Landesliga 4
Bei Borussia Münster ist eine neue Stärke hinzugekommen
Von Malte Greshake
(16.11.25) Am Ende war's echt einfach zu erklären: Die Mannschaft, die besser verteidigt hatte, war an diesem Tag als Sieger vom Platz gegangen. So brachte es auch Sendens Coach Rabah Abed nach 90 intensiven Minuten an der Grevingsstraße auf den Punkt. Borussia Münster machte es in den entscheidenden Szenen einfach cleverer, hielt hinten den Laden (meistens) zusammen - und siegte somit zum zweiten Mal in Folge. Diesmal mit 3:2 (2:1).
Was sich in Halbzeit eins zunächst noch nicht abgezeichnet hatte. Da brauchte der VfL Senden rund zehn Minuten, um reinzukommen, übernahm danach aber die "totale Kontrolle", wie Abed fand. Gute Ballpassagen, viel Struktur - und zwei dicke Chancen: Erst scheiterte Tim Castelle, dann verpasste Aljoscha Kottenstede die Führung um Zentimeter. Die Borussia lauerte hingegen weiter auf ihre Chance. "Wir haben klare Bälle gespielt, tiefe Läufe forciert und trotzdem auch kurze Pässe eingestreut. So waren wir schwer ausrechenbar", erklärte Borussia-Coach Henrik Wegener. Und als Senden einmal zu offen stand, schlugen die Münsteraner zu.
Ein langer Ball, ein technischer Fehler in der Sendener Innenverteidigung - Jan Springeneer sagte Danke und schob zum 1:0 ein (26.). Eine klassische Umschaltaktion, mustergültig vorbereitet von Sasha Titz. Und: Weil es gerade lief, ließen die Hausherren prompt den nächsten Streich folgen. Diesmal jedoch bei einem Standard. Ecke, Unordnung in der Sendener Hintermannschaft und Mathis Schrick war zum 2:0 zur Stelle (34.). Nur: Komplett kannst du die Sendener auch nie aus dem Spiel nehmen. Noch vor der Halbzeit schlugen die Gäste ebenfalls bei einer Ecke zu. Castelle brachte das Ding rein, Kottenstede stand am ersten Pfosten goldrichtig - der Anschlusstreffer (43.). Und plötzlich war wieder alles offen.
Die Hausherren bleiben stabil
Nach dem Wechsel änderte sich zum Leidwesen der Gäste am bisherigen Muster nichts. Senden spielte, die Borussia verteidigte es resolut - und schlug vorne wieder eiskalt zu. Cebrail Demir wurde von Lukas Morzonek im Strafraum gelegt und der Elfmeterpfiff ertönte: Borussia-Kapitän Nils Burchardt nahm sich der Sache an und stellte auf 3:1 (56.). Eine Entscheidung war das trotzdem nicht. Kein Wunder, war ja auch noch genug Zeit. Senden blieb nämlich dran. Und Morzonek machte seinen Fehler von zuvor wieder gut: Ein Freistoß von ihm landete abgefälscht im Borussia-Kasten (58.).
So war der VfL wieder im Rennen - und haderte vor allem mit zwei Szenen: Nach einen Foul an Ali Shinawi im Strafraum forderte die Gäste vergeblich Elfmeter, danach ebenfalls bei einem vermeintlichen Handspiel der Hausherren. "Wir haben das Glück in diesen Momenten aktuell einfach nicht", ärgerte sich Abed. Der VfL warf in der Schlussphase alles rein, ohne allerdings Durchschlagskraft in der Box zu entwickeln. Die Borussia hingegen blieb genau das, was den Sieg letztlich brachte: Konzentriert. Und unglaublich schwer zu knacken. "Die Jungs sind stabil geblieben - das ist eine große Stärke, die bei uns hinzugekommen ist", lobte Wegener abschließend.
Borussia Münster - VfL Senden 3:2 (2:1)
1:0 Springeneer (26.), 2:0 Schrick (34.),
2:1 Kottenstede (43.), 3:1 Burchardt (56., FE),
3:2 Morzonek (58.)




































