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Relegation um den Landesliga-Aufstieg

Ausrechenbar, atemberaubend, Altenrheine


Von Christian Lehmann

(03.06.18) Eines konnte man Stefan Mroß sicherlich nicht vorwerfen: dass er sich und seine Mannschaft nicht ausreichend vorbereitet hatte. Der Trainer der SpVgg Hagen hatte im Vorfeld des K.O.-Spiels in der Landesliga-Relegation den Gegner SC Altenrheine filmen lassen und wusste um die Stärken des Bezirksliga 12-Vizemeisters. Gegenüber Daniel Apke tat ihm sogar den Gefallen und schickte die gleiche Startelf ins Rennen - ja, sogar die Wechsel waren fast identisch zu denen in der Partie gegen den TuS Bruchmühlen. "Und doch kannst Du es nicht verteidigen", sagte Mroß, ehe er den Altenrheiner Coach umarmte und fair zum 4:1 (2:0)-Sieg gratulierte.

Die zweite Hürde auf dem Weg zum erhofften Landesliga-Aufstieg war um ein Vielfaches höher als die erste. "Das war ein richtiges Brett!", staunte SCA-Coach Apke nach dem Spiel. "Die waren bärenstark, und die wollten unbedingt. Ich habe keine Ahnung, was da Donnerstag auf uns zukommt, aber die waren nochmal eine Klasse besser. Das ist schon ein anderes Level, auf dem wir uns hier bewegen. Das ist nicht mehr Bezirksliga-Luft, die wir hier schnuppern. Egal, wie das ganze ausgeht, es wird eine Riesen-Erfahrung für uns. Jetzt haben wir auch noch das Toreschießen für uns entdeckt. Ich kann für nichts mehr garantieren..." Als nächstes treffen die Altenrheiner am Donnerstag um 19 Uhr in Dülmen auf den TuS Hannibal (Bezirksliga 8), der den SCV Neuenbeken mit 7:6 nach Elfmeterschießen ausschaltete. Parallel ermitteln die Hammer SpVgg II und der SV Avenwedde den Teilnehmer des "Endspiels" um den Aufstieg.

Frechdachs Schneider

Dass Hagen ein echtes Kaliber ist, zeigte schon der Blick auf die Startelf. Der 17-fache Junioren-Nationalspieler Tim Bodenbröder (ehemals FC Schalke 04, SpVgg Greuther Fürth, Wuppertaler SV) spielte in der Spitze. Ihm assistierte Yalcin Erkaya, der in der BVB-Jugend ausgebildet wurde und in der Türkei den Sprung ins Profigeschäft nur knapp verpasst hatte. Das Duo wirbelte Altenrheines Defensive in der Anfangsphase vor über 300 Zuschauern - 90 Prozent davon aus Altenrheine - gehörig durcheinander. Nach zwölf Minuten hätte es nach einem Foul von Yannick Thale an Erkaya Elfmeter für Hagen geben müssen, doch Schiedsrichter Frank Perschke pfiff nicht. Es sollte nicht die einzige knifflige Entscheidung für den Referee aus Hamm bleiben, der die Partie stark leitete. Mit einem Kopfball von Stefan Schwan (13.) und einem Abschluss Bodenröders (14.) verfehlte die SpVgg anschließend das Tor knapp, ehe der SCA zeigte, was ihn so stark macht: Im Anschluss an einen Konter stocherte Luca Bültel, zuvor waren er und Dustin Wolters beim Abschluss noch geblockt worden, die Murmel im dritten Versuch über die Linie (0:1/19.). 

Unsagbar frech war dann das, was Janis Schneider vor dem 2:0 machte. Bedient von Bültel, düpierte er SpVgg-Schnapper Niklas Ester mit einer feinen Finte und donnerte die Kugel unter die Latte und dann ins Tor, statt sie einfach in die freie Ecke zu schieben - sensationell (30.)! Entschieden war die Partie deshalb noch lange nicht, denn zumindest in der Offensive hatten die Hagener richtig was zu bieten. Niklas Wilke nagelte das Spielgerät an die Latte (30.), gegen einen Kopfball des Kapitäns parierte SCA-Schnapper Alex Noack überragend, um beim folgenden Eckball auch noch ein Geschoss von Erkaya zu meistern (37.). Trotz der Zwei-Tore-Führung zur Pause war zu spüren: Das Ding ist noch nicht durch.

Rote Karte gegen Thale

Tatsächlich wurde es nochmal richtig kribbelig. Nachdem Noack den Ball zweimal in die Hand genommen hatte, konnte die Altenrheiner Mauer den indirekten Freistoß von Erkaya noch blocken (55.), wenige Minuten später fing sich die Apke-Elf dann aber doch ein Ei. Yannick Thale brachte Jan Niklas Jacoby auf dem Weg zum Tor zu Fall, Perschke zückte Rot. Beim anschließenden Erkaya-Freistoß fischte wieder Noack die Kugel aus dem Winkel, doch Fabio Hengesbach setzte nach und wurde mit dem 1:2 belohnt (61.). 

Nun war richtig Pfeffer drin: Jacoby schwächte sein Team, als er Dustin Wolters im Mittelfeld nach allen Regeln der Kunst umnietete und zu Recht ebenfalls die Rote Karte sah (65.), danach ergaben sich Räume zum Kontern. Bültel vergab mit seinem Lob übers Tor noch die Möglichkeit zur Entscheidung (84.), auch SCA-Capitano Sven Sandmann wartete mit seinem Abschluss zu lange und verlor den Ball (87.). Das erlösende 1:3 erzwang schließlich der alles überragende Wolters, der sich über die rechte Grundlinie in den Strafraum schlawinerte und Hengesbach zu einem Eigentor zwang (88.). In der Nachspielzeit tütete er den Triumph auf Zuspiel des eingewechselten Ivo Rios Vieira endgültig ein (1:4/90.+4). Wie platt er wirklich war, konnte man ihm zwar nicht bei seinen zahlreichen Tempodribblings, dafür aber beim fast schon verhaltenen Jubel anmerken.

Eines ist nach Thales Platzverweis klar: Nochmal wird Apke nicht die gleiche Elf ins Rennen schicken können. Auch der Einsatz Janis Schneiders, der bei seiner Auswechslung über muskuläre Probleme klagte, könnte wackeln. Alternativen stünden mit Vieira, Sacha Pakularz, Kai Sandmann genug parat. Ganz egal, ob ausrechenbar oder nicht - es ist fast schon davon auszugehen, dass es auch am Donnerstag wieder atemberaubend wird.  

SpVgg Hagen - SC Altenrheine     1:4 (0:2)
0:1 Bültel (19.), 0:2 Schneider (30.),
1:2 Hengesbach (61.), 1:3 Hengesbach (88./ET),
1:4 Wolters (90.+4)
Rote Karte: Altenrheines Y. Thale (60./Notbremse)
Rote Karte: Hagens Hengesbach (65./grobes Foulspiel)
SC Altenrheine: Noack - Y. Thale, Naberbäumer, Loerakker, Hegemann - S. Sandmann, da Silva - Wolters, Schneider (82. Pakularz), Vollrath (77. Rios Vieira) - L. Bültel (90. Beermann)

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