Landesliga 4 - Anschwitzen
Eine gute Mischung braucht es
Von Malte Greshake
(14.11.25) Ja, sorry. Wir haben aber wieder Fragen. Zum Beispiel: Wie kann eine Mannschaft erst dreimal in Folge verlieren - teils dabei richtig hoch und böse -, um dann ausgerechnet beim Tabellenführer Lüner SV ein 2:1 rauszukloppen? Erklärt uns das doch mal bitte, liebe Borussen. Einer kann das: Cebrail Demir. 25 Jahre alt, Allrounder im Mittelfeld, beruflich als Bänker unterwegs, fußballerisch seit Kindheitstagen Borusse (mit Preußen-Umweg). Und einer, der in Lünen mit einer Vorlage auch zur Borussen-Wende beigetragen hat.
Demir lacht zunächst, als unsere dumme Frage kommt. "Sehr gute Frage", sagt er. "Die Spiele davor, da haben wir einfach zu viele individuelle Fehler gemacht. Wir haben uns die Dinger hinten teilweise selbst reingelegt." Und damit nicht genug: "Man muss auch die Gegner loben. Burgsteinfurt und Altenrheine waren extrem stark, die haben uns richtig gut gepresst." Beim 2:5 gegen den Werner SC musste Demir übrigens gesperrt zuschauen: "Phasenweise haben wir uns echt gut präsentiert - und dann kriegst du die Gegentore genau in den Momenten, in denen du gut bist." Das kann wohl jedem den Stecker ziehen.
Die Balance finden
Aber dann kam die Partie gegen den Tabellenführer. Und plötzlich sah die Borussia aus, als wäre nie etwas gewesen. "Wir haben als Team super diszipliniert gegen den Ball gearbeitet und waren bei unseren Chancen sehr effektiv", erklärt Demir. "Hinten standen wir richtig robust, und vorne haben wir auf einfacheren Fußball gesetzt. Da darf’s auch mal der lange Ball sein." Heißt das etwa, dass die Münsteraner künftig nur noch lang Hafer nach vorne ballern? Demir winkt ab. "Nein, das kann die Marschroute sein - aber nicht ausschließlich. Wir haben gesehen, dass der lange Ball in dieser Liga ein Lösungsweg ist. Aber Fußball soll auch einfach Spaß machen. Und wenn der Ball unten am Fuß bleibt, ist das der Fall." Eine gute Mischung, sagt er. Die brauche es.
Und wie findet man diese Balance? "Wir müssen als Mannschaft genau wissen, wie wir spielen", sagt er. "Wir müssen gemeinsam den Plan verfolgen, der auf den Gegner abgestimmt ist, auf den wir treffen. Wenn wir das schaffen, können wir auch mit den Teams oben mithalten."
Und ein solches wartet jetzt am Wochenende: Der VfL Senden. Ein Gegner, den die Borussia schätzt. Die Sendener sind nämlich ebenfalls Freunde des gepflegten Spiels. "Über die Jahre waren das immer enge Duelle", sagt Demir. "Fußballerisch ist das eine richtig gute Mannschaft. Für mich ist das sogar ein kleines Derby. Das ist die Mannschaft die fast am nächsten an Münster dran ist." Und was erwartet er? "Ein spielerisch wie kämpferisch richtig interessantes Spiel." Glauben wir auch.
Anschwitzen, der 15. Spieltag
Borussia Münster - VfL Senden (Sonntag, 14.30 Uhr)
Auch der VfL Senden ist in die Spur zurückgekehrt. Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen in Folge haben Rabah Abed und seine Mannschaft wieder dreifach gepunktet. Mit 5:0 siegten die Sendener klar über Schlusslicht SG Bockum-Hövel - und halten damit den Anschluss zur Tabellenspitze. Obwohl es bisher kein erfolgreicher Herbst für den VfL war, sind trotzdem nur vier Punkte Rückstand auf Primus Lüner SV. Ja, und Borussia-Coach Henrik Wegener hat vor allem ein Ziel im Blick: "Es wäre auch schön, mal wieder zu Null zu spielen".
Demir: Vom alten Hasen Josse Gerick habe ich gelernt: Man tippt sich nicht selbst, um dem Gegner kein Futter zu geben. Wir geben die Antwort auf dem Platz.
