Landesliga 4
Sendens Highlight vor fast 4000 Zuschauern
Von Malte Greshake
(30.11.25) Das ist klar: Diesen Nachmittag wird beim SV Lembeck so schnell keiner vergessen. Und beim VfL Senden natürlich auch nicht. 2:2 (1:2) endete die Begegnung, das Ergebnis kippte also keinen Latschen. Das Drumherum allerdings schon. Das wurde für alle zu einem einmaligen Erlebnis. Lembeck hatte in diesem Jahr die Aktion "Veltins - Dein Heimspiel" gewonnen. Ein Gewinnspiel, bei dem Amateurvereine für ein echtes Meisterschaftsspiel in der Veltins-Arena einziehen dürfen. Mit Mannschaftsbus. Mit Profi-Kabine. Mit Einlauf durch den Spielertunnel. Mit Pressekonferenz. Mit allem, was dazugehört. Und Senden war an diesem Spieltag zufällig der Gegner der Lembecker.
"Das war ein Highlight", schwärmte Sendens Coach Rabah Abed später. "Diese Arena ist atemberaubend. Und dann 4000 Zuschauer… das erleben wenige Amateurspieler." Selbst in der Kabine wurde es kurz einschüchternd: "Wenn dann auf einmal ein Mike Büskens vor dir steht, kriegst du als Trainer auch kurz Schiss, dass du dich verhaspelst", meinte der Coach lachend. Aber Abed verhaspelte sich nicht. Und sein Team auf dem Platz danach auch nicht. Zumindest nicht in den ersten 25 Minuten.
Sendens überragend Anfangsphase
Da spielte nur der VfL. Überragend sogar. Lembeck war fußballerisch kaum in der Lage, mitzuhalten. Folgerichtig zappelte es früh im Netz: Ali Shinawi zog aus der Distanz ab und traf zum 1:0 (20.). Keine fünf Minuten später schauten auch die Lembecker nur hinterher: Ein Angriff über mehrere Stationen, Elias Tatati mit dem Steckpass, Tim Castelle vollendete (26.). Nur blieb es eben kein Einbahnstraßenfußball. Senden ließ nach. "Wir hatten das Gefühl, dass es ein Selbstläufer wird", sagte Abed. "Und genau da wurden die Jungs verschwenderisch." Das betraf nicht nur die Chancenverwertung, sondern jede einzelne Aktion. Und genau das öffnete Lembeck die Tür.
Über die Zweikämpfe kamen die 'Hausherren' langsam, aber entschlossen ins Spiel zurück. Es war kein feiner Fußball, aber ein effektiver: Vincent Brun verkürzte nach einer Hereingabe auf 1:2 (34.). "Das Tor ärgert mich immens", meinte Abed. Wir haben einfach abgeschaltet." Und das Tor weckte die rund 3000 mitgereisten Lembecker Fans natürlich noch mehr auf. Es wurde noch lauter. Sodass sogar Abed Probleme hatte, sein Teams zu erreichen. "Die Jungs haben später gesagt, dass sich untereinander kaum gehört hätten", meinte der Coach. Obwohl das Stadion ja nicht einmal ansatzweise ausgelastet war. Wahnsinn.
Lembeck erhöht den Druck
Nach dem Seitenwechsel spielte weiter fast nur noch Lembeck. Nicht elegant, aber wuchtig. Standards, zweite Bälle, in den Zweikämpfen. "Sie haben bei jeder Aktion alles reingeworfen“, beschrieb Abed. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis es klingelt." Und so kam’s: Ein hoher Ball, ein bisschen Chaos - und Tom Springenberg drückte das Ding tatsächlich zum 2:2 über die Linie (76.). Danach hatte Lembeck dann sogar noch die große Chance, den Siegtreffer zu erzielen. Den Sendenern gelang es jedoch, das Ergebnis ins Ziel zu retten.
"Am Ende konnten wir also froh sein, dass wir einen Punkt mitgenommen haben", resümierte Abed. "Das Spiel hätte bei dem Rahmen ehrlicherweise aber auch keinen Gewinner oder Verlierer verdient. Insgesamt war das ein tolles Erlebnis, auch wenn natürlich leider nicht alle Jungs spielen konnten." Doch auch die Einwechselspieler kamen am Ende noch auf ihre Kosten: In der VIP-Lounge fand anschließend noch bei Speis und Trank ein After-Event statt. Und da belohnten sich alle nach diesem nicht ganz gewöhnlichen Landesliga-Spiel noch einmal zusammen.
SV Lembeck - VfL Senden 2:2 (1:2)
0:1 Shinawi (20.), 0:2 Castelle (26.),
1:2 Brun (34.), 2:2 Springenberg (76.)




































