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Relegation um den Landesliga-Aufstieg

Dustin Wolters und Co. hauten alles raus, mussten sich der Hammer SpVgg II aber nach Elfmeterschießen geschlagen geben.

Brutales Ende des SCA-Landesliga-Traums


Von Christian Lehmann

(10.06.18) Der Fußballgott kann ein fürchterlicher Sadist sein. Er ließ den SC Altenrheine nach drei begeisternden Auftritten in der Relegation um den Landesliga-Aufstieg im Endspiel gegen die Hammer SpVgg 120 Minuten lang am ganz großen Triumph schnuppern, um ihm letztlich im Elfmeterschießen um den Lohn einer fantastischen Saison zu berauben. Mit 2:5 (1:1/0:1) verloren die Kanalkicker die Lotterie vom Punkt. Während Hamm jubelte - einige wenige vergaßen dabei ihre gute Kinderstube - setzte beim SCA die große Leere ein.

Schon vor dem Elfmeterschießen sah Altenrheines Trainer Daniel Apke hundeelend aus. "Ich hab' bei so etwas noch nie Glück gehabt", verriet er. Ein paar Minuten später sollte sich seine böse Vorahnung bestätigen. Nachdem Hamms Kapitän Maik Rieping den ersten Elfmeter verwandelt hatte, verfrachtete Chris Naberbäumer den Ball in die Arme von HSV-Schnapper Maurice Czekal. Auch Cord Beumer traf, ehe Jens Loerakker den Ball neben den Kasten setzte. Hämisch schrie Czekal dem gescheiterten Schützen hinterher und kassierte dafür einen Rüffel von Schiedsrichter Tobias Severins (Rheda-Wiedenbrück). Das Momentum war nun jedoch klar bei Hamm. Erst recht, als Ilker Algan ebenfalls SCA-Schlussmann Alex Noack überwunden hatte. Denis da Silva blieb zwar cool und verkürzte, doch es half nichts mehr. Ismail Jcen verwandelte auch den vierten Versuch der HSV und drehte jubelnd zur Eckfahne ab. Seine Kollegen folgten und bejubelten den Landesliga-Aufstieg.

Eskalation nach Provokation

Statt den Moment des Triumphes zu genießen, benahmen sich einige wenige Hammer wie die Axt im Walde. Muhammed Jabri, der sich während der Partie einige Schmähgesänge der Altenrheiner Fans hatte anhören müssen, baute sich vor der Tribüne auf und präsentierte sein Trikot. Ein HSV-Anhänger nahm eine Flasche, die in seine Richtung geworfen worden war, und feuerte sie zurück auf die Tribüne. Es folgten eine Rudelbildung und wilde Wortgefechte, dann beruhigte sich die Situation. Referee Severins notierte den Vorfall - da könnte noch Ungemach drohen.

Das Theater war aus Altenrheiner Sicht ebenso unnötig wie die Niederlage. Denn die Kanalkicker hatten Hamm nach anfänglichen Schwierigkeiten vor über 800 zahlenden Zuschauern im Takko-Stadion über weite Strecken am Wickel. Anders als in den letzten Spielen fehlte der Apke-Elf allerdings der entscheidende Biss vor dem Tor. Die erste gute Torszene in einer Partie zweier zunächst abwartend agierender Mannschaften hatte Denis da Silva. Der 34-jährige spielende Co-Trainer, der in seinem letzten Spiel ein Mords-Laufpensum abspulte, verpasste am zweiten Pfosten eine Hereingabe von Dustin Wolters (9.). Auf der Gegenseite hatte Alex Noack seine Probleme mit einem Dampfhammer aus der zweiten Reihe von Simon Schliewe (17.). In der 25. Minute enteilte dann Hamms brandgefährlicher Toptorjäger Mustaq al Berdan dem strauchelnden Chris Naberbäumer nach einem langen Ball und schweißte die Kugel rechts unten an Noack vorbei ins Tor.

Hegemann geht voran

Altenrheine wirkte nicht geschockt, vor allem Jacques Hegemann pushte nun seine Mitspieler immer wieder. Und das nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. In der 32. Minute hatte er Pech bei einem abgefälschten Schuss an die Latte, in der 39. köpfte er die Kirsche nach Wolters Flanke haarscharf am Tor vorbei. Hierbei sei angemerkt: Der junge Mann ist Linksverteidiger.

Auf den zentralen Offensivpositionen kamen die Kanalkicker zunächst allerdings nicht rein in dieses Endspiel. Luca Bültel rackerte sich gegen Hamms technisch starke und in der Luft schier unbezwingbare Abwehrkante Jesse Kuhn vergeblich ab, kurz vor der Pause musste er dann mit einer Muskelverletzung Kai Sandmann weichen. Auch Kuhn hatte bei den zahlreichen Hahnenkämpfen der beiden einen abbekommen, er blieb jedoch humpelnd auf dem Platz. 

