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Oberliga Westfalen
"Ein paar Jährchen habe ich noch"
von Mats Hundrup und Christian Lehmann
(25.03.26) Mann, war das wichtig! Dank eines 3:1-Heimsiegs über den SV Schermbeck hat sich der FC Eintracht Rheine am Sonntag etwas Luft im Abstiegskampf der Oberliga verschafft. Die Mannschaft ist nach der Amtsübernahme von Christian Bienemann wieder im Aufwind, muss jedoch im Abstiegskampf weiter wachsam bleiben. Das sieht auch Luca Meyer so. Passend zu seinem 30. Geburtstag am heutigen Mittwoch hat Heimspiel-Praktikant Mats Hundrup mit dem FCE-Kapitän über die sportlich prekäre Situation, aber auch seine besondere Stellung als FCE-Rekordspieler und die weitere Karriereplanung gesprochen.
Hallo Luca! Zuallererst mal: Wie geht's den Knochen? Die Schermbecker sind ja bekannt für ihre körperbetonte Spielweise. Merkt man das im Vergleich zu anderen Spielen?
Meyer: Tatsächlich im Vergleich zu anderen Gegnern gar nicht so sehr. Was allerdings etwas anstrengend ist, ist die Belastung, da wir letzte Woche Sonntag in Rhynern, unter der Woche im Pokal gegen Borussia Emsdetten und jetzt am Sonntag gegen Schermbeck drei Spiele innerhalb von kurzer Zeit hatten.
Was hat der neue Coach Christian Bienemann im Vergleich zu David Paulus verändert?
Meyer: Generell hat sich auf jeden Fall etwas verändert, wie ich finde. Die zwei sind nun mal zwei vollständig unterschiedliche Typen. Nicht, dass es David jetzt in irgendeiner Art und Weise schlechter gemacht hätte. Systemtechnisch spielen wir jetzt mit einer Viererkette anstatt wie vorher mit einer Fünferkette. Was sich vor allem verändert hat, ist aber, dass wir deutlich offensiveren und zielstrebigeren Fußball spielen wollen.
Was wird der entscheidende Faktor dafür sein, dass ihr am Ende der Saison auf einem Nichtabstiegsplatz stehen werdet?
Meyer: Die Einstellung wird am Ende sehr entscheidend sein. Es wird darauf ankommen, wie ich ein Spiel angehe, ob ich bereit bin, Extrameter zu laufen, ob ich bereit bin, in die Zweikämpfe zu gehen oder lieber den einfachen Weg gehe. Das ist die Hauptsache, denn kicken können im Endeffekt alle in der Mannschaft und auch andere Mannschaften bei uns in der Liga, die wie wir unten drin stehen. Am Ende ist einfach die Frage: Wer geht die Extrameter und nimmt die meisten Zweikämpfe an?
Hat sich im Training noch etwas geändert? Seid ihr dort dann nochmal mehr gelaufen als noch unter Paulus?
Meyer: Es ist schon deutlich anstrengender geworden in den letzten Wochen dadurch das Cello (Marcel Langenstroer) jetzt auch als Co-Trainer eingestiegen ist. Die zwei bringen schon eine ordentliche Intensität mit rein, da kann ein Training auch gut und gerne mal zwei Stunden dauern. Das war aber auch dringend nötig, da wir fitnesstechnisch nicht wirklich schlecht unterwegs waren - aber bei Weitem nicht am Anschlag.
Machst Du dir eigentlich schon Sorgen um deinen Status als Rekordspieler des FC Eintracht Rheine? Pascal Petruschka hat nur 100 Spiele weniger als Du und ist auch noch vier bis fünf Jährchen jünger...?
Meyer: Also ganz so alt bin ich ja auch noch nicht (lacht). Da mache ich mir noch keine Gedanken drum. Wenn Pasi jetzt noch sechs bis sieben Jahre in Rheine spielt, dann freut mich das für ihn und auch für Rheine. Ich mache mir keine Sorgen, dass er mir irgendetwas streitig macht und würd's ihm dann auch gönnen. Aber das sind ja auch reine Zukunftsspekulationen - von daher bin ich da noch sehr gelassen...
In den vergangenen Spielzeiten habt ihr immer zu den stärksten Heimmannschaften gehört. In dieser Saison gab es erst zwei Heimsiege. Hat der Delsen womöglich seinen Zauber verloren?
Meyer: Das ist eine gute Frage. Ich glaube nicht, gerade am Sonntag hat man mal wieder gesehen, was der Delsen für eine Festung sein kann - auch die Zuschauer, die da waren, haben wieder ordentlich Schwung reingebracht. Den Zauber hat er nicht verloren. Ich glaube, uns fehlte einfach das Spielglück, es gab viele Unentschieden, viele bittere Niederlagen. Da war diese Saison halt einfach manchmal der Wurm drin und dementsprechend waren dann auch weniger Zuschauer da.
Du kannst so gut wie jede Position in der Zentrale spielen. Am Sonntag hast Du ja zum Beispiel als Innenverteidiger agiert. Bis vor Kurzem wurdest Du ja noch als Mittelstürmer eingesetzt und hast viele Tore geschossen. Was gefällt dir besser?
Meyer: Erstmal ist es natürlich sehr wertschätzend, dass man immer eingesetzt wird und auch auf verschiedenen Positionen das Vertrauen geschenkt bekommt. Aber eigentlich ist mir generell egal, wo ich spiele. Mir war immer nur wichtig, dass ich spiele. Insgesamt finde ich natürlich Tore schießen geil, aber Tore zu verhindern ist mindestens genauso geil - wenn man mit einer geilen Grätsche oder einem guten Zweikampf eines verhindern kann. Da gibt es für mich keinen Unterschied. Wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen - sch... egal, wer auf welcher Position spielt. Das ist völlig Wurscht!
Du wirst 30 Jahre alt und hast vielleicht noch deine besten Jahre vor dir - aber man wird ja auch nicht jünger. Du spielst schon sehr lange für den FCE. Kannst Du dir trotzdem nochmal vorstellen, woanders hinzugehen - zum Beispiel zu deinem Heimatverein Westfalia Hopsten? Oder denkst du, dass Du deine Spielerlaufbahn in Rheine beenden wirst?
Meyer: Ich fühle mich hier in Rheine sehr gut aufgehoben, denn sonst wäre ich hier auch nicht so lange geblieben. Ich denke aber mal, da ich ja in Hopsten geboren wurde, dass ich bald nochmal - und so ist der Plan - mit ein paar alten Bekannten aus meiner Heimat zusammenspielen möchte. Das muss jetzt nicht nächstes oder übernächstes Jahr sein, aber das wäre dann der Plan. Aber ein paar Jährchen habe ich noch - deswegen mach ich mir da noch keine Gedanken.







































