Oberliga Westfalen
"In Gievenbeck gelingt das nicht jeder Mannschaft"
Von Malte Greshake
(02.03.25) Das war schon ein ziemlich kurioser Spielverlauf. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte der 1. FC Gievenbeck in einer bis dahin noch torlosen Begegnung eigentlich gar keinen guten Start erwischt. Deswegen fiel der Führungstreffer gegen die SpVgg Vreden auch irgendwie aus dem Nichts. Nur: Dass die Gievenbecker daraufhin das Momentum auf ihre Seite zogen und am Drücker waren, half ihnen nicht. Eher im Gegenteil. Plötzlich klingelte es auf der anderen Seite. Sogar gleich zweimal. Weswegen die Partie gegen die Vredener am Ende auch mit 1:2 (0:0) verloren ging. Einfach merkwürdig.
Louis Martin beendete nach dem Seitenwechsel die Drangphase der Vredener abrupt. Am Sechzehner-Eck des Gegners behauptete er den Ball und schlenzte das Ding ins lange Eck (55.). "Dadurch hat sich die ganze Geschichte gedreht", wunderte sich auch Gievenbecks Coach Steffen Büchter, der zuvor beobachtet hatte, wie die Vredener an der Latte gescheitert waren. Allerdings verpassten es Martin und auch Benedikt Fallbrock in der Folge, den Gästen endgültig den Garaus zu machen. SpVgg-Keeper Tim Breuers war jeweils zur Stelle und hielt sein Team im Spiel.
"Zwei halbgare Szenen" bringen Gievenbeck ins Hintertreffen
Bis die Gievenbecker im Anschluss ein Kopfballduell im Mittelfeld verloren. So landete der Ball über Robin Schultealbert bei Vredens Winterneuzugang Julius Gerster, der kurz nach seiner Einwechslung zum Ausgleich traf (62.). Bitter für die Hausherren: Nico Eschhaus war das Spielgerät bei Gersters Schuss durch die Pranken gerutscht. Und nur kurz darauf kam es noch dicker für die Gievenbecker. Im eigenen Strafraum schaffte es Sven Rüschenschmidt-Sickmann Vredens Nicolas Ostenkötter nur per Foul zu stoppen. Schultealbert schnappte sich den Ball und drehte per verwandeltem Elfmeter das Spiel (69.).
"So rennen wir auf einmal nach zwei halbgaren Szenen einem Rückstand hinterher", haderte Büchter. Und bis zum Schlusspfiff wurden die Gievenbecker auch nicht mehr richtig zwingend. Der Wille war zwar da, das Unheil abzuwenden. Oft verloren sich die Gastgeber in aussichtsreichen Positionen aber in zu viel Klein-Klein. Weil Bugra Günes bei einem Konter der Gäste die endgültige Entscheidung liegen ließ, blieb es aber bis zum Ende dennoch eine knappe Kiste. Bis die Vredener schließlich über den Auswärtssieg jubeln durften.
Die Vredener lassen alles auf dem Platz
"Eigentlich war es eher ein Spiel, bei dem der verliert, der den ersten Fehler macht", resümierte Büchter. "Jeweils in die stärkeren Phasen hinein haben beide Mannschaften aber ihre Tore gemacht. Für uns ist das ärgerlich, weil wir damit in diesem Jahr zuhause nicht mehr ungeschlagen sind." Dass es sich in der zweiten Halbzeit zu dieser flotten Nummer entwickelt hatte, war übrigens in den ersten 45 Minuten noch nicht absehbar gewesen. Beide Teams neutralisierten sich da und waren bedacht darauf, keinen Fehler zu machen. Chancen waren Mangelware. Deswegen müssen wir an dieser Stelle auch nicht mehr Worte darüber verlieren.
SpVgg-Coach Andree Dörr jedenfalls sprach vor allem wegen der zweiten Hälfte von einem intensiven Spiel. "Jeder musste alles auf dem Platz lassen", sagte er. "Nach dem Rückstand mussten wir einige schwere Minuten überstehen. Ich muss deshalb den Hut vor der Leistung meiner Jungs ziehen. In Gievenbeck gelingt das nicht jeder Mannschaft, das Spiel zu drehen." Dass er und die Vredener damit in der Tabelle bis auf vier Punkte an die Gievenbecker heranrückten, nahm er maximal zur Kenntnis. "Wir beschäftigen uns nicht wirklich damit, was über und unter uns passiert", hielt er abschließend fest. "Aber natürlich geht es für uns weiterhin nur um den Klassenerhalt. Andere Ziele auszurufen, wäre auch vermessen."
1. FC Gievenbeck - SpVgg Vreden 1:2 (0:0)
1:0 Martin (55.), 1:1 Gerster (62.),
1:2 Schultealbert (69./FE)
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