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Den Einzug in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals feiertern die Damen der Germania Hauenhorst.
Lisa-Marie Schulz zeigte eine starke Defensivleistung.

Hauenhorst überrascht Berlin


von Alex Piccin

(24.08.14) Freudentaumel im Waldparkstadion! Die Damen der Germania Hauenhorst besiegten am Sonntagmittag in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals den Zweitligisten Union Berlin mit 1:0 (0:0). Und das nicht unverdient! Eine geschlossene Mannschaftsleistung und hohe Laufbereitschaft waren der Garant für die Überraschung gegen die im Ligabetrieb zwei Klassen höher antretenden Berlinerinnen. Doch auch spielerisch wusste das Team von Anja Siegers zu überzeugen. Besonders die Erfahrung von Leitfiguren wie Melanie Reinhold, Mona Schmidt, Nicole Schampera oder Kerstin Stegemann vermittelte den jüngeren Spielerinnen die nötige Ruhe. Dennoch war Hauenhorst besonders in der Anfangsviertelstunde die Nervösität anzumerken.

Die erste Tormöglichkeit des Spiels hatten die Hauptstädterinnen: Nach einem Eckball brachte Nathalie Klefisch einen Kopfball aufs Tor, den Andrea Brümmer sicher parierte (14.). Hauenhorst versteckte sich nicht und versuchte besonders durch Regisseurin Reinhold das Spielgeschehen in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Insgesamt sprang aber auf beiden Seiten wenig zählbares heraus. Dafür hatten es die letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs in sich. In der 36. Spielminute brachte Lisa Stoltmann als "letzter Mann" eine durchgestartete Stürmerin zu Fall. Es war Glück für die Germania, dass Schiedsrichterin Nadine Westerhoff nicht auf Notbremse entschied und lediglich die gelbe Karte zeigte. Wenige Minuten später eine ähnliche Situation: Eyline Jakubowski bekam den Ball in die Schnittstelle der Viererkette gespielt und lief allein auf Brümmer zu. Ihren Schuss aufs lange Eck parierte die Torfrau jedoch glänzend (43.). Quasi im Gegenzug applaudierten die zahlreichen Fans die größte Chance der Hauenhorsterinnen in der ersten Halbzeit. Schampera erkämpfte sich im Strafraum den Ball und zog aus 13 Metern ab. Der noch abgefälschte Schuss war für Torhüterin Monique Eichhorn kein großes Problem (44.).

"Wir wussten, dass es gegen Union sehr, sehr schwer werden würde, da die Berlinerinnen sehr gute Technikerinnen in ihren Reihen haben. Es galt die Zentrale dicht zu machen und durch ein hohes Laufpensum und Zweikampfstärke im Spiel zu bleiben. Als wir in der Kabine waren war mir klar, dass wir heute als Sieger vom Platz gehen", so Germania-Trainerin Anja Siegers. Damit sollte sie Recht behalten.

Es waren gerade zehn Minuten in der zweiten Spielhälfte absolviert, als Stegemann den Spielaufbau der Berlinerinnen entscheidend störte. Nach der Balleroberung setzte sie sich auf dem rechten Flügel gegen ihre Gegnerin durch und passte auf die heraneilende Schampera. Sie ließ ihrerseits zwei Union-Verteidigerinnen aussteigen und spitzelte anschließend die Kugel ins lange Eck (55.). Hauenhorst gewann nach dem Führungstreffer weiter an Sicherheit und erspielte sich gute Tormöglichkeiten. Ein von Reinhold genial in die Tiefe gespielter Pass klärte Eichhorn in Manuel-Neuer-Manier vor Kim Wolters (61.). Fünf Minuten später der nächste Hochkaräter für die Germania, getreu aus dem Fußballlehrbuch, Kapitel Konter: Einen weiten Abschlag von Brümmer erlief Schampera auf der rechten Seite und passte das Spielgerät in die Mitte auf Reinhold. Die Spielmacherin scheiterte mit ihrem Versuch jedoch an dem linken Außenpfosten (66.). Wer spätestens jetzt ein Aufbäumen von Union Berlin erwartete, wurde enttäuscht. Die Hauenhorsterinnen hielten die Konzentration und den Einsatz weiter hoch und ließen den Gast kaum vor das eigene Tor kommen. Stattdessen bot sich den Zuschauern ein gewohntes Angriffsmuster der Gastgeber: Wieder kam die Germania über rechts und Schmidt flankte aus vollem Lauf in die Mitte. Wolters kam zuerst an den Ball, ihr Torschuss segelte aber über das Tor (71.). Weitere Kontermöglichkeiten schlossen Wolters (79.) und Schmidt (80.) nicht erfolgreich ab und so wurde Union im Spiel gehalten. In den Schlussminuten kam noch ein wenig Unruhe in das Siegers-Team: eine Angreiferin kam im Strafraum ungestört zum Abschluss, doch Torfrau Brümmer ließ sich auch durch die größte Union-Chance nicht bezwingen und wehrte den Torschuss ab (90.). Dies war das letzte Aufbäumen des Zweitligisten und dann war Schluss. Großer Jubel brandete durch das Waldparkstadion - die Sensation war perfekt!

Stimmen zum Spiel

Andrea Brümmer: "Das war eine klasse Mannschaftsleistung. Unser Ziel war es, hier irgendwie zu bestehen und durch den Kampf haben wir dies erreicht. Wir haben uns Dynamo Dresden zum Vorbild genommen und den zwei Ligen höher spielenden Gegner ausgeschaltet. Diesen Sieg widmen wir als Mannschaft unserer verletzten Mitspielerin. Sie hat sich gewünscht, mit uns gemeinsam in der zweiten Runde antreten zu dürfen."

Nicole Schampera: "So abgedroschen das klingt, im Pokal ist alles möglich. So sind wir auch ins Spiel gegangen. Wir haben großen Einsatz gezeigt, jede hat für jeden gekämpft. Das war eine grandiose Teamleistung. Einen Wunschgegner habe ich nicht, aber es wäre schon toll, gegen Bundesligisten wie Wolfsburg, Frankfurt, Potsdam oder Bayern antreten zu dürfen."

Anja Siegers: "Ich freue mich riesig und bin stolz auf mein Team. Sie haben gezeigt, dass die Stimmung in der Mannschaft stimmt und sie bilden ein tolles Kollektiv. Aufgrund der gezeigten Leistung in der zweiten Halbzeit ist der Sieg nicht unverdient. Ich habe uns klar überlegen gesehen und wir haben uns viele gute Torchancen erarbeitet. Spielen wir diese besser aus, machen wir frühzeitig den Deckel drauf. Sicher hatten wir heute auch das nötige Quäntchen Glück, aber das gehört dazu, wenn man gegen höherklassige Mannschaften bestehen will. Wir feiern jetzt diesen Erfolg. Der Erfolg im Pokal soll uns aber nicht blenden. Uns ist auch bewusst, dass unsere Saison sehr schwer werden wird. Es wäre toll, wenn in der nächsten Runde die Bayern zu uns kommen würden. Aber wir nehmen was kommt."


Germania Hauenhorst - Union Berlin     1:0 (0:0)
1:0 Schampera (55.)

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