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Oberliga Westfalen
Ein "Top-Transfer" für den FCE
von Fabian Renger
(28.04.26) Der FC Eintracht Rheine hat sich gemacht. In der Rückrundentabelle stehen die Rheinenser inzwischen auf einem ordentlichen achten Rang. Seit Jahresbeginn verloren sie nur viermal: gegen die Top-Teams aus Rhynern, vom ASC Dortmund, zuletzt Wattenscheid und einmal unglücklich wie unnötig gegen Arminia Bielefelds U21. Mittlerweile ist der FCE Zehnter im Gesamt-Tableau. Sieht gut aus. Und: Für die neue Saison kommt’s noch besser. Der sechste Sommer-Neuzugang ist bekannt. Dominik Klann wechselt an den Delsen. "Für uns ein Top-Transfer", freut sich FCE-Sportleiter Christian Hebbeler ein Loch in den Bauch. Darf er auch.
Klann wechselt vom BSV Rehden aus der Oberliga Niedersachsen zur Eintracht. Die Verpflichtung ergibt gleich aus mehreren Perspektiven Sinn. Lennard Maßmann wird die Eintracht nämlich im Sommer zu 99 Prozent aus beruflichen Gründen verlassen, ihn zieht’s vermutlich ins Rheinland. Adäquater Ersatz musste her für die Sechs. Klann ist definitiv jemand, der diese Lücke füllen kann. "Er bringt reichlich Erfahrung mit, ist super ausgebildet worden, wohnt in Münster", sagt Hebbeler.
Drittliga-Erfahrung
Erfahrung hat Klann in der Tat. Für den SC Verl lief er in der Saison 2022/23 fünfmal in der 3. Liga auf. In der Regionalliga West sind 82 Einsätze notiert – für Preußen Münster, RW Ahlen, den 1. FC Bocholt, SV Lippstadt und Türkspor Dortmund. Weil die Dortmunder sich in der Vorsaison aus der Regionalliga zurückzogen, ging er nach Niedersachsen. Doch die Fahrtzeit aus Münster nach Rehden ist üppig. Die Strecke nach Rheine ist machbarer. Ein weiterer Mann für Rheines Fahrgemeinschaft aus der Domstadt.
Das mit der Ausbildung ist auch nicht gelogen. Schließlich spielte der gebürtige Olfener Klann in der Jugend nicht nur bei den Preußen, sondern auch auf Schalke. Hebbeler hätte ihn gerne schon im Sommer 2025 zu sich geholt – hartnäckig zu bleiben, zahlte sich aus. "Es ist auch ein Zeichen an den Rest des Kaders, dass wir versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten solche Verstärkungen zu holen", sagt Hebbeler nicht ganz ohne Stolz.
Kader fügt sich zusammen
Auch ansonsten erledigt der Funktionär seine Hausaufgaben. Dicle Sahin verlängerte nun für ein weiteres Jahr. Anfangs hatte der 19-Jährige es schwer, sich reinzufuchsen. Seit der Rückrunde ist er kaum noch aus der Startformation wegzudenken. "Er hat sich sehr gut freigeschwommen", sagt der Sportchef. Keeper "Matze" Bräuer hat auch für die Saison 2026/27 zugesagt. "Ebenfalls einer der jungen Garde", sagt Hebbeler. Der Schnapper ist erst 21 Jahre alt und kam wie Sahin im Sommer 2025 nach Rheine. Der gebürtige Lengericher ist jemand, der hinten zwar durchaus mal riskante Sachen mit dem Ball anstellt, aber ein absolut starker Rückhalt und ein wesentlicher Faktor für den Aufschwung der vergangenen Wochen ist.
"Damit haben wir zwei richtig gute Torleute", findet der sportliche Leiter. Luca Dömer kommt ja aus Emsdetten dazu. Zwischen den Pfosten hat der FCE um Chefcoach Christian Bienemann tatsächlich keine Sorgen. Auch ansonsten bewegt sich Rheine auf einem "sehr ordentlichen Level", was die Kaderplanung angeht. Mit Adrian Wanner, Tim Heger und Mattes Langelage stehen in der Innenverteidigung Rechts- wie Linksfüße und Qualitätsspieler zur Verfügung. Auch auf der Schiene/Außenverteidigung ist der FCE mit Leuten wie Pascal Petruschka, Pierre Pinto, Sahin und Jonas Tepper bestens präpariert. Gilt auch für die Offensive, wo Kevin Ostendorf, Luca Meyer, Neriman Kocevic und Tugay Gündogan allesamt keine Fußkranken sind. Auch aus dem eigenen Stall stehen Leute wie Johann Tschirbs oder Fynn Fellmann auf dem Sprung in die Oberliga-Elf.
Tabellarisch sieht's gut aus
Tabellarisch ist der FCE mittlerweile nach etlichen Höhen und Tiefen in dieser Saison in ruhige Fahrwasser geschippert. Mit dem Abstieg sollten die Rheinenser nichts mehr zu tun haben. Siege gegen Teams wie Clarholz oder Preußen und auch das Remis gegen Lippstadt waren keine Zufallsprodukte. Im Winter sah das anders aus, der FCE schaute nach unten, schaute in den Abgrund. Hebbeler hatte viele Rufe wahrgenommen – er müsse doch mal am Kader schrauben, Neuzugänge holen, um den Kahn wieder ans Laufen zu bringen. Diesem blinden Aktionismus wollte er nicht nachgeben, stellt er nun nochmal klar. Die grundsätzliche Qualität der Truppe sei stets da gewesen. Es gab aber in der Hinrunde zahlreiche Ausfälle. Sören Wald steht etwa erst seit Februar wieder komplett zur Verfügung, auch Maßmann verpasste einige Partien, ebenso Heger.
Mit nur 20 Feldspielern hatten die Rheinenser eben ein ordentliches Pensum abzuspulen. "Dafür meistern wir es ganz ordentlich. Ich hoffe, dass wir die Saison vielleicht auf einem einstelligen Platz und vielleicht mit dem Pokalsieg abschließen können. Dann war’s unterm Strich eine sehr ordentliche Saison", findet der sportliche Leiter.








