Hamm wackelt

Wie schon am Donnerstag war Kai Sandmann direkt mittendrin im Geschehen. Nachdem Dustin Wolters auf seinen Bruder Sven abgelegt hatte und der Ball nach dessen Abschluss zu ihm geeumelt kam, schoss der künftige Stürmer des TuS Altenberge Czekal an. Hamm wackelte nach einer Eckballserie gewaltig, Jabri beförderte das Spielgerät fast ins eigene Tor (45.). 

Nach dem Seitenwechsel ergaben sich etliche Torchancen nach Standards für den SCA, bei denen Czekal sich vehement weigerte, seine Torlinie zu verlassen. Doch Jens Loerakker, Kai Sandmann und Co. spielten die Freistöße in Tornähe einfach nicht gut aus. Mehr Zielstrebigkeit zeigte Granate Al Berdan, der zu fürstlichen Konditionen zum ambitionierten Kreisligisten IG Bönen wechseln wird. Loerakker war bereits aus dem Spiel, da rettete Alex Noack im Eins-gegen-Eins (56.).

Kai Sandmann gleicht aus - Schmatzer von Bruder Sven

Etwas Glück hatten die Altenrheiner bei der Entstehung des Ausgleichs. Dustin Wolters nahm einen Flugball ziemlich elegant, aber tendenziell eher mit der Hand mit, ehe er von Rieping plump umgerempelt wurde. Kai Sandmann schnappte sich den Ball und ließ sich nach getaner Arbeit feiern - einen Schmatzer gab's von Bruder Sven inklusive (1:1/60.). Fast hätte Jesse Kuhn den Jubel mit seinem Kopfball nach Freistoß im Keim erstickt (65.), auch bei Al Berdans Lupfer neben das Tor (83.) hatte der SCA Glück.

In der Verlängerung nahm er dann wieder Fahrt auf. Nach kurz gespieltem Freistoß Sandmanns stand Chris Naberbäumer plötzlich am Sechzehner blank, er bügelte die Asse aber über den Kasten (98.). Richtig Massel hatte Hamm bei einer Direktabnahme des im Vergleich zum Hannibal-Spiel diesmal deutlich offensivfreudiger agierenden Rechtsverteidigers Alex Watta - Czekal lenkte die Kugel über den Querbalken (102.). Sekunden später lief Vollrath noch einmal an, kam an den Ball, lupfte ihn aber drüber (103.).

Apke hadert

Es schien, als würden diese physisch bärenstarken Altenrheiner niemals müde werden, als könnten sie locker noch ein weiteres Spiel überstehen. Doch nachdem Sandmann mit der Hacke zum eingewechselten Sascha Pakularz abgelegt und dieser die letzte Großchance vergeben hatte (115.), musste die finale Entscheidung um den Landesliga-Aufstieg eben vom Punkt fallen - mit einem brutalen Ende für Altenrheine.

Nach dem Spiel brauchte Daniel Apke ein paar Minuten, um Fassung zu gewinnen. Anschließend haderte er mit dem Schicksal, das sein Team wie ein Hammerschlag getroffen hatte. "In den ersten 20, 30 Minuten hat man die Klasse von Hamm gesehen. Wir kassieren ein blödes Gegentor, ansonsten hat uns einfach das Glück gefehlt. Es wäre aus meiner Sicht schon verdient gewesen, wenn wir das Ding hier nach 90 oder 120 Minuten mit nach Hause nehmen. Bei denen fällt die Truppe auseinander, der Trainer ist weg. Bei uns wären alle dabei geblieben. Das wieder aus dem Kopf zu kriegen, wird uns nächstes Jahr viele Punkte kosten." Auf die Frage, was seine Mannschaft im Elfmeterschießen um den Sieg gebracht habe, antwortete er: "Die Nervosität. Wir wollten unbedingt, die waren lockerer." Abschließend sagte er: "Mit dieser Truppe gehören wir in die Landesliga, wir hätten die Liga bereichert." Am Modus dieser Relegation - nur einer von zwölf Bezirksliga-Vizemeistern steigt auf - übte Apke scharfe Kritik.

SC Altenrheine - Hammer SpVgg II     2:5 n.E. (1:1/0:1)
0:1 Al Berdan (24.), 1:1 K. Sandmann (60.)
Elfmeterschießen:
2:1 Rieping, Naberbäumer verschießt,
3:1 Beumer, Loerakker verschießt,
4:1 Algan, 4:2 da Silva,
5:2 Jcen
SC Altenrheine: Noack - Watta, Naberbäumer, Loerakker, Hegemann - S. Sandmann, da Silva - Wolters, Schneider (72. Pakularz), Vollrath (115. Vieira)  - L. Bültel (44. K. Sandmann)



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