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U19-Westfalenliga

Peter Stüve (l.) ist Gievenbecks bester U19-Torschütze. Sechs Tore gelangen ihm in bisher zehn Einsätzen. Zur Belohnung durfte er auch bereits in der Senioren-Westfalenliga reinschnuppern.

Gievenbecks Nachwuchsgranaten - mit Perspektive?


Von Julian Schimmöller

(14.01.20) Im Sommer 2019 stieg die U19 des 1. FC Gievenbeck in die Westfalenliga auf – und steht als Aufsteiger nach der Hinrunde auf einem famosen dritten Platz. Das Team von Trainer Omid Assadollahi und den Co`s Pascal Will und Charles Kamdjeu brauchte keine Eingewöhnungszeit, fügte unter anderem Tabellenführer Hombruch eine von nur zwei Saisonniederlagen zu und gewann ganz nebenbei auch noch souverän den Kreispokal.

„Das Teamgefüge ist überragend. Wie die Jungs sich gegenseitig pushen, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sieht Assadollahi den Zusammenhalt seines Teams als größte Stärke. Wichtig ist ihm dabei auch zu betonen, dass auch die Spieler, die sportlich nur wenig zum Zuge kommen, ihren Teil dazu beitragen. Umso ärgerlicher ist es natürlich, dass gerade diese Jungs in Gievenbeck aktuell eher wenig Perspektive haben: Der direkte Sprung in die Westfalenliga könnte zu groß sein, eine Bezirksligamannschaft gibt es nach dem Rückzug der U23 in der kommenden Saison aber nicht mehr.

Schwieriger Neuaufbau

„Die Situation ist sicherlich schwierig“, weiß Assadollahi. Dem stimmt auch der Sportliche Leiter Carsten Becker zu: „Der Rückzug in dieser Saison war am Ende unvermeidbar, da wurden vorher bereits Fehler gemacht. Ein Neuaufbau ist enorm schwierig, da suchen wir momentan noch den richtigen Ansatz.“ Mindestens einen A-Liga Platz hat Gievenbeck in der kommenden Saison zur Verfügung, langfristig will man auch wieder um den Bezirksligaaufstieg mitspielen.

Spieler aus der U19-Westfalenliga von der Kreisliga zu überzeugen, ist aber natürlich gerade in einer Stadt wie Münster schwierig: „Gerade für die Jungs, die nicht direkt aus Gievenbeck kommen, gibt es da attraktivere Angebote aus überkreislichen Ligen, auch finanziell“, schildert Becker. Gespräche hat er mit allen Altjahrgängen bereits frühzeitig geführt und dabei ein gemischtes Meinungsbild erhalten: Einige „Ur“-Gievenbecker können sich einen Verbleib auch in der A-Liga vorstellen, andere streben eher ein Vereinswechsel an. Zusätzlich kommt hinzu, dass bei manchen der private Weg einen Strich durch die Rechnung macht, beispielsweise durch ein Studium in einer anderen Stadt oder ein Auslandsjahr.

Anton Mand spielte zehn von elf Partien - und alle durch. Ein unverzichtbarer Teil der 49ers-A-Junioren. Zudem ist Kapitän der Truppe, derzeit allerdings im Ausland.

Etwas anders ist die Situation naturgemäß für die Jungs, die möglicherweise direkt den Sprung in die Westfalenliga packen können. „Da sind bestimmt fünf oder sechs Leute dabei“, sieht Assadollahi ein Riesenpotenzial in seinem Team. Beispielhaft nennt er da Louis Martin oder Peter Stüve, die bereits in dieser Saison bei der ersten Mannschaft zum Einsatz kamen. Auch Kapitän Anton Mand wäre ein Kanditat, ist jetzt aber erstmal für ein halbes Jahr im Ausland unterwegs.

Und die Perspektive für die erste Mannschaft bleibt glänzend, da ist sich Assadollahi sicher: „Wir haben einen Jungjahrgang mit einigen überragenden Jungs.“ Beleg gefällig? Beim Bundesliga-Nachwuchs aus dem NLZ des SC Paderborn, der vergangenes Jahr aus der Junioren-Bundesliga abgestiegen war, starteten die 49ers mit ganzen acht (!) Jungjahrgängen. Und hatten auf dem Rückweg einen glatten 2:0-Auswärtsdreier im Gepäck…

Traum vom Bundesligisten daheim

So zwiespältig also das Bild beim Blick auf die Perspektiven im Seniorenbereich ist, so klar positiv ist das aktuelle Bild bei der U19. In der Liga hält Assadollahi zunächst am Ziel Klassenerhalt fest, will aber natürlich auch mehr: „Ein Platz unter den besten Sechs wäre top. Wir haben von elf Spielen in der Rückrunde sieben zuhause, das kann ein Vorteil für uns sein.“ Und neben der Liga gibt es ja dank des Kreispokalsieges auch noch den Westfalenpokal, wo Ende Februar Liga-Konkurrent Westfalia Soest wartet.

„Da brennen die Jungs, mit Soest haben wir noch eine Rechnung offen“, erzählt Assadollahi – zum Jahresabschluss gab es eine 0:2-Niederlage. Sollte der Sieg gelingen, hat der Coach schon genaue Vorstellungen, wie es weitergehen soll: „Mal wieder einen Bundesligisten in Gievenbeck zu Gast zu haben, wäre ein Traum. Und dann schauen wir mal, was da möglich ist…“ Das der FCG gegen einen Bundesligisten nicht chancenlos ist, zeigte er gleich zum Start der Wintervorbereitung: Bei Arminia Bielefeld verlor das Team am vergangenen Wochenende erst in der Schlussphase mit 1:3, laut Assadollahi wäre sogar mehr drin gewesen.



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3    SV Bösensell 19    49:10 49  
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5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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