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Das Warten geht weiter


Von Fabian Renger

(01.04.20) Man könnte sich in diesen Tagen ja vorstellen, dass das Telefon von Reinhold Spohn ununterbrochen klingelt. Der Mann hat schließlich viele Ämter inne. Er ist Kreisvorsitzender des Fußballkreises Herne, Vorsitzender des Verbandsfußballausschuss (VFA) und obendrein Staffelleiter der Oberliga Westfalen. "Es hält sich eigentlich in Grenzen", erklärt er auf Nachfrage von uns bezüglich des Anruf-Aufkommens der vergangenen Tage. Von Telefonterror könne keine Rede sein. "Ganz so schlimm war es nicht."

Meist gestellte Frage war natürlich die nach dem 'Geht's weiter - und wenn ja: Wie?' - und immer wieder muss Spohn dasselbe antworten. "Wie sich das entwickeln wird, kann heute noch kein Mensch sagen. Wie, wann und ob es weitergeht, wissen wir alle nicht", sagt er zu uns am Mittwochmittag. Verständnis hat er natürlich schon für das Interesse. "Das ist nunmal die jetzige Situation."

"Wir sind abhängig von der Politik"

Öffnet externen Link in neuem FensterAm Dienstag war zu lesen, dass die Bundesliga wohl plant, bereits im Mai mit Geisterspielen zu beginnen. Was aber natürlich weiterhin nichts an der aktuellen Sachlage in Westfalen beim FLVW ändert: Druck gibt es keinen, es gilt weiterhin das, was am vergangenen Freitag verkündet wurde. Der Spielbetrieb bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Sollte wieder gespielt werden, würde es 14 Tage vorher eine Info geben. "Das gilt unverändert", sagt Hans-Dieter Schnippe, Steinfurts Kreisvorsitzender und ebenfalls VFA-Mitglied. Spohn ergänzt:"Wir sind ja abhängig von der Politik. Und wenn die Politik sagt: Wir dürfen nicht - dann dürfen wir nicht."

Aktuell gilt bekanntermaßen ohnehin ein Kontaktverbot. "Maximal zwei Personen dürfen sich treffen. Das ist recht wenig für ein Fußballspiel", brachte Steinfurts Kreisfußballobmann Gerhard Rühlow das Dilemma in Öffnet externen Link in neuem Fenstereinem Interview bei den Kollegen der ZGM schön auf den Punkt.

"Wenn dann ein Go von Politik und Gesundheitsämtern kommt, werden wir sehen, wie wir damit umgehen", sagt Spohn, der für eine einheitliche Lösung plädiert. "Ich denke mal, es wird eine Entscheidung geben, die den Amateurbereich bundesweit mit sich tragen muss. Zumindest, was unseren Regionalverband betrifft - also den Fußballverband Niederrhein und Mittelrhein. Es wäre ja sinnvoll, wenn es einheitlich wäre." 

In den Niederlanden ruht der Ball

Apropos einheitlich und bundesweit: In den Niederlanden ist die Saison der Amateurfußballer (Männer, Frauen, Junioren, sowohl in der Halle als auch auf dem Feld) bereits abgebrochen worden. Dies berichten nun Öffnet externen Link in neuem Fensterder Sportbuzzer und Öffnet externen Link in neuem Fensterdie Sportschau. Aufsteiger gibt es dort genauso wenig wie Absteiger oder Pokalsieger. "Alle Mannschaften bleiben für die kommende Spielzeit in ihrer Liga", heißt es bei der Sportschau. "Im Gegensatz zu den Profis gibt es für die Amateure kein Szenario, um die Spiele bis nach der Sommerpause zu verschieben", zitiert der Sportbuzzer Jan Dirk van der Zee, Direktor für den Amateurfußball im niederländischen Dachverband KNVB.

Häufig ist zuletzt auch von einer FLVW-Task Force die Rede, die täglich eine Neubewertung der Lage für den Spielbetrieb und das Wettkampfwesen vornehme. Doch wer genau verbirgt sich hinter dieser Task Force und was genau hat diese für Aufgaben? Meike Ebbert, Leiterin der Stabstelle Kommunikation und gesell. Engagement des Verbandes klärt auf Anfrage von uns auf und teilt schriftlich mit:

"Unsere Task Force besteht aus unserem Geschäftsführer (Wilfried Busch), dem Leiter SportCentrum Kaiserau (Benjamin Schwartz), den Vertretern der Fachbereiche (Thomas Berndsen - Amateurfußball, Sven Günther - Jugend, Dieter Antretter - Leichtathletik) und mir (Kommunikation). 

Die Task Force hält sowohl engen Kontakt zum Präsidium, den Ausschüssen und Kommissionen und den Kreisvorsitzenden, als auch zu den Krisenstäben bzw. Gesundheitsbehörden Westfalens. Darüber hinaus stimmt sie sich auch mit den übergeordneten Verbänden wie DFB, DLV und LSB ab, um alle wichtigen Informationen aufzuarbeiten, die für die anstehenden Entscheidungen notwendig sind und die Kommunikation zu organisieren.

So gibt es tägliche/wöchentliche Videokonferenzen mit Präsidium, Kreisvorsitzenden, DFB und DLV, regelmäßige E-Mails an die Vereine und Telefon- bzw. Videokonferenzen mit Vereinen. Die inhaltliche Aufarbeitung von Informationen, die Bestückung der Themenseite "Corona aktuell" auf www.flvw.de gehört genauso zum Aufgabenbereich, um den Vereinen umfassende, aktuelle Informationen zur Verfügung zu stellen sowie die Überlegungen wann, wie und unter welchen Voraussetzungen das Tagesgeschäft in der westfälischen Leichtathletik und im Fußball aufgenommen werden kann. Ebenso ist die Task Force in den jeweiligen Fachbereichen daran beteiligt, Modelle zu entwickeln, wie Termine neu gestaltet und Spielbetrieb organisiert werden kann."



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