassieren", ärgerte sich Gütt, "Aber insgesamt: Zuletzt haben wir gut gespielt und nichts geholt, heute war’s umgekehrt. Also beschweren wir uns nicht."
Und für Hölscher gab es neben dem Comeback von Hils noch einen Lichtblick: Seine Wettringer hatten bis zum Schlusspfiff Moral gezeigt und sich nicht abschlachten lassen. "Die Mannschaft hat den Charaktertest bestanden", sagte Hölscher abschließend.
Ibbenbürener SpVgg - Vorwärts Wettringen 3:1 (1:0)
1:0 Pelle (HE, 39.), 2:0 Pelle (48.),
3:0 Wesselkämper (70.), 3:1 Zenuni (82.)
Bes. Vork.: Rote Karte Ruhkamp (26., Notbremse, Wettringen)




































