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Relegation um den Landesliga-Aufstieg

"Am Sonntag, da kenne ich ein Lied..."


Von Christian Lehmann

(07.06.18) Die Jubel-erprobten Fans des SC Altenrheine lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. Nach dem 3:0 (1:0)-Triumph über den TuS Hannibal und dem damit verbundenen Einzug ins "Endspiel" um den Landesliga-Aufstieg forderten sie ihren Trainer Daniel Apke auf, ein Liedchen zu trällern. Doch der wiegelte ganz cool ab und entgegnete mit Sohnemann Feo auf dem Arm: "Am Sonntag, da kenne ich ein Lied..." 

Der Trainer der Kanalkicker unterstreicht das, was seine Spieler in den 90 vorausgegangenen Minuten und in den beiden Relegationsspielen gegen den TuS Bruchmühlen und die SpVgg Hagen vorgelebt haben: Noch ist nichts erreicht, aber die Mannschaft ist bereit, alles aus sich herauszuholen und am Sonntag im letzten Spiel dieser kräfteraubenden Aufstiegsrelegation den finalen Schritt in die Landesliga zu gehen. Es wartet die Reserve der Hammer SpVgg, die den SV Avenwedde mit 6:5 nach Elfmeterschießen ausgeschaltet hat. Entscheidend dürften im Alles-oder-Nichts-Spiel die Komponenten Kraft und Kaderbreite werden.

Frische und Konzentration fehlen

Denn schon am Donnerstagabend in Dülmen war deutlich zu spüren: Die für Amateurfußballer brutalen Strapazen mit drei K.O.-Spielen innerhalb von sieben Tagen gehen an die Substanz. Der TuS Hannibal hatte den Altenrheinern vor rund 250 Zuschauern fußballerisch deutlich weniger entgegen zu setzen als etwa Bruchmühlen oder Hagen. Dennoch musste die Apke-Elf bis in die Nachspielzeit um den Sieg zittern, weil den Vielspielern speziell im Offensivbereich die nötige Frische und damit die Konzentration vor dem Tor fehlte. Bis zum Sonntag müssen Dustin Wolters, Kevin Vollrath, Janis Schneider und Co. einige Stunden in der Eistonne verbringen, um noch einmal so marschieren zu können, wie sie es in dieser Saison so häufig getan haben.

Für den Brustlöser sorgte ausgerechnet derjenige im Altenrheiner Kader, der am liebsten noch fünf Spiele machen würde. Kai Sandmann war das letzte Glied eines hervorragend vorgetragenen Angriffs über Sascha Pakularz und Luca Bültel, der zum 2:0 führte und dem TuS Hannibal den Garaus machte (90.+1). Der Rest war eine fette Party in blau und weiß, die Pakularz, dem ansonsten nach seiner Einwechslung die Bindung fehlte, mit einem Heber zum 3:0 die Krone aufsetzte (90.+2).

Nathen wie ein Boxer

Bis es soweit war, musste hart malocht werden. Die Altenrheiner, die einzig Alex Watta als Eins-zu-Eins-Ersatz für den gesperrten Yannick Thale neu in die Startelf beordert hatten, waren von Beginn an tonangebend und verzeichneten schon nach acht Minuten die erste Großchance. Nach einem Befreiungsschlag von Jens Loerakker leitete Luca Bültel die Kugel weiter zu Vollrath, der auf der anderen Seite Dustin Wolters sah. Hannibals Schlussmann Jonas Nathen schmiss sich ihm vor die Füße und verhinderte den Einschlag auf Kosten eines dicken Blutergusses am Auge, der fortan seine Sicht behinderte. Vielleicht erklärt das auch seine unorthodoxe Fußabwehr nach einem Loerakker-Freistoß (20.). 

Daniel Apke hatte sein Team auf einen Gegner eingestellt, der nach dem Pfiff des Schiedsrichters nicht selten Redebedarf hat. Seine Aufforderung, Freistöße schnell auszuspielen, nahmen die Seinen allerdings zu genau. Zu hektisch und zu überhastet verpatzten sie so aussichtsreiche Situationen. Auf der Linie geblockt wurde der Ball nach einem indirekten Freistoß von Jacques Hegemann (35.) - Nathen hatte den Ball zuvor zweimal aufgenommen. Auf der Gegenseite hätte die Mannschaft von Hamza Berro gerne einen Elfmeter gehabt, als Hegemann recht ungestüm gegen Soufian Abaraghoin zu Werke ging (39.). 

