Landesliga 4
Ibbenbüren bricht nach der Pause ein
Von Malte Greshake
(30.11.25) Manchmal gibt es Spiele, da weißt du schon nach zehn Minuten: Heute wird’s wild. Und die Partie zwischen der Ibbenbürener SpVg und dem Lüner SV war genau so ein Nachmittag. Tore im Minuten-Takt, Chancen im Dutzend, aber am Ende eine 2:6 (2:3)-Niederlage für die ISV. "Wenn es zur Halbzeit 4:4 steht und am Ende 10:7 für Lünen ausgeht, ist das völlig okay", meinte Kevin Gütt hinterher. "Insgesamt war Lünen in allen Phasen besser."
Die Intensität, mit der Lünen loslegte, überforderte Ibbenbüren zunächst komplett. Keine fünf Minuten gespielt, da lag der Ball schon drin: Marvin Hagemanns Eigentor brachte die Hausherren ins Hintertreffen (5.). Keine sechs Minuten später erhöhte Badre El Yandouzi Arbaoui eiskalt auf 2:0 (11.). "Wir hatten erst gar keinen Zugriff und liegen verdient hinten", meinte Gütt.
Erst dann wachte die ISV auf. Ole Schürbrock stocherte den Ball zum 1:2 über die Linie (15.), Florian Krasniqi besorgte wenig später sogar den Ausgleich (24.). Und plötzlich war alles möglich. Hagemann hatte sogar das 3:2 auf dem Fuß - ließ es aber liegen. Und wie’s im Fußball läuft, klingelte es stattdessen hinten: Arbaoui traf zum 2:3 (41.). Doch selbst damit war's nicht vorbei: Julian Wesselkämper tauchte kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal gefährlich vor dem gegnerischen Kasten auf, der mögliche dritte Ibbenbürener Treffer fiel aber nicht.
Ein Klassenunterschied in der zweiten Halbzeit
Nach dem Wechsel wurde deutlich, warum Lünen ganz oben mitmischt und Ibbenbüren noch auf der Suche nach der eigenen Stabilität ist. Die Gäste bekamen riesige Räume, die ISV dagegen immer weniger Zugriff. Tobias Hartmann erhöhte auf 4:2 (53.), Ibrahim Diara legte nach (55.) - und das Spiel war da quasi schon durch. Zwischendurch hätte die Gütt-Elf die Partie zumindest etwas enger gestalten können: Maxi Pelle verschoss jedoch einen Foulelfmeter, Wesselkämper hatte auch weitere Chance. Doch wenn du vorne die Dinger nicht machst, wird’s gegen so ein Topteam bitter. Ganz am Ende setzte Sijan Uzun noch den Schlusspunkt zum 6:2 (90.+3). Ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse der zweiten Halbzeit ziemlich gut einfing.
"Wir waren nicht weit genug", hielt Gütt ohne Umschweife fest. "Aber das ist eine Niederlage, die man verkraften kann. Da gab es für uns in dieser Saison schon ärgerlichere. Das Gefühl, auf die Tabelle zu schauen, ist im Moment zwar nervig, aber wir wissen woran wir arbeiten müssen. Dann ist für uns alles möglich." Stimmt. In der Tabelle belegt die ISV zwar den zwölften Platz, ist gleichzeitig aber auch nur zehn Punkte von der Spitze entfernt. Willkommen in der Landesliga 4. "Unser Ziel muss sein, nach der Winterpause Plätze nach oben gutzumachen und gleichzeitig die unteren Mannschaften im Blick zu behalten", so Gütt abschließend. "In der Vorbereitung setzen wir genau da an."
Ibbenbürener SpVg - Lüner SV 2:6 (2:3)
0:1 Hagemann (ET, 5.), 0:2 Arbaoui (11.),
1:2 Schürbrock (15.), 2:2 Krasniqi (24.),
2:3 Arbaoui (41.), 2:4 Hartmann (53.),
2:5 Diara (55.), 2:6 Uzun (90.+3)



