Heimspiel-Tipp: Wegeners Wunsch wird nicht erfüllt. Dafür gibt's aber drei Punkte: 2:1.
Emsdetten 05 - Vorwärts Wettringen (Sonntag, 14.30 Uhr)
Die Situation für Vorwärts Wettringen wird immer kniffliger. Der erste Nichtabstiegsplatz ist für die Truppe von Philipp Hölscher nun bereits zehn Punkte entfernt. Immer noch warten die Wettringer auf den zweiten Saisonsieg. Und ob der an diesem Wochenende hinzukommt, ist natürlich fraglich. Aufsteiger Emsdetten 05 ist trotz arger Personalsorgen ein richtig fetter Brocken. Das beweisen Daniel Apke und sein Team Woche für Woche.
Demir: 4:1
Heimspiel-Tipp: 2:2: Hilft den Wettringern aber auch nicht richtig weiter.
SV Dorsten-Hardt - Hammer SpVg (Sonntag, 15 Uhr)
Demir: 1:3
Heimspiel-Tipp: Hamm bleibt oben dran. 1:3.
SV Lembeck - Lüner SV (Sonntag, 15.15 Uhr)
Demir: 1:2
Heimspiel-Tipp: Lembeck verlangt auch dem Tabellenführer alles ab: 1:1.
SV Burgsteinfurt - SC Altenrheine (Sonntag, 15.30 Uhr)
Da wartet ein richtiges Knallerderby auf uns: Der Tabellendritte SV Burgsteinfurt empfängt den Vierten SC Altenrheine - und gerade die Gäste haben aktuell einen richtig heißen Lauf. Vier Siege zuletzt in Serie, dabei satte 18 Buden erzielt. Das ist mal eine Ansage der Göcke-Elf. Ganz geräuschlos marschiert aber auch Burgsteinfurt nicht durch den Herbst. Zehn Punkte aus den letzten fünf Partien sprechen für Stabilität und einen Kader, der in den entscheidenden Momenten liefert. Und ie Aufgabe für die Hausherren ist klar: Altenrheines Torfabrik irgendwie einbremsen, denn im Schnitt schlägt der SCA mehr als zweimal pro Spiel zu. Gleichzeitig weiß aber auch Altenrheine, dass es am Sonntag nicht gegen Laufkundschaft geht. Burgsteinfurt spielt seit Wochen konstant, selbstbewusst und wirkt schlicht schwer zu knacken.
Demir: 2:2
Heimspiel-Tipp: 2:1: Burgsteinfurt beendet tatsächlich den Altenrheiner Lauf.
Ibbenbürener SpVgg - Werner SC (Sonntag, 15.30 Uhr)
Nach der sechsten Saisonniederlage gegen Altenrheine am vergangenen Wochenende steckt die ISV gerade in einer Phase, in der Kleinigkeiten den Unterschied machen. Trainer Kevin Gütt fordert deshalb vor allem eines: "Wir müssen mit dem Ball geduldiger sein." Und der nächste Schritt sei, "auch gegen Mannschaften, die in den Zweikämpfen Wucht mitbringen, dagegenzuhalten." Genau da fehlten zuletzt ein paar Prozent. Der Werner SC reist nach dem 1:2 gegen Lembeck ebenfalls nicht mit breiter Brust an, bewegt sich aber insgesamt stabil durch die Saison. In der Tabelle liegen beide Teams nur vier Punkte auseinander. Eine klare Favoritenrolle? Fehlanzeige. Für die ISV wird’s darauf ankommen, die eigenen Offensivmomente sauber auszuspielen und gleichzeitig die nötige Härte auf den Platz zu bringen. Gelingt beides, könnte das schnell in die richtige Richtung kippen.
Demir: 2:1
Heimspiel-Tipp: 3:1: Ein Sieg, der für die ISV auch in Hinblick auf die Tabelle wichtig ist.
SG Bockum-Hövel - ASK Ahlen (Sonntag, 15.30 Uhr)
Demir: 1:4
Heimspiel-Tipp: Die Hausherren kommen unter die Räder: 1:6.
Westfalia Gemen - RW Deuten (Sonntag, 15.30 Uhr)
Demir: 1:1
Heimspiel-Tipp: Auswärts läuft es nicht so wirklich für Deuten: 2:0.





































