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Montagsspiel oder die Problematik für Zuschauer und Amateurfußball

Ob im Münsterland oder anderswo: Der Amateurfußball ist jeden Sonntag, zumindest mit bespielbarem Platz, das Wichtigste im Leben vieler Sportler und ihrer Angehörigen. Die Beziehung zwischen Profiligen und den Wettbewerben der Amateure gilt schon länger als belastet und artet so auch immer öfter in Konflikten aus. Wie etwa beim allseits beliebten Bundesliga-Montagsspiel - das laut den Verantwortlichen natürlich auch für die Amateure eingeführt wurde.

Die richtige Reaktion in Frankfurt


Quelle: Twitter


Als die DFL erstmals in dieser Spielzeit unter der Kontrolle der neuen TV-Verträge reguläre Montagsspiele einführte, war der Aufschrei groß. Nicht nur durch das unterdurchschnittliche Management der Liga wurden die Fans lange Zeit als das schwächste Glied der Kette hingehalten. Beim ersten Montagsspiel der Saison erhielt die DFL eine lautstarke und eindrucksvolle Quittung. Im vom Eintracht Frankfurt durchgewunkenen Protest vor und während des Spiels gegen RB Leipzig sorgten die Zuschauer für ein Bild der Einheit. Sie positionierten sich klar gegen die immer weiter anhaltende Aufsplittung der Spieltage, wiesen zudem auf die suboptimale Situation für Auswärtsfans hin, die als gewöhnliche Arbeitnehmer mindestens auch noch den Dienstag - und damit insgesamt 2 Tage - freinehmen müssen, um die Abreise nach dem Spiel zu gewährleisten. Selbst mit dem Auto dauert die Fahrt aus Frankfurt zurück nach Leipzig knapp 4 Stunden. Dazu kommt der noch übliche Abreisestau rund um das Stadion.

Über die Art eines Protestes lässt sich gewöhnlich streiten, an jenem Montag tat dies aber zu Recht niemand. Ganze 45.100 Zuschauer machten sich auf in den Innenraum, warfen Tennisbälle und Toilettenpapier und präsentierten eine Vielzahl an Transparenten der Öffentlichkeit; der perfekte und friedliche Umgang untereinander war beispielhaft. Wenn von der Liga für einige Millionen mehr im TV-Vertrag- immerhin im Gesamtvolumen von 4,64 Milliarden Euro aufgeteilt auf drei Jahre - viele Fan-Werte über den Haufen geworfen werden und einer Diskussion dann nicht allzu offen gegenübergestanden wird, blieb als letzter Ausweg nur noch die größtmögliche Bühne: das Spiel selbst. Diese Chance wurde genutzt und wird es wohl schon bei der nächsten Gelegenheit - zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg - abermals getan werden. Wenn die Nachricht der Fans im Hinblick auf die kommende Rechteausschreibung dann noch immer nicht angekommen ist, stellt sich die Frage, was noch geschehen muss.

Ursachen: Europapokal und...Amateurfußball?


Quelle: Twitter


Eine hauptanteilige Mitschuld tragen jedoch sicherlich auch die Vereine selbst. Alle 36 Profiklubs der 1. und 2. Bundesliga stimmten dem Vorschlag der DFL schließlich noch einstimmig zu. Einer der Hauptgründe für sie lag darin, dass nach der Europa League Partie am Donnerstag eine längere Regenerationspause für die betroffene Mannschaft anstehen solle. Selbst diese vermeintlich logische Erklärung ist jedoch von Fragezeichen durchzogen. Klar, der Abstand von Donnerstag- bis Montagabend liegt endlich nicht mehr bei drei, sondern vier Tagen im Rahmenterminkalender. Erstaunlich nur, dass am Donnerstag für Leipzig dann schon das Rückspiel gegen Neapel ansteht und damit die kürzere Regenerationszeit einfach nur nach hinten geschoben wurde. Grundsätzlich verspricht doch gerade der Gewinn der Europa League einen Startplatz in der Champions League, in der Bayern München von Betway mit einer Quote von 6,00 (Stand 21. Februar) auf den Gesamtsieg geführt wird. Dort beschwert sich übrigens niemand über einen Mittwoch-Samstag Rhythmus und damit eine dreitägige Pause nach einem internationalen Auftritt. Ein 5:0 Sieg über Besiktas Istanbul gibt den Roten vielmehr Recht.

Mehr Phantomargumente werden schließlich mit dem Heranziehen des Amateurfußballs vonseiten der Deutschen Fußball Liga herbeigeführt, um die "Ausweichtermine" am Montag zu rechtfertigen. Man wolle schließlich keine weiteren Sonntagstermine ansetzen, um den Terminkonflikt mit den Spielen auf Deutschlands Amateurplätzen aus dem Weg zu gehen. Leider setzen die Verantwortlichen jedoch gleichzeitig ebenfalls fünf Sonntagsspiele inklusive Anstoß um 13:30 Uhr an, um die Rechte des neuen Partners Eurosport zu befriedigen. Gerade an diesem frühen Nachmittag sind die Menschen doch auf den Amateurplätzen unterwegs und spielen entweder selbst oder schauen sich die Spiele vor Ort an. Schon die Abkehr von der früheren Standardzeit 17:30 Uhr stellte einen Schritt in diese Richtung dar. Sicherlich muss für höhere Erlöse von den TV-Stationen eine gewisse Aufteilung der Spiele stattfinden und der Anpfiff um 15:30 Uhr wurde letztlich noch zähneknirschend hingenommen. Doch Sonntagmittag und Montagabend sind augenscheinlich nur schwer zu vermitteln.

Ist diese zunehmende Entfremdung von der Basis, wie in der RP angedeutet, am Ende der Weg, den der Profifußball gehen möchte? Trotz des Votums für die Spiele setzte Eintracht Frankfurt mit der Genehmigung des umfangreichen Protests ein wichtiges Signal. Der Dialog zwischen den einzelnen Gruppen wird so wichtig wie lange nicht sein, um die verfahrene Situation aufzulösen. Der deutsche Fußball benötigt eine zeitnahe Lösung, die alle Seiten ausreichend berücksichtigt.



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2    SC Hörstel 17    72:23 44  
3    Borussia Münster 16    63:22 44  
4    Conc. Albachten 17    46:20 44  
5    Germ. Hauenhorst 17    42:22 42  

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