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Viel Platz war in Schierloh nicht mehr: 650 Zuschauer!
Arminen-Coach musste erstmal auf der Bank Platz nehmen und seinen Puls zur Ruhe kommen lassen...
Melissa Steffen war quasi überall und erzielte das Tor des Tages.
Hatte eine klare Linie und ließ viel laufen: Die gute Unparteiische Vanessa Arlt aus Greven

Vollblutkampf versus Vollgasfußball


Von Fabian Renger

(26.05.16) Mitte der ersten Halbzeit in Schierloh. Das Westfalenpokal-Finale der Frauen zwischen der heimischen Arminia Ibbenbüren und den Kickerinnen von Germania Hauenhorst vor 650 Zuschauern war im vollen Gange. Arminia führte zu dem Zeitpunkt bereits mit 1:0, doch Arminen-Coach Peter Schmidt war trotzdem noch immer nervös wie Hulle. Zum wiederholten Mal hatte es ihn nicht in seiner aus Hütchen aufgesteckten Coaching-Zone gehalten, der Mann war heiß auf den Sieg und musste sich erstmal zurücknehmen. Damit war er lange nicht der einzige in einem Pokal-Fight zweier Westfalenliga-Truppen, die sich rein gar nichts schenkten.

Während Schmidts Ruhepuls langsam aber sicher herunter fuhr, rackerten seine Spielerinnen über 90 Minuten rastlos weiter, kämpften um buchstäblich jeden Grashalm und holten den Titel. Es blieb schlussendlich beim 1:0 (1:0). Arminias Berserkerinnen besiegten Germanias feine Füßchen. Leidenschaft versus Fußballkunst. Da war für jeden was dabei.

Die Gäste aus Hauenhorst, immerhin Tabellenführer und Fast-Aufsteiger der Westfalenliga, legten gut los und als neutraler Beobachter war eigentlich schon früh klar: Das wird heute Einbahnstraßenfußball. Nach drei Minuten spielte Kim Wolters Nicole Schampera frei, die scheiterte an einer Glanztat von Arminen-Schnapperin Stefanie Kösters. Vorher hatte Melanie Reinhold bereits einen Warnschuss abgegeben. Später wurde es infolge einer Ecke brenzlig, als Marie Gosewinkel beinahe einnetzte, aber das Leder im letzten Augenblick geklärt werden konnte (13.). Maries Schwester Lena erzielte dann sogar nach einem Freistoß eine Bude - doch die gute Schiedsrichterin Vanessa Arlt aus Greven entschied auf Abseits (25.). Es wäre der Ausgleich gewesen, denn Arminias erste und eigentlich einzige so echte Torchance saß vorher.

"Die Mannschaft hat gewonnen"

Nach fünf Minuten wurde die auf dem Platz quasi allgegenwärtige Melissa Steffen im Strafraum freigespielt, kam gegen Germania-Keeperin Andrea Brümmer ins Straucheln - und konnte trotzdem jubeln. "Die ganze Mannschaft hat gewonnen und nicht nur ich als Torschützin", wehrte sie allerdings später jegliche Lobeshymnen ab. Arminia zeigte anschließend gegen den anrollenden Germanen-Express wahre Kämpfernatur. Das zunächst ziemlich rechtslastige Aufbauspiel der Germaninnen über Stella Ewering wurde stets durch Daria Schmidt oder Anne Schrameyer jäh gestoppt. Da ging gar nichts. "Mit was für einer Imbrunst wir füreinander eingestanden haben, wie wir verteidigt haben, das war einfach super", fand Schmidt folglich auch nur lobende Worte.

Er konnte bis zum Pausenpfiff dann mit ansehen, wie es seine Mädels versuchten, sich fein hinten raus zu kombinieren. Einige Male gelang dies auch zumindest ansatzweise, aber ohne wirklich Torgefahr auszustrahlen. Einmal hätte Imke Eversmeyer per Kopf butzen können, klappte nicht.

Stella Ewering (l.) und ihre Mannschaftskameradinnen aus Hauenhorst bissen sich ihre Zähne fest

Im zweiten Abschnitt wurde es dann noch einseitiger. Ina Stermann, Schmidts rechte Hand, ließ auf der Bank verlauten, dass die erste Halbzeit ihr doch ziemlich lang vorgekommen sei. Nachvollziehbar. Beinahe hätte sie jedoch wesentlich entspannter dreinblicken können. Doch Berit Richters starke Einzelaktion und gefährliche Hereingabe fand keine Abnehmerin (55.). Es sollte ein kurzes Strohfeuer bleiben - der Rest war Hauenhorster Vollgas-Fußball und Ibbenbürener Vollblut-Kampf.


Schampera zum Beispiel brachte die Kugel von rechts rein, Kim Wolters wäre da gewesen, doch Kösters rettete (58.), die anschließende Ecke verpasste Marie Gosewinkel. Nochmal Schampera (69.) und ein weiteres Mal Reinhold per Kopf (75.) - das Leder wollte einfach nicht rein.  "Ibbenbüren hat natürlich kämpferisch alles reingeschmissen, was sie konnten. Trotzalledem muss man ehrlicherweise sagen: Es hat schlussendlich an der Torchancenverwertung gelegen. Die haben mit anderthalb Torchancen ein Tor gemacht", ärgerte sich Siegers.

Torchancen en masse für Hauenhorst

So ging es dann fröhlich weiter bis zum Schluss: Arminia biss, Hauenhorst biss sich fest. Auch in den Schlussminuten ging das Spiel so weiter. Ein Lena Gosewinkel-Freistoß fand keinen Weg in die Maschen und auch Schampera war in der Nachspielzeit das Glück nicht vergönnt. Es hat einfach nicht sein sollen für die Hauenhorsterinnen, für Peter Schmidt und seine Truppe hingegen schon. Als die Unparteiische abpfiff, Arminia als Westfalenpokal-Gewinner fest stand und die Mannschaft die Sau raus ließ, da saß er dann doch tatsächlich brav noch alleine in seiner Coaching-Zone. Aber diesmal aus ganz anderen Gründen. Auch genießen muss man können.

 

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Und am Ende wurden sie dann für ihr Kämpferherz belohnt: Die Arminia-Kickerinnen!

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