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Querpass

Benjamin Siegert und der SV Herbern denken über einen Wiedereinstieg ins Training nach. Dabei will die Mannschaft aber kein Risiko eingehen.

Zu zweit ist's schöner als allein


Von Christian Lehmann 

(25.02.21) Beim TuS Ascheberg wird schon wieder gekickt. Ja, tatsächlich hat der Münstersche A-Kreisligist als erster uns bekannter Verein den Trainingsbetrieb in dieser Woche unter strengen Corona-Auflagen wieder aufgenommen, nachdem am Montag (22. Februar) die neue Fassung der Corona-Schutzverordnung mit leichten Lockerungen für den Sport in Kraft getreten ist. Dass die Auslegung der Verordnung nicht immer ganz so klar ist, haben wir in dieser Woche bereits erfahren. In Ascheberg hat man jedoch - ebenso wie übrigens beim TuS Hiltrup - einen Weg gefunden, vorlagenkonform zu trainieren. Die derzeitige Verfügungslage lässt zwar Mannschaftstraining in jedweder Form noch nicht zu, nach Absprache mit der Gemeinde dürfen die Spieler des TuS allerdings in Zweiergruppen wieder aufs Gelände. 

"Ich würde jetzt nicht von Trainingsbetrieb sprechen, damit hat es nicht viel zu tun. Es ist eine Möglichkeit, damit die Jungs wieder Kontakt mit dem Ball bekommen", erklärt uns Aschebergs Trainer Benedikt Vester. Der Vorstand des Klubs hatte bereits in der Vorwoche Kontakt zur Gemeinde aufgenommen und sich nach Möglichkeiten für einen "Trainingseinstieg light" erkundigt. Am Montag erhielt Vester dann eine Nachricht mit einigen Vorgaben, die seine Jungs beachten müssen. Mithilfe der Öffnet externen Link in neuem FensterFLVW-Check-In-App wird genau geprüft, wer sich auf dem Gelände befindet, zusätzlich führt der Corona-Schutzbeauftragte Buch darüber, wer in den festgelegten einstündigen "Zeit-Slots" trainiert. 45 Minuten kicken und 15 Minuten für Auf- und Abbau sind veranschlagt. Es dürfen auch SpielerInnen anderer Mannschaften den Platz buchen. "Natürlich ersetzt das nicht ansatzweise ein normales Training, aber momentan ist einfach nicht mehr drin. Ich fürchte, dass wir mit dem Kleingruppentraining noch etwas warten müssen", sagt Vester, der am Dienstag selbst mit Hendrik Heubrock gegen den Ball trat. 

Beim Nachbarn SV Herbern ist man derweil noch nicht ganz so weit. "Wir haben das Thema angesprochen und peilen eine Rückkehr auf den Platz an. Wir prüfen gerade, was wir machen dürfen und was nicht", verrät uns Benjamin Siegert, Trainer des Landesligisten. In den vergangenen Wochen haben sich seine Jungs mit mindestens zwei intensiven Läufen pro Woche fit gehalten und sehr viel Disziplin gezeigt. Sich auch mal zu zweit auspowern statt immer nur allein, wäre eine schöne Abwechslung. Siegert ist es aber wichtig, dass im Vorfeld die Regeln klar sind und dass sich niemand "auf den Schlips getreten fühlt." Für die Katz soll das Training nicht sein, in Herbern glaubt man noch an eine Saison-Fortsetzung. "Fußballer müssen auf ein bestimmtes Ziel hintrainieren. Mittlerweile habe ich wieder etwas Hoffnung, dass wir zumindest noch ein paar Spiele machen in dieser Saison...", so Siegert.

Zu den Vorreitern in Sachen Training unter Corona-Bedingungen zählte im Vorjahr Herberns Ligakonkurrent SC Altenrheine. Auch diesmal hat sich der Sportliche Leiter der Kanalkicker, Marcus Hornung, direkt beim Ordnungsamt der Stadt Rheine schlau gemacht, was geht und was nicht. Mehr noch, er schickte am Freitag vergangener Woche sogar einen ganz konkreten Trainingsaufbau zur Abnahme ins Rathaus. Die Spieler sollten demnach in abgesteckten Feldern von sieben mal sieben Meter einzeln unter Anleitung schwitzen. "Ich habe die klare Aussage bekommen, dass das als Mannschaftstraining gilt und somit nicht erlaubt ist - auch wenn so kein Spieler in Kontakt mit einem anderen gekommen wäre. Wir können leider nichts machen", erklärt uns Hornung. Der Sportpark bleibt also vorerst für den Trainingsbetrieb gesperrt.

Ähnlich sieht's in Ibbenbüren aus. Heiko Becker sagt: "Bei uns ist alles dicht, die Trainingsstätten sind nicht geöffnet." Der Trainer Bezirksligatruppe bei der Ibbenbürener SpVgg, bezweifelt überdies die Sinnhaftigkeit von Fußballtraining in Zweiergruppen - zumindest für seine Jungs: "Was willst Du denn zu zweit groß machen? Da kann man doch genauso gut laufen gehen oder zu zweit was im Garten machen." Beim Nachbarn Arminia Ibbenbüren versucht man derweil, einen Konsens mit der Stadt zu finden, um Training in Zweiergruppen bzw. ohne Kontakt wieder möglich zu machen und denkt dabei nicht an die Erwachsenen, sondern vor allem an die Kids. "Die Älteren können sicherlich auch noch ein, zwei Wochen warten. Wir finden es aber unabdingbar, dass die Kinder und Jugendlichen endlich wieder rauskommen", erklärt uns Fußball-Abteilungsleiter Dennis Lammers. Ein Konzept und diverse Parcoure stehen bereits. Nun fehlt nur noch das "Go" der Kommune. 



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3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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