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Doppelpass - Oberliga Westfalen

"Wir wollen noch für schöne Momente sorgen"


von Fabian Renger

(18.02.21) 20 Spiele, zehn Hütten: Die Saison 2019/20 wird Jörg Husmann als Sahnesaison für sich abgespeichert haben. Es war sein Premierenjahr am Delsen. Nach vier Jahren als Spielertrainer seines Heimatvereins SV Bad Bentheim (u.a. schaffte er dort den Landesliga-Aufstieg) wollte er es als reiner Kicker nochmal wissen.

In der aktuellen Spielzeit lief's zunächst genauso weiter: Zwei Buden in den ersten beiden Auftritten. Und dann das: Am dritten Spieltag beim 1:8 in Kaan-Marienborn brach er sich das Schlüsselbein. Seitdem war Husmann zum Zugucken verdammt. Auch der FCE purzelte runter. Der Vorjahres-Vierte ist plötzlich Vierletzter. Trainer Tobias "Tube" Wehmschulte und sein Co Hasan Ürkmez sind inzwischen Geschichte, Cihan Tasdelen hat das Sagen als neuer Übungsleiter. Husmann zieht im Sommer auch weiter - er geht zurück zum SuS Neuenkirchen. Am Haarweg kickte er bereits zwischen 2011 und 2015 vier Jahre lang. Trainiert wird er ab dem Sommer wieder von Wehmschulte gemeinsam mit Thorsten Schmidt.

Husmann ist 32. Kriegt der eigentlich nie genug? Zeit für ein Gespräch.

Jörg! Eure beiden künftigen Trainer. Dazu beispielsweise ein Joshua Roß, Olli Janning, Witali Ganske - du auch. Warum führen alle Wege zurück zum SuS? Ist der Offlumer See so schön?
Husmann (lacht): Ich kann natürlich nur für mich sprechen. Ich habe damals beim SuS vier Jahre lang eine tolle Zeit mit tollen Leuten in einem tollen Umfeld gehabt. Es fiel mir damals schwer, wieder zu gehen. Ich werde im Sommer 33 und wollte dann schon schauen, wo ich die letzten Jahre meiner Karriere verbringen möchte. Irgendwie hat es mich dann einfach gereizt, wieder nach Neuenkirchen zurückzukehren. Gerade in der Kombination mit dem guten Trainerteam. Das war für mich eine sehr attraktive Adresse.

Bis zum Sommer ist es natürlich noch etwas hin...
Husmann: Das ist für mich noch Zukunftsmusik. Im Moment hoffe ich, in Rheine noch ein paar Sachen erleben zu dürfen. Alles, was den SuS betrifft, geht am 1. Juli los. Bis dahin fokussiere ich mich extrem auf den FCE. Weil ich nicht möchte, dass die aktuelle Situation in den Köpfen hängen bleibt. Wir wollen noch für ein paar schöne Momente und Erinnerungen sorgen.

Das stelle ich mir im Moment aber schwierig für dich vor. Du bist im Sommer weg, mit Cihan Tasdelen hat im Winter ein neuer Coach übernommen.
Husmann: Er hat - auch mit mir - schon viele gute Gespräche geführt und ich hab von ihm einen sehr guten Eindruck. Für ihn es natürlich nicht einfach, weil er uns nicht wirklich bewerten kann und deswegen danach lechzt, mit uns wieder auf dem Platz zu stehen. Wir Spieler haben aber ein gutes Gefühl mit ihm.

Cihan gilt auch fachlich als sehr kompetenter Trainer.
Husmann: Ich hab zwar vorher noch nie mit ihm zusammengearbeitet, aber ich habe nach Münster ein paar Kontakte. Jeder, den man fragt, sagt: Cihan Tasdelen ist ein super Typ und super Trainer. Das bestätigt sich aktuell.

Mit einem Schlüsselbeinbruch will man sich beim FCE wahrscheinlich erst recht nicht verabschieden, oder?
Husmann: Das wäre natürlich doof für mich, wenn das das Letzte wäre, was ich im Rheine-Trikot gemacht habe. Denn das erste Jahr war so klasse - für mich persönlich und auch für die Mannschaft. Ich drücke daher sehr die Daumen, dass wir im April wieder auf den Platz zurückkehren.

Hast du denn schon eine Erklärung gefunden, warum es so anders gelaufen ist für euch als im vergangenen Jahr? Ein bisschen Spielglück fehlte natürlich ab und an, aber trotzdem war das eine sehr auffällige Diskrepanz...
Husmann: Die Frage wird uns auch oft gestellt. Cihan Tadelen versucht auch, da Klarheit reinzubekommen und die Hebel zu finden, die man umlegen muss oder anziehen. Sicherlich gab es nicht die eine Ursache. Wir haben Verletzungen gehabt. Viktor Braininger, Guggi Maddente und ich wurden im Sommer noch zu den Spielern des Jahres gewählt - alle drei fielen langzeitverletzt aus. Im den einen oder anderen Spiel hatten wir vielleicht nicht das richtige Spielglück, das stimmt auch. Das führt zu mangelndem Selbstbewusstsein, einige Spieler hatten vielleicht nicht die Form der Vorsaison. Am Ende des Tages stehst du da, wo du stehst und fragst dich: Wie kann das eigentlich sein? In der Truppe steckt eine Menge mehr drin. Deswegen wollen wir unbedingt noch zeigen, dass wir es besser können - auch weil einige von uns getrennte Wege gehen im Sommer.

