Landesliga 4
Die Niederlage hätte wahrlich nicht sein müssen
Von Malte Greshake
(05.10.25) Mehr als ärgerlich. Da ackerte Vorwärts Wettringen über 90 Minuten, glich kurz vor Schluss sogar aus - und verlor am Ende trotzdem. 1:2 (0:1) hieß es nach einer turbulenten Schlussphase gegen den ASK Ahlen. Ein Ergebnis, das Philipp Hölscher fassungslos zurückließ...
"Das zu verlieren, muss man auch erstmal schaffen", knurrte der Coach von Vorwärts Wettringen. "Wenn man in der Nachspielzeit den Gegenspieler übersieht, ihm ins Gesicht tritt und so einen Elfmeter verursacht, spiegelt das wider, wie clever wir uns heute insgesamt angestellt haben." Zu der Szene aber nachher mehr.
Von Beginn an hatte sich Wettringen viel vorgenommen. Weil die Gäste aus Ahlen personell nicht aus dem Vollen schöpfen konnten, wollte Hölscher die Gunst der Stunde nutzen. "Wir wussten, dass Ahlen nicht in Bestbesetzung war", erklärte er. "Deshalb sind wir es mutig angegangen und haben hoch gepresst." Und tatsächlich: Gegen den Ball funktionierte das Konzept lange gut. Die Defensive stand ordentlich, das Pressing griff, und vorne drängte Vorwärts immer wieder in den Strafraum.
Chancenwucher statt Cleverness
Nur: Gleich sieben Mal tauchte Wettringen vielversprechend im Ahlener Sechzehner auf, doch stets fehlte der letzte Punch. "Sechsmal haben wir den Gegner angeschossen, einmal ging der Ball vorbei", zählte Hölscher auf. "Wir waren zu zögerlich. In dieser Liga hast du nicht so viel Zeit. Ich würde mir da von meinen Offensivleuten noch mehr Egoismus wünschen. Wir sind einfach zu nett." So kam es, wie es kommen musste: Kurz vor der Pause zeigte Ahlen, wie man’s besser macht. Ein schneller Angriff über wenige Stationen, vier, fünf Pässe -. und plötzlich stand Cihan Özkara frei. Eiskalt schob er zur Führung ein (44.). "Da hat man die Qualität von Ahlen gesehen", meinte Hölscher. "Das ist der Unterschied zu uns in der Offensive."
Im zweiten Durchgang blieb es lange ausgeglichen, zwingende Chancen waren eher Mangelware. Ahlen verpasste es bei einem Konter, frühzeitig den Deckel draufzumachen. Auf der Gegenseite verfehlte Ole Stein mit einem Freistoß nur knapp den Winkel (75.). Und als alles schon nach einer Niederlage aussah, schlug Wettringen doch noch zurück: Nach einem Standard wuchtete Max Bültbrun den Ball per Kopf über die Linie (85.). Wettringen wollte mehr, drängte auf den Sieg. Doch der Mut wurde bestraft.
In der Nachspielzeit übersah ein Wettringer Abwehrspieler seinen Gegenspieler, traf ihn beim Klärungsversuch unglücklich im Gesicht - Elfmeter. Ilker Algan verwandelte sicher zum 2:1 für Ahlen (90.+3). Als wäre das nicht genug, flog kurz darauf auch noch Ole Stein mit Gelb-Rot vom Platz (90.+6). "Effizienz ist eben auch eine Qualität", bilanzierte Hölscher nüchtern. "Das war heute kein fehlendes Glück - wir haben uns einfach zu dämlich angestellt."
Vorwärts Wettringen - ASK Ahlen 1:2 (0:1)
0:1 Özkara (44.), 1:1 Bültbrun (85.),
1:2 Algan (90.+3, FE)
Gelb-Rot für Wettringens Stein (90.+6)




































