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Kühn verhindert DHB-Supergau


(17.01.20) Man sagt ja gemeinhin, ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Darauf, dass es die Handball-Nationalmannschaft beim 28:27 (16:11)-Erfolg gegen die Auswahl Lettlands allerdings so spannend machen würde, hätten die deutschen Fans gut und gerne verzichten können. Letztlich zitterte sich die DHB-Auswahl zum Sieg, obwohl sie zwischenzeitlich schon mit sieben Treffern geführt hatte. Die Hauptrunde der Handball-Europameisterschaft ist erreicht, doch im Lager der Deutschen sind sie sich sicher: Da muss mehr kommen, will man dem eigenen Anspruch gerecht werden. Die Quote für das Deutsche Team bei den Wettanbietern hat sich dadurch wohl noch nicht in Favoritennähe verändert. Betfair ist einer der renommiertesten Buchmacher in diesem Gebiet.

Die Gründe dafür, dass der Favorit ins Straucheln geriet, waren vielfältig. Wie schon beim 26:33-Debakel gegen Spanien am vergangenen Donnerstag erwischte Torhüter Andreas Wolff, der zu Spielbeginn zunächst für Routinier Johannes Bitter Platz machen musste, keinen guten Tag. Als er 17 Minuten vor dem Ende ran durfte, schien die Partie entschieden. Doch das war sie noch nicht. Die Letten nahmen immer wieder von der Möglichkeit Gebrauch, den Torhüter durch einen siebten Feldspieler zu ersetzen - und rückten den Deutschen damit immer mehr auf die Pelle. Besonders mit dem durchsetzungsstarken 2,15 Meter-Hünen Dainis Kristopans, der insgesamt sieben Treffer erzielte, hatte die Mannschaft von Christian Prokop massive Probleme.

In den letzten sechs Minuten der Partie begann der Bundestrainer nach gleich zwei parallelen Zeitstrafen gegen sein Team mächtig zu schwitzen. Beim Stand von 27:25 hatten die Deutschen Glück, dass Kristopans nur den Pfosten traf, auf der Gegenseite erhöhte DHB-Kapitän Uwe Gensheimer auf 28:25. Die Entscheidung war das aber noch nicht, denn die leidenschaftlich kämpfenden Letten arbeiteten sich noch einmal bis auf 27:28 heran. In den Schlusssekunden wurde es dann turbulent, nachdem die Schiedsrichter den deutschen Angriff durch das Anzeigen des Zeitspiels in Zugzwang brachten. Ein Foul Kristopans an Julius Kühn, das mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet wurde, nahm für die Deutschen letztlich den Druck vom Kessel.

À propos Kühn: Der 26-jährige Duisburger, der für die MT Melsungen spielt, war der überragende Akteur in einem insgesamt schwachen deutschen Team. Mit acht Treffern aus dem linken Rückraum war vor über 3500 im Trondheim Spektrum ein Garant für das Weiterkommen. Im ersten Durchgang überzeugte das Kraftpaket bei seinen fünf Treffern mit einer hundertprozentigen Wurfquote. Viele seiner Kollegen müssen sich in der Hauptrunde steigern, wenn die Mannschaft das Ziel Halbfinaleinzug verwirklichen will.
"Wir haben jetzt einen Schuss vor den Bug bekommen, aber vielleicht tut uns das ganz gut, um mit mehr Demut an die Sache ranzugehen", sagte Kapitän Uwe Gensheimer in einem Interview nach dem Erreichen der Zwischenrunde. Für den routinierten Linksaußen von den Rhein-Neckar Löwen läuft es bei dieser Handball-Europameisterschaft noch überhaupt nicht rund. Erst die Rote Karte im Auftaktspiel gegen die Niederlande (34:23), dann ein schwacher Auftritt gegen Spanien. Auch gegen die Letten gelangen ihm nur vier Treffer.

Vor der am Donnerstag mit der Partie gegen Weißrussland beginnenden Hauptrunde tun die Deutschen gut daran, die Ansprüche runter zu schrauben. "Das war keine leichte psychologische Situation, wir konnten nicht viel gewinnen, aber viel verlieren. Wichtig ist: Wir sind weiter", erklärte Prokop in seiner Analyse. Der Druck auf den Bundestrainer wird nach den wenig überzeugenden Leistungen allerdings nicht kleiner. Vor allem in der Deckung muss sich seine Mannschaft steigern. In den vergangenen Jahren konnte sich das deutsche Team stets auf seine starken Torhüter verlassen. Bei diesem Turnier knüpften Wolff und Bitter bisher nicht an die überragenden Leistungen vergangener Jahre an.

Deutschlands weitere Gegner im Kampf um den Halbfinaleinzug heißen Kroatien sowie die beiden Erstplatzierten der Vorrundengruppe B, in der aktuell Österreich das Klassement vor Tschechien und Nordmazedionien anführt. Vor allem die bisher überzeugenden Kroaten dürften eine harte Nuss werden für das deutsche Team. Aufgrund der Niederlage gegen die Spanier geht die DHB-Auswahl allerdings ohne Punkte in die Hauptrunde, die in Wien ausgetragen wird. Das Team darf sich also keine Ausrutscher mehr erlauben.



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