Oberliga Westfalen
Vreden dreht den Spieß um
Von Fabian Renger
(09.09.24) Wahnsinn! Die SpVgg Vreden gewann endlich mal wieder ein Ligaspiel. Im fünften Anlauf feierte die Elf von Andree Dörr und Romario Wiesweg einen 2:1 (0:1)-Heimsieg über den TuS Bövinghausen. Diesmal drehten die Vredener den Spieß um: Ihren beiden Tore fielen in den Minuten 81 und 82, seit Minute 75 war Vreden zudem in Unterzahl unterwegs. In den letzten Wochen war das mit den Treffern in der Schlussphase eher den Vredener Gegnern vorbehalten.
"Dass es auf diese Art und Weise passiert, ist typisch", so Dörr. "Wir konnten in den letzten Minuten eine Schüppe drauf legen und uns belohnen. Das gab ein gutes, positives Gefühl für alle Beteiligte." Für die Gemütslage wichtig, das glauben wir.
Vreden kam auch ganz gut rein, trat gegen ein geschädigtes Bövinghausen dominant und mit viel Ballbesitz auf. Klare Torchancen blieben jedoch Mangelware. In Bövinghausen war es zuletzt turbulent zugegangen: Nach der 1:8-Pleite gegen Ennepetal hatte Trainer Baris Özbek die Brocken hingeworfen. Das kann natürlich etwas machen aus einer Mannschaft. Machte es aber erstmal nicht. Vreden verpasste durch Nico Ostenkötter den Dosenöffer, als er drüber köpfte (29.). "Wenn wir 1:0 in Führung gehen, wird's entspannter", wusste Dörr.
Gegentor war ein Wirkungstreffer
Stattdessen bekam Vreden auf der Gegenseite eine Ecke nicht gut geklärt, der Ball wurde nochmal reingespielt, schlussendlich nickte Ilker Algan ein (40.). Ein Wirkungstreffer. Dörr: "Dann hat man gemerkt, der Kopft fängt an, zu rattern." In der Halbzeit sprach Vredens Trainerteam den Akteuren Mut zu. Doch es wurde nicht besser, das Spiel wurde allgemein sogar ziemlich öde. Bövinghausen versuchte, den Spielfluss komplett zum Erliegen zu bringen.
Schwung in die Kiste brachte schließlich eher unfreiwilligerweise SpVgg-Schnapper Phil Strugala. Außerhalb des Strafraum wollte er den Ball mit dem Kopf klären,dabei berührte er ihn aber mit der Hand. Das gab glatt Rot. Tom Breuers schlüpfte für ihn zwischen die Pfosten, Dennis Wüpping wich vom Feld (75.). Doch durch Vredens Elf ging ein richtiger Ruck nach dem Motto 'Jetzt erst recht'. Kurze Zeit später gab es Foulelfmeter für die Gastgeber, Kilian Heisterkamp nahm sich der Sache an und haute die Kugel oben links zum 1:1 rein (81.). Bemerkenswert: In der Vorsaison hatte Heisterkamp ausgerechnet gegen Bövinghausen noch einen Elfer verschossen. Nach dem Anstoß leistete sich der TuS einen katastrophalen Fehler im Aufbauspiel und Maximilian Hinkelmann ging relativ entspannt am Gäste-Schlussmann vorbei - 2:1 (82.). Spieler verloren - Spiel gedreht. Das alles binnen sieben Minuten. Crazy.
Vreden überstand schließlich auch die rund zwölfminütige Nachspielzeit und war nachher nur erleichtert.
SpVgg Vreden - TuS Bövinghausen 2:1 (0:1)
0:1 Algan (40.), 1:1 Heisterkamp (81./FE)
2:1 Hinkelmann (82.)
Bes. Vorkommnis: Rote Karte für Vredens Torwart Phil Strugala (Handspiel außerhalb des Strafraums/75.)







































