Oberliga Westfalen
Jendrik Witt folgt Bruder Fabian zurück zum FCG
von Malte Greshake
(23.01.26) Ein Jahr werden die beiden ohneeinander ausgehalten haben. Aber bald sind die Zwillingsbrüder wieder vereint: Jendrik Witt wechselt von Westfalia Kinderhaus zum 1. FC Gievenbeck und folgt damit seinem Bruder Fabian zum Oberligisten. Nach Joscha Lange, den die Gievenbecker zuletzt vorgestellt haben, ist Jendrik Witt der zweite Sommerneuzugang.
"Für uns war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, dass er auch zurückkommt", sagt FCG-Trainer Torsten Maas. "Im Fußball geht es immer um Zeitpunkte. Darum, wann es für den Verein und für den Spieler Sinn ergibt." Bei Zwillingsbruder Fabian war dieser Moment bereits im vergangenen Sommer da, bei Jendrik habe man bewusst noch ein Jahr gewartet. "Die beiden wollten auch einmal ausprobieren, wie es ist, nicht zusammenzuspielen", so Maas schmunzelnd. Und reicht wohl auch wieder nach einem Jahr.
Entwicklung bewusst abgewartet
Seine Zeit in Kinderhaus habe Witt (also Jendrik) nämlich sportlich und persönlich weitergebracht, davon ist Maas überzeugt. "Er hat sich dort sehr gut entwickelt", meint der Übungsleiter. "Das war der richtige Schritt und wir sind der Meinung, dass er jetzt reif für die Oberliga ist." In Kinderhaus sammelte der 23-Jährige reichlich Westfalenliga-Erfahrung, etablierte sich als Stammspieler und gewann an Variabilität. Ursprünglich als offensiver Außenspieler zu Hause, lernte Witt im Laufe der Zeit auch andere Rollen kennen. "Er hat auch schon Außenverteidiger gespielt, fühlt sich inzwischen aber genauso wohl auf der Acht oder der Zehn", erklärt Maas. "Genau das passt gut zu uns, weil wir auf flexible Spielertypen setzen, die mehrere Positionen bekleiden können."
Die Rückkehr des zweiten Witts fügt sich nahtlos in die sportliche Ausrichtung des FCG ein. "Wir gehen da weiter voll nach dem Konzept, das in den vergangenen Jahren gefruchtet hat", so Maas. "Wir wollen auf Münsteraner Jungs mit Gievenbecker DNA setzen. Das sind Spieler, die keine großen Anpassungsprobleme haben, schnell integriert sind und vor allem sportlich wie menschlich zu uns passen." Weil Witt den Verein natürlich bereits aus seiner Jugendzeit kennt. Von der U14 bis zur U19 durchlief er sämtliche Nachwuchsteams des FCG, feierte dort Erfolge und zockte auch mit Felix Ritter und Niklas Beil zusammen. Im Sommer 2021 folgte dann der Schritt rüber nach Kinderhaus. Dort sammelte er seitdem 124 Westfalenliga-Einsätze und sammelte rund 56 Torbeteiligungen.
Witt selbst äußert sich auch zu seiner Wiederkehr zum Gievenbecker Weg. "Wenn sich ein Oberligist schon vor der Winterpause meldet und in den Gesprächen früh viel Vertrauen spürbar ist, dann fällt einem die Entscheidung nicht allzu schwer - gerade, wenn es noch der eigene Jugendverein ist", zitieren ihn die Gievenbecker. "Zudem kenne ich viele Gesichter aus dem Verein und die meisten Jungs aus der Mannschaft. Es war eine sehr intensive und positive Zeit, in der ich mich sportlich weiterentwickelt und viel dazugelernt habe. Vor allem in der sportlichen Ausrichtung und in den Strukturen ist es jetzt nochmal professioneller geworden." Ihm schmeckt zudem besonders, wie viel Wert auf die Entwicklung junger Spieler gelegt wird.
Ein professionelles Verhältnis zwischen beiden Vereinen
Für die Kinderhauser ist es derweil natürlich keine schöne Sache, den nächsten wichtigen Leistungsträger zu verlieren. "Sportlich sind wir auf jeden Fall frustriert", kommentiert Westfalia-Coach Philip Just. "Aber die Entwicklung junger Spieler zeichnet Kinderhaus aus und trotz aller Rivalität haben wir ein gutes, professionelles Verhältnis zu Gievenbeck."
Aber nochmal kurz zurück nach Gievenbeck: Mit Witt ist die Planung für den kommenden Sommer wahrscheinlich noch nicht abgeschlossen. Auch wenn Maas und Trainerkollege Steffen Büchter nicht in Hektik verfallen. "Unsere Wunschspieler waren Joscha und Jendrik", sagt Maas. "Ansonsten wollen wir erst einmal unser Kaderkonstrukt beibehalten." Einige Zusagen lägen bereits vor, insgesamt gehe man die kommenden Monate aber ruhiger an als im vergangenen Jahr. "Da waren wir deutlich aktiver", sagt Maas und lacht. Aber eben auch des großen Umbruchs wegen. "Jetzt schauen wir punktuell, ob wir uns noch verstärken können", so der Coach abschließend.







