Herrlicher Führungstreffer

Für das bis dato durchwachsene Spiel entschädigte Altenrheines Führungstor voll und ganz: Sven Sandmann spielte den Ball an den Strafraum zu Janis Schneider, der herrlich mit der Hacke auf Luca Bültel ablegte. Der Rest war Routine für den zum verlässlichen Knipser umgeschulten einstigen Mittelfeldspieler (1:0/40.). Der Treffer warf Hannibal mächtig aus der Bahn, nach einem Freistoß von Chris Naberbäumer und Kopfballverlängerung Vollraths traf Watta zum vermeintlichen 2:0, doch er hatte im Abseits gestanden (44.). Sekunden später eroberte Vollrath schon wieder den Ball von Dominik Lepinski, scheiterte jedoch am starken Nathen.

Sekunden nach Wiederbeginn hatten die Blau-Weißen dann erstmals richtig Massel. Nach einem Zuckerpass von Mahmoud Najdi auf Denis Ljatifi traf dieser ins lange Eck, doch auch hier hatte der Schiedsrichter eine Abseitsstellung gesehen (46.). Danach gab es nur noch Chancen auf der anderen Seite. Bültel strauchelte nach Vollrath-Rückpass und stocherte den Ball am Tor vorbei (49.), Wolters verpasste nach einer Loerakker-Ecke den Ball am zweiten Pfosten um Millimeter (57.).

Schneider angeschlagen

Hannibals Spieler sahen kein Land und waren mächtig genervt. Der gute, aber gnädige Schiedsrichter Christoph Hanck ließ den bereits gelbverwarnten und ermahnten Mohamed Amhauoach nach einer Sense gegen Schneider nochmal davonkommen, Sekunden später nahm ihn sein Coach runter - das war höchste Eisenbahn (62.). Doch auch Schneider konnte nicht weitermachen und ließ sich noch auf der Bank die lädierte Wade tapen - für Sonntag sieht's ganz gut aus.

In der 75. Minute ließ Apke dann Kai Sandmann von der Leine. Der Mann, der in den bisherigen beiden Spielen der Relegationsrunde nicht berücksichtigt worden war, lief direkt heiß und lupfte eine Minute nach seiner Einwechslung nach einem tollen Solo den Ball an die Latte. Wenig später schlängelte sich Wolters durch die immer lichter werdenden Abwehrreihen des TuS und spielte rüber zum Joker, doch dessen Abschluss mit der Pieke ging ebenfalls daneben (78.). Nach einer umstrittenen Abseits-Entscheidung gegen Sandmann (87.) flippten die Altenrheiner Fans aus und so mancher fürchtete insgeheim bereits "wenn das mal nicht schief geht..." Es ging aber nicht schief, weil Sandmann doch noch traf.

Bärenstarke Defensive

Nachdem in den vergangenen Spielen vor allem die Offensive brilliert hatte, war an diesem Abend in Dülmen gewiss die Defensive das große Plus des SCA. Alex Watta machte seine Seite hinten rechts zu, Denis da Silva und Sven Sandmann hatten selbst gegen den Regionalliga-erfahrenen Najdi (ehemals Fortuna Düsseldorf) die Hosen an. In der Innenverteidigung brillierten Chris Naberbäumer mit starken Tacklings und Jens Loerakker mit hervorragender Spieleröffnung. Ganz stark agierte auch Linksverteidiger Jacques Hegemann, der Hannibals Unterschiedspieler Chidera Odum keine nennenswerte Offensivaktion gewährte. "Den hat er komplett aufgefressen. Mit dieser Leistung kann der Bengel zwei Ligen höher spielen", schwärmte sein Trainer Daniel Apke.

Sein Fazit: "Heute mussten wir mehr die Initiative ergreifen, der Gegner hat nur auf unsere Fehler gewartet. Leider haben wir einige gemacht. Die haben trotzdem früh gemerkt, dass sie uns fußballerisch nicht das Wasser reichen können." Als Favoriten im Spiel gegen Hamm sieht Apke sein Team aber nicht: "Das ist nochmal eine ganz andere Kragenweite als Hannibal. Hamm ist eine richtig spielstarke, junge Truppe. Wir sind aber trotzdem in der Lage, es positiv zu gestalten."

SC Altenrheine - TuS Hannibal      3:0 (1:0)
1:0  Bültel (40.), 2:0 K. Sandmann (90.+1),
3:0 Pakularz (90.2)
SC Altenrheine: Noack - Watta, Naberbäumer, Loerakker, Hegemann - S. Sandmann, da Silva - Wolters (87. Vieira), Schneider (62. Pakularz), Vollrath (75. K. Sandmann)  - L. Bültel

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