Das lief für dich persönlich in den zwei Jahren am Delsen eigentlich hervorragend.
Husmann: Total! Gerade in der ersten Saison lief es besser als erwartet. Ich kam aus der Bezirksliga, war mir selber auch nicht zu 100 Prozent sicher, ob ich das überhaupt noch schaffe. Aber ich wollte diese Herausforderung einfach nochmal angehen. Ich habe die Chance dank Sebastian Kockmann bekommen - das hat toll funktioniert! Ich hab eine gute Form gehabt, eine gute Verfassung, eine gute Rolle in der Mannschaft gespielt, ich hab viele Tore geschossen. Auch mit Beginn dieser zweiten Saison war ich wieder drin. Dann hat mich die Verletzung leider ausgebremst, davon bin ich vorher meistens verschont geblieben.

Natürlich: Dem kaputten Schlüsselbein von Husmann half die Corona-Zwangspause. "Ich sehe mich wieder in der Verfassung, am Saisonbeginn anknüpfen und der Mannschaft weiterhelfen zu können", sagt er.

Öffnet externen Link in neuem FensterDu hast im Anschwitzen zu deiner Anfangszeit am Delsen uns mal gesagt, der Zahn der Zeit würde noch nicht an dir nagen. Das kann man also immer noch sagen?
Husmann: Das ist so! Ich fühle mich sehr fit und bin immer noch gefühlt jünger als mein Ausweis das aussagt. (lacht) Andere beurteilen das vielleicht anders, aber ich war nie der Sprinter an der Linie. Ich hab mich immer eher im Zentrum aufgehalten und war relativ schnell im Kopf, daran hat sich nicht viel geändert. Muskuläre Probleme treten auch nicht vermehrt auf im Alter. Ich hoffe, dass es so bleibt und kann mir schon vorstellen, noch das ein oder andere Jährchen auf gutem Niveau Fußball zu spielen.

Was ist denn dein Geheimnis? Hast du einen Ernährungsplan wie Tom Brady? Oder war das einfach Glück?
Husmann (lacht): Ich würde gerne sagen, dass es daran liegt, dass ich das Rezept dafür hätte. Aber ne, das ist einfach Glück und sind wahrscheinlich die Gene. Ich bin auch sehr trainingsfleißig, ich bin eigentlich immer beim Training und ziehe voll mit. So bleibe ich im Rhytmus und habe nie irgendwelche Malaissen. Vielleicht ist es das zusammen mit dem Überwinden des Schweinehundes, wenn es mal sein muss und die Läufe im Sommer anstehen.

Ist es denn dann eigentlich gut oder schlecht auch kommende Saison wieder unter einem Tobias Wehmschulte zu spielen? Ich stelle mir das für einen Spieler ja unangenehm vor, da muss man ja viel tun und rennen.
Husmann (lacht): Ja, natürlich geht das in Richtung Vollgasfußball. Also: Offensiv und hoch stehen, es geht viel hin und her. Normalerweise sind seine Mannschaften sind immer welche, die viele Tore schießen auch nicht wenig kassieren, das stimmt. Ich kenne ihn lange und habe gerne unter ihm gespielt - damals in Neuenkirchen und auch in Rheine. Schade, wie es dann zu Ende gegangen ist hier. Aber das ist im Fußball halt so.

Wie sieht's mit deiner Trainerkarriere aus?
Husmann: Es kam immer mal kleinere Anfragen. Aber als Spielertrainer zu agieren, das reizt mich aktuell nicht. Ich hab das vier Jahre bei meinem Heimatverein sehr, sehr gerne gemacht. In der vollen Verantwortung als Trainer sehe ich mich schon irgendwann wieder, aber in den nächsten Jahren möchte ich noch ein bisschen als Spieler Erfahrungen sammeln. Mein Plan ist es, mit dem Spielen aufzuhören und dann auf den Trainerweg zu gehen.

Wie lange geht denn noch was? Mit im Sommer 33 Lenzen eine Frage, die erlaubt ist. "Das werde ich Jahr für Jahr neu für mich entscheiden", sagt Husmann, der aber eigentlich nicht bereits im nächsten Jahr in die Fußballrente eingehen möchte. Freilich: Faktoren wie die Familie und Co spielen indes auch immer eine gewichtige Rolle. 

Abschließend: Du hast ja mit Thorsten Schmidt mal zusammengespielt. Wer war eigentlich der bessere Fußballer: Du oder er?
Husmann: Als ich anfing, hab ich gehört, er war das Phantom vom Delsen. Weil er beim FCE so einen Torriecher hatte.(lacht) Ich würde es nicht wagen, mich da auf einer Ebene zu sehen. Thorsten Schmidt war ein super Fußballer, als ich mit ihm zusammengespielt habe, war er Anfang 30 und immer noch immens wichtig. Den Punkt muss ich leider an Schmidti geben...(lacht)

Teamcheck Oberliga Westfalen



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3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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