Landesliga 4
Ibbenbürens 5:4-Irrsinn beim SV Dorsten-Hardt
Von Malte Greshake
(21.09.25) Junge, das war mal gar nichts für schwache Nerven! Mit sage und schreibe 5:4 (3:1) gewann die Ibbenbürener SpVgg beim SV Dorsten-Hardt. Und lieferte dabei ein Spektakel, das von Slapstick-Momenten bis zu großem Kampfgeist alles in petto hatte. ISV-Trainer Kevin Gütt schüttelte nach Schlusspfiff nur den Kopf: "Das war komplett wild. Aber ich bin mega glücklich, dass wir das am Ende so für uns entschieden haben."
Aber fangen wir ganz von vorne an, damit uns nicht schwindelig wird. Die Anfangsphase gehörte zunächst klar den Hausherren. "In den ersten zehn Minuten hatten wir überhaupt keinen Zugriff und keine Kontrolle", gestand Gütt. Erst nach einer taktischen Umstellung - tiefer und kompakter zu verteidigen - bekam sein Team Zugriff auf die Partie. Und prompt fiel das erste Tor: Ein Freistoß von Ole Schürbrock rutschte durch, Dorstens Jonas Kruppa fälschte unglücklich ins eigene Netz ab (16.).
Zur Pause war noch längst nichts entschieden
Jetzt war die ISV drin im Spiel. Nach einer Ecke köpfte Maxi Pelle zunächst noch auf SVD-Keeper Louis Krietemeyer, doch Niklas Pollok schob den Abpraller zum 2:0 ein (35.). Dorsten kam zwar zurück, als die Gäste einen zweiten Ball schlecht verteidigten und Alexander Brefort so aus der Distanz traf (38.). Aber Ibbenbüren antwortete noch vor der Pause: Nach geblocktem Schuss von Timo Zimmermann staubte Julian Wesselkämpfer zum 3:1 ab (43.). Mit diesem Vorsprung ging es in die Kabine. Und trotzdem war allen klar: Hier war noch längst nichts entschieden...
Und tatsächlich: Was dann nach der Pause passierte, war "völliger Wahnsinn und Slapstick pur", wie Gütt es beschrieb. Alles ging los mit einem verunglückten Befreiungsschlag: Nico Glüsing bedankte sich und verkürzte auf 2:3 (53.). Dann verlor die ISV im eigenen Strafraum beim Dribbling den Ball, Brefort traf plötzlich zum Ausgleich (56.). Und wenig später schlenzte Nico Lange den Ball sehenswert ins lange Eck (66.). Innerhalb von nicht einmal einer Viertelstunde hatte die ISV die Partie also aus der Hand gegeben.
Die ISV stemmt sich gegen das Unheil
Denkste! Die Gäste bäumten sich nämlich nochmal richtig auf. Und wie! Kurz vor Schluss war Berkant Samanci nach einer Ecke am zweiten Pfosten zur Stelle und glich zum 4:4 aus (88.). In der Schlussphase hätte es dann zugegebenermaßen in beide Richtungen gehen können. Bis die Nachspielzeit die Entscheidung brachte. Ein langer Freistoß von Christopher Nietiedt segelte in den Strafraum, Pelle legte quer und Daniel Kammerzell schob aus zwei Metern zum 5:4-Siegtreffer ein (90.+5). Puh.
"Ein unfassbar wildes Spiel", bilanzierte Gütt. "Aber wie wir trotz der Rückschläge zurückgekommen sind, war für die Moral richtig wichtig. Natürlich müssen wir schauen, dass wir die individuellen Fehler abstellen - wir können nicht immer fünf Tore schießen. Aber wir gehen mit einem guten Gefühl ins nächste Heimspiel."
SV Dorsten-Hardt - Ibbenbürener SpVgg 4:5 (1:3)
0:1 Kruppa (Eigentor, 16.), 0:2 Pollok (35.),
1:2 Brefort (38.), 1:3 Wesselkämpfer (43.),
2:3 Glüsing (53.), 3:3 Brefort (56.),
3:4 Lange (66.), 4:4 Samanci (88.),
4:5 Kammerzell (90.+5)



































