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Querpass

Dick eingemümmelt ließ sich die Kälte beim B2-Spiel zwischen Eintracht Münster II und dem BSV Ostbevern II noch ertragen.

Ist das eigentlich noch gesund?


Von Luca Pals

(27.02.17) Brrrr! Schon am vergangenen Wochenende haben wir uns auf den Fußballplätzen im Münsterland den Allerwertesten abgefroren. In dieser Woche kommt es aber knüppeldick. Temperaturen von bis zu minus 10 Grad erschweren den Trainingsbetrieb vieler Mannschaften massiv. Vor allem stellt sich die Frage: Ist das überhaupt gesund?

Worauf bei kalten Temperaturen zu achten ist, wie sich Schiedsrichter auf die Kälte einstellen und wie Trainer auf die eisigen Temperaturen reagieren - wir haben nachgefragt; konkret bei Münsters Schiedsrichter-Obmann Philipp Hagemann, Sportmediziner Dr. med. Ulrich Frohberger und Marcel Czichowski, dem Trainer des SV Büren. 

Schiri erfriert als Erster

"In erster Linie müssen sich Trainer und Mannschaft gut auf das Spiel vorbereiten. Da haben wir Ärzte nichts zu sagen", erklärt Frohberger. Er führt augenzwinkernd hinzu: "Es gibt keine Temperatur, bei der ein Spiel nicht angepfiffen werden darf. Der beste Sicherheitsfaktor ist dabei immer der Schiedsrichter: Er läuft weniger und erfriert im Zweifelsfall eher als die Spieler."

Dass die Schiris weniger laufen als die Spieler, ist richtig. Dass sie sich gut auf die Spiele vorbereiten, stimmt aber auch. Hagemann sagt: "Ich selber trage keine langen Unterhosen, aber ein Langarm-Trikot. Wir als Schiri-Gespann begehen sehr früh den Platz, um uns über den Zustand des Platzes zu vergewissern. Darüber hinaus machen wir uns - genauso wie die Spieler - gut warm."

Trinkpausen auch im Winter?

Von einer Kältegrenze, bei der nicht angepfiffen werden darf, weiß auch Hagemann nichts. Im Sommer werde vermehrt auf Trinkpausen geachtet - solche empfiehlt Dr. Frohberger auch im Winter: "Eine kleine Pause würde den Spielern gut tun." Davon hält Hagemann nichts: "Das Schlimmste ist es doch, nachher wieder einzusteigen. In der Pause bewegt mann sich nicht - das ist noch unangenehmer." Er appelliert: "Die Vereine dürfen auch einmal an uns Schiedsrichter denken. Mal ein heißes Getränk wäre gut. Außerdem sollten die Kabinen beheizt und die Duschen warm sein. Das ist nicht überall der Fall."

Ein Spiel nicht anzupfeifen liegt natürlich weiterhin im Ermessensspielraum der Referees: "Dabei geht es aber eben nicht um die Temperaturen, sondern um den Zustand des Platzes. Wir stellen uns die Fragen: Ist der Platz noch gefroren und geht davon eine Verletzungsgefahr für die Spieler aus? Ist der Platz zu rutschig und die Standfestigkeit nicht gegeben?" Die Platz-Kontrolle ist für die Schiris Pflicht.

Harter Boden als Gelenk-Killer

Temperaturen spielen keine Rolle, der Boden dafür schon - auch Frohberger sieht das so: "Bei guter Bekleidung ist es egal, wie kalt es ist. Der Boden ist dagegen das Problem: "Bei hartem, gefrorenem Untergrund ist die Gelenkbelastung sehr hoch", so der Spezialist. Daher sei gutes Aufwärmen bei kaltem Wetter eine besondere Pflicht für die Spieler. Dazu gehört auch, sich an die Regeln zu halten. Denn die gibt es auch in der Kleiderordnung, wie die Spieler des Öffnet internen Link im aktuellen FensterVfL Senden bei unserem Spiel der Woche in Nottuln am Wochenende erfahren mussten.

Hagemann: "Bei diesen Temperaturen sind wir schon sehr großzügig. Die Spieler dürfen natürlich lange Unterhosen und Handschuhe tragen." Das Tragen von Schals sei aber verboten, sie könnten eine Gefahr im Zweikampf darstellen, so der Schiri-Obmann. Frohberger ergänzt die medizinische Komponente: "Die richtige Bekleidung macht bei diesem Wetter 90 Prozent des Schutzes aus. Die restlichen zehn Prozent sind gutes Aufwärmen, warme Getränke und reichhaltige Ernährung."

Nicht saufen und ausschlafen, sondern früh und viel futtern

Letzteres sei des Öfteren das Problem: "Die Spieler der unteren Ligen sind meist Azubis oder Studenten, die am Wochenende spät abends feiern gehen und vor den Spielen am Sonntag um 15 Uhr ausschlafen. Dann frühstücken sie spät und essen meist kein richtiges Mittagessen." Optimal sei es laut Frohberger dagegen, am Spieltag um 9 Uhr zu frühstücken und um 12 ein Mittagessen mit vielen Kohlenhydraten zu sich zu nehmen.

Beim Gang aus der warmen Kabine sei es dann wichtig, möglichst dick angezogen zu sein: "Die Spieler können auch mehrere Lagen übereinander anziehen. Hauptsache, es ist warm." Erlaubt ist dies laut Hagemann: "Die Spieler dürfen auch fünf Hosen drunter ziehen. Das ist uns egal."

Büren macht alles - außer Fußballspielen

Marcel Czichowski ist Trainer beim SV Büren. Das Ligaspiel seines Teams am vergangenen Wochenende wurde abgesagt, da der Rasenplatz gefroren ist. Die nächste Aufgabe, und damit die erste in diesem Jahr, erwartet seine Truppe am Sonntag bei der Reserve von Preußen Lengerich - aber nur, wenn das Wetter mitspielt. "Wir konnten die letzten beiden Wochen nicht trainieren. Dafür haben wir Zirkeltraining im Fitnessstudio gemacht, Bahnen im Schwimmbad gezogen, waren auf der Bowling Bahn oder beim Laser-Tag." Das alles fördere zwar den Teamgedanken, helfe aber nicht, sich spielerisch zu verbessern.

Czichowski: "Wir haben eine bessere Vorbereitung als die letzten Jahre hinter uns, konnten fünf bis sechs Testspiele machen. Deswegen hoffe ich natürlich, dass das Spiel stattfinden wird." Bei den kalten Temperaturen achte der SVB-Coach darauf, die "Ersatz-Spieler länger drin zu lassen." Das Aufwärmen müsse nicht angepasst werden. Wichtig sei aber: "Das Aufwärmen muss langsam gesteigert werden." Generell hat Czichowski noch einen Vorschlag, um Spielausfällen zu Jahresbeginn: "Mann sollte überlegen, die Spiele bis kurz vor Weihnachten durchzuziehen und erst Mitte März wieder den Spielbetrieb aufnehmen." Aber das ist noch einmal eine ganz andere Geschichte... Im Moment ist das Wichtigste, dass niemand erfriert.

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