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Viel mehr als nur ein bisschen daddeln


von Christian Lehmann

(18.03.20) Nein, die Bude rennen sie dem FC Galaxy Steinfurt dieser Tage nicht ein, betont Ali Pish Been. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie verzeichnet der Vereinsgründer keine höheren Bewerberzahlen im Vergleich zu den Vormonaten. Der einzige Fußballverein mit einer eigenen E-Sports-Abteilung in der Region musste schon vorher genau hinschauen, wen er aufnimmt - und wen nicht.

"Wir bekommen täglich mindestens zehn Anfragen aus ganz Deutschland. Am liebsten nehmen wir aber vor allem Leute aus der Region auf", erklärt Pish Been. Der 31-jährige gebürtige Iraner hat nicht nur im Jahr 2013 den FC Galaxy gegründet, sondern vor knapp zwei Jahren auch eine E-Sports-Abteilung aufgebaut. Und die brummt richtig. Über 100 Mitglieder gehören der Gemeinschaft schon an - Tendenz steigend. Eine vergleichbare Gruppierung sucht man im ganzen Münsterland vergebens.

Suchtpotenzial? 

Wer dazugehören will, muss sich erst einmal bewerben. Erst, wenn man bei einem Probetraining mit anschließendem Interview - das alles geschieht online - für geeignet befunden wurde, kann der Spaß losgehen. Das Konzept, das der Klub fährt, ist speziell. Das große Geld beim Online Gaming wird mit Spielen wie Counter Strike, Fortnite oder Call of Duty oder aber im FIFA-Eins-gegen-Eins-Modus verdient - das Suchtpotenzial ist hier besonders hoch. "Für mich ist das kein Sport. Wenn man sich dagegen anschaut, was wir machen, dann ist das schon etwas anderes. Unser Ziel ist es, die Leute zusammenzuführen - sei es bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier oder beim Super Bowl-Rudelgucken", erklärt Pish Been.

Der erste Vorsitzende spielt selber gerne, musste zuletzt aber aus beruflichen Gründen mehrere Wochen pausieren. Das geht, kann aber schnell dazu führen, dass man in ein anderes Team hinuntergestuft wird - denn auch hier geht's wie auf dem echten grünen Rasen nach Leistung. Derzeit stellt Galaxy drei Mannschaften mit festem Kader, die Regeln sind streng. Jeder Gamer besetzt eine Position auf dem Spielfeld, zu einem Spiel gehören also mindestens 22 Mann - nein, falsch: Auch Frauen zocken mit.

Wer Regeln bricht, fliegt

Bis zu viermal wöchentlich wird trainiert, es gibt Übungsleiter und strenge Taktik-Vorgaben, die jeder Spieler umzusetzen hat. Über die auch vielen Fußballern nicht unbekannte Spieler Plus-App muss man sich zu den Trainings-Sessions und zu den Spielen an- und abmelden. Geschieht das nicht, kostet das Strafe. "Wenn einer nicht erscheint, müssen alle anderen warten. Da kommt keiner zu spät.", so Pish Been. "Spieler, die das Ganze larifari angehen, von denen trennen wir uns auch..."

Für sein Projekt wurde er anfangs belächelt, nun sieht sich das Mitglied des Öffnet externen Link in neuem Fenster"Club100" in seiner Arbeit bestätigt. In der Öffnet externen Link in neuem FensterNGL Premiership, die nur Fußballvereine mit E-Sports-Abteilung aus dem deutschsprachigen Raum aufnimmt, misst sich der FC Galaxy Steinfurt mit Austria Wien, dem FC St. Pauli, Rot-Weiß Essen, dem SV Meppen, den Stuttgarter Kickers, RW Erfurt oder Alemannia Aachen. In der abgelaufenen Saison 2019/20 belegte Galaxy den neunten Platz. 

Mehr über Galaxys E-Sports-Abteilung erfahrt ihr im Video oben...



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Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SC Münster 08 II 19    65:11 55  
2    TGK Tecklenburg 20    81:24 51  
3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